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Fußball-KreispokalHellenthal verteidigte gegen Zülpich mit Frau und Aluminium

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Milena Ronig springt hinterrücks an einer Gegenspielerin vorbei.

Ständiger Unruheherd war Milena Ronig, die hier mit einem Sprung einen Zusammenprall mit Marie Klein verhindert.

Der TuS Zülpich zieht nach einem 6:0-Sieg ins Kreispokalfinale ein und trifft am 14. Juni auf den Titelverteidiger VfL Kommern.

Frauen-Kreispokal Halbfinale: SG Hellenthal – TuS Chlodwig Zülpich 0:6 (0:2). Der Favorit hat sich durchgesetzt, der einzige Kreisligist im Pokalwettbewerb ist gegen den letzten verbliebenen Landesligisten ausgeschieden. Und es war nicht nur auf dem Papier ein Klassenunterschied, sondern auch auf dem Platz. Im Endspiel kommt es am Sonntag, 14. Juni, 14.30 Uhr, in Kommern zum Aufeinandertreffen zwischen dem heimischen VfL, der Titelverteidiger ist, und Zülpich.

Die Zahl der Tore: Ein zweistelliges Ergebnis wurde erwartet

Dass Gastgeber Hellenthal nicht hoch gewinnen würde, war vorher klar. Zwar hat der Pokal seine eigenen Gesetze, aber in dem Fall hielt sich alles ans Regelbuch. Und so wurde vor dem Spiel eher spekuliert, ob das Ergebnis zweistellig wird oder nicht. Selbst nach der Partie waren die Tore für Hellenthal offenbar eher nebensächlich. Das Trainerteam war sich nicht sicher, ob Zülpich nun sieben oder acht Tore geschossen hatte. Dass es nur sechs gewesen waren, erfreute dann.

Die Szene des Spiels: Slapstick pur dank Dreifach-Latte

Hellenthal hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn es tatsächlich ein zweistelliges Ergebnis gegeben hätte. Doch eine Mischung aus Kampfkraft, Willen, defensiver Spielweise und Glück sorgte dafür, dass Zülpich bis zur Schlussphase der ersten Halbzeit mit dem Jubeln warten musste.

Sinnbildlich für den Hellenthaler Auftritt war eine Szene in der 31. Minute, in der Zülpich eine Mehrfach-Chance hatte. Doch zweimal Jana Hermes, Melina Born und Milena Ronig scheiterten in einer Szene an Hellenthals Torfrau Sandra Jörig, einem Bein einer Verteidigerin und gleich dreimal an der Latte, gegen die abgewehrte Bälle oder direkte Schüsse prallten. Dass Slapstick zum Lachen anregt, sah man bei Hellenthals Kapitänin Lena Fink, die angesichts dieser Szene doch sehr breit schmunzeln musste.

Der Spielverlauf: Knapp 40 Minuten stand die Null für Hellenthal

Es war das erwartet einseitige Spiel. Allerdings darf man nicht unerwähnt lassen, dass die Gastgeberinnen in der fünften Minute den ersten Torschuss der Partie für sich verbuchen durften, der aber daneben ging. Zülpichs Torfrau Vanessa Pessara musste nur einmal kurz vor Spielende einen Ball halten und war ansonsten – bis auf einige Rückpässe und ein paar Ecken – beschäftigungslos. Anders ihr Gegenüber Sandra Jörig, die wie ihre Mitspielerinnen alles reinwarf, etwa als sie einen Schuss von Lena Berend abwehrte, die aus etwa acht Metern frei stehend scheiterte (28.). Kurz zuvor war ein Schuss von Julia Poth an die Latte gegangen.

Zuschauer stehen hinter der Reling oder sitzen im Hang auf den Bänken.

Zahlreiche Zuschauer waren nach Sieberath gekommen und trotzten dem wechselhaften Eifeler Wetter.

Ein Ball fliegt in Richtung der Kamera. Die Schützin schaut ihm gespannt hinterher.

Auch wenn Celine Hilgers hier gespannt ihrem Schuss hinterherschaut: Ein Torerfolg gelang ihr erst später.

Es war aber nur eine Frage der Zeit, bis Zülpich dann doch jubeln durfte. Wobei die Führung aus einer Nicht-Chance entsprang. Irgendwie gelang es Lena Berend, einen hohen Ball aufs Tor zu lenken, der dann im Netz landete (39.). Nach einem weiteren Pfostentreffer (40.) der Gäste erhöhte Berend noch vor der Pause auf 2:0. Ein Jörig-Abschlag kam postwendend zurück, Berends Schuss landete im langen Eck. Und Zülpichs Nummer 12 hätte sogar einen Hattrick vor der Pause erzielen können, wenn sie nicht eine Flanke von Celine Hilgers im Stile einer Verteidigerin geklärt hätte.

Nach der Pause erhöhten Hilgers (50.) und Born (55.) mit Schüssen ins lange Eck. Hermes fiel einmal ein Ball vor die Füße, den sie im Netz unterbrachte (62.), und setzte mit einem Distanzschuss, den Jörig nicht mehr abwehren konnte, den Schlusspunkt (69.).

Das sagen die Trainer Eric Geschwind und Christof Hilgers

Hellenthals Coach Eric Geschwind hatte an der Leistung seiner Spielerinnen wenig zu beanstanden. „Wir wollten das Bestmögliche rausholen, was aber nur geht, wenn wir die bestmögliche Leistung abliefern“, sagte er. „Wir hatten auch Glück, dass Zülpichs Chancen nicht reingingen. Schade, dass es mit dem 0:0 nicht bis zur Halbzeit geklappt hat. Aber ich bin vollauf zufrieden.“

Anders sein Gegenüber Christof Hilgers. Natürlich war er über den Sieg froh, aber an der Art und Weise, wie seine Mannschaft gespielt hatte, übte er doch Kritik. „Wir hätten sauberer spielen können. Gegen tief stehende Hellenthalerinnen hätten wir uns mehr Chancen herausspielen müssen.“ Anders als in der Landesliga, wo sein Team gerne direkt spielt, sei das diesmal nicht nötig gewesen. „Wir hätten uns mehr Zeit nehmen können.“

Hellenthal: Jörig, Klein, Lautwein, Olion (71. Koll), Fink, Pütz (74. Wassong), Mertens, Knobbe, Bildstein, Flindt, Linden (86. Schmahl).

Zülpich: Pessara, Wiesen, Hermes, Simons (66. Krämer), Mertens (68. Bruch), Born (68. May), Ronig (68. Fischer), Poth, Hilgers, Berend (57. Mehren), Wolter.