Der TuS Zülpich ist nach dem 4:1-Sieg gegen den FC Hürth Landesligameister. Luca Ohrem gelang zum Saisonabschluss ein Hattrick.
Fußball-LandesligaDer TuS Zülpich belohnt sich für eine unfassbare Saison

Die Zülpicher Torschützen waren Luca Ohrem (2.v.l.) und Nico Berekoven (2.v.r.).
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Landesliga 2: TuS Zülpich – FC Hürth 4:1 (3:0). David Sasse hatte seinen Franz-Beckenbauer-Moment. Während der Kaiser nach dem Gewinn des WM-Titels 1990 einsam und allein über den Platz schlenderte, brauchte Sasse auch seinen Moment der Besinnung – und fegte die Kabine. Die Feier nach dem Meistertitel in der Landesliga-Staffel 2 verließ er auch schon um 22 Uhr und legte sich im Garten in die Hängematte. „Das ist alles unwirklich“, sagte er. Schon als vor einer Woche in Eilendorf der Aufstieg feststand, sei ihm das Feiern schwergefallen. „Gestern ging gar nicht, da brauchte ich Abstand“, sagte er am Montag.
Dass sein Team in die Mittelrheinliga aufgestiegen sei, und das auch noch als Erster, sei gigantisch. Sasse gibt zu: „Die Landesliga ist eigentlich das Maximum für unseren Verein.“ Man habe einen der kleinsten Etats der Liga. Der Aufstieg sei pure Fußballromantik. „Und jetzt haben wir auch noch gegen den eigentlichen verdienten Meister gewonnen“, so Sasse.
Es war ein letztes Mal Heavy-Metal-Fußball in der Landesliga. Den Begriff hatte Sasse zu Saisonbeginn geprägt, um das Offensivspiel seiner Mannschaft zu beschreiben. 96 Tore hat Zülpich erzielt, genauso viele wie der Drittplatzierte Breinig. Wie torgefährlich der TuS ist, musste auch der FC Hürth feststellen. Dabei ist der Gegner gespickt mit Spielern, die über Regionalliga-Erfahrung verfügen wie Zachary-Oduro Bonsu, Patrick Hill, Tom Isecke, Dario Bezerra-Ehret, Sebastian Papalia oder Manuel Kamambi. Felix-Benedict Neuhäuser stand sogar im Drittliga-Kader von Fortuna Köln. „Hürth war zurecht Tabellenführer“, so Sasse.
Die Landesliga ist eigentlich das Maximum für unseren Verein.
Doch nach dem 1:0 durch Luca Ohrem, der einen schönen Spielzug, an dem auch Thomas Leßenich beteiligt war, vollendete (28.), sei beim Trainer und auch der Mannschaft die Erkenntnis gewachsen: „Wir halten nicht nur mit, wir können die auch schlagen.“ Ohrem legte bis zur Halbzeit noch zwei Tore nach (38., 40.) und schockte Hürth. Besonders das dritte Tor sei ein Geniestreich gewesen, so Sasse. Die klare Führung war aber auch ein Verdienst von Torwart Jan Beyers, der wie der gegnerische Schlussmann einige Großchancen vereitelte. „Schon nach 20 Minuten kann es hier 3:2 stehen, das Spiel kann auch 6:4 ausgehen“, sagte Sasse, der den Halbzeitstand schmeichelhaft fand. In der zweiten Halbzeit traf zunächst wieder Zülpich. Nico Berekoven verwandelte einen Freistoß aus 25 Metern direkt (69.). Stefan Fiegen erzielte den Treffer für die Gäste (84.).
Den Dreifachtorschützen Luca Ohrem herauszustellen, ist Sasse zu einfach. Trotz der großen mannschaftlichen Geschlossenheit habe die Achse Lucas Carell, Thomas Leßenich und Marvin Iskra, die es allesamt mit starken Gegenspielern zu tun bekamen, durch Kampfgeist und Laufkraft besonders überzeugt.
Erft, Bessenich und Erftstadt-Lechenich verlieren zum Abschluss
Die Bezirksliga-Saison für die drei Vereine aus dem Fußballkreis Euskirchen endet mit Niederlagen. Die JSG Erft 01 wird beim Absteiger RW Ahrem mit 1:6 deklassiert. Die Tore vom 2:0 bis 5:0 von Ahrem fallen zwischen der 51. und 64. Minute. Den Ehrentreffer zum 1:6 erzielte der Minuten zuvor eingewechselte Ben Schäfer (89.).
Rhenania Bessenich reichen auch drei Tore von Routinier Athanasios Noutsos nicht zum Punktgewinn bei Alemannia Lendersdorf. Noutsos hatte Bessenich zunächst in Führung gebracht (17.) und dann jeweils den Ausgleich erzielt (30., 51.). Den 4:3-Siegtreffer erzielte Lendersdorf in der 84. Minute. Für Bessenich ist die Saison noch nicht vorüber. Am Samstag trifft das Team um 17 Uhr in Ripsdorf im Kreispokal-Endspiel auf den TuS Zülpich.
Germania Erftstadt-Lechenich verabschiedet sich mit einer 2:3-Heimniederlage gegen den Horremer SV aus der Bezirksliga. Schon nach 17 Minuten lag der Gast 3:0 vorne. Fabian Bentata (39.) und Miguel Andres Koury (82.) erzielten die Germania-Tore.
