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Fußball-LandesligaDas Pressing des TuS Zülpich hätte auch Jürgen Klopp gefallen

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Die Zülpicher Spieler klatschen sich nach einem der frühen Tore ab.

Die Gastgeber kamen aus dem Feiern in den ersten Minuten gar nicht heraus.

Die Zülpicher brennen beim ersten Heimauftritt in der Landesliga-Rückrunde ein Offensivfeuerwerk gegen die Sportfreunde Uevekoven ab.

TuS Chlodwig Zülpich – Sportfreunde Uevekoven 6:2 (3:1). Nachdem bei den ersten drei Auftritten der Römerstädter in der Rückrunde – allesamt auf fremden Sportplätzen – eher die Defensivqualitäten der Mannschaft gefordert und dem Team lediglich drei eigene Treffer gelungen waren, brannten die Hausherren bei der Heimpremiere mal wieder ein Offensivfeuerwerk ab und lieferten über 90 Minuten Unterhaltung par excellence – sehr zur Freude der eigenen Fans. Der TuS legte eine dermaßen starke Anfangsphase hin, dass dem Kontrahenten – immerhin mit der Empfehlung von sieben Punkten aus den vergangenen drei Begegnungen, darunter einem Dreier beim Tabellenzweiten Breinig, angereist – Hören und Sehen verging.

Mit einem Gegenpressing, an dem auch Jürgen Klopp seine helle Freude gehabt hätte, ließen die Zülpicher den Gästen überhaupt keine Luft zum Durchatmen und führten nach etwas mehr als einer Viertelstunde bereits 3:0. Besonders bei hohen Bällen standen die Sportfreunde gegen die kopfballstarken Johannes Püllen (1:0, 7.) und Lucas Carell (3:0, 17.) auf verlorenem Posten, aber auch aus dem laufenden Spiel heraus war gegen das Tempo und die überragende Zweikampfführung der Roten kein Kraut gewachsen. Das beste Beispiel dafür lieferte Tim Birkenheuer, der beim zweiten Treffer (13.) von der linken Seite in die Mitte zog und den Ball präzise mit seinem starken rechten Fuß ins linke Eck hämmerte.

Zülpich vergab noch weitere hochkarätige Chancen

Die drei Treffer bildeten allerdings nur eine Auswahl der aussichtsreichen Offensivaktionen in den ersten gut 20 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hätte es für Uevekoven sogar noch düsterer aussehen können, wenn Devin Nickisch und der vor dem Tor insgesamt unglückliche Marvin Iskra ihre Chancen genutzt hätten. Die Gäste um Kapitän Joshua Holtby – Bruder von Lewis Holtby und mit langjähriger Regionalliga-Erfahrung ausgestattet – blieben stattdessen im Geschäft und setzten Mitte der ersten Hälfte mit einem krachenden Aluminiumtreffer einen ersten Warnschuss, der die Platzherren jedoch nicht ausreichend alarmierte.

Vier Fußballer stehen in einer Mauer und halten sich die Hände vor den Schritt. Hinter der Mauer liegt ein Spieler auf dem Boden.

Mauer mit Bodenbelag: Constantin Pennartz liegt seinen Kollegen zu Füßen.

Kurz darauf erzielte Lukas Köllermeyer nach flacher Hereingabe von rechts am langen Pfosten das Anschlusstor (28.) und leitete damit eine äußerst abwechslungsreiche Endphase ein, in der sowohl eine höhere Zülpicher Führung als auch eine weitere Verkürzung des Rückstandes im Bereich des Möglichen lagen. Während Nickisch frei vor dem Gehäuse das Abspiel auf Birkenheuer verpasste und genau wie Iskra am Keeper nicht vorbeikam, verhinderten die mehrfach vor der Linie rettenden TuS-Verteidiger sowie die Querlatte ein zweites Uevekovener Erfolgserlebnis. „Nach dem 1:3 hatten wir Probleme, den Schalter wieder umzulegen, und haben uns dadurch unsere gute Leistung aus den ersten 30 Minuten etwas kaputtgemacht“, bedauerte Trainer David Sasse, der sich nach Wiederanpfiff schnell beruhigen konnte.

Obwohl Nickisch den Ball nach Querpass von Birkenheuer nicht optimal mitgenommen hatte, behielt er anschließend den Überblick und bugsierte ihn mit viel Geschick und etwas Glück am Schlussmann vorbei ins Netz (53). Kurz danach musste der TuS-Anhang noch einmal eine Schrecksekunde überstehen, als Jan Beyers das Spielgerät erst im Nachfassen und nur Zentimeter vor der Linie zu fassen bekam, doch mit der Einwechslung von Luca Ohrem fiel die endgültige Entscheidung. Mit zwei Treffern (69., 90.), lediglich kurz unterbrochen durch das aus abseitsverdächtiger Position erzielte 2:5 (74.) durch Köllermeyer, bewarb sich der Joker für mehr Einsatzzeit in den nächsten Wochen. „Wir haben lange auf den ersten Heimauftritt gewartet und einen tollen Sieg erzielt, der eigentlich noch höher ausfallen musste“, freute sich Sasse.