Im Interview sprechen Enni und Fine Ueckert sowie Sophia Kesseler über den Schritt von den C-Juniorinnen des TuS Zülpich zum 1. FC Köln.
JugendfußballVom Mittelrheinliga-Meister Zülpich zum 1. FC Köln

Wechseln vom TuS Zülpich zum 1. FC Köln: Enni Ueckert (v.l.), Sophia Kesseler und Fine Ueckert.
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Mit dem Gewinn der Mittelrheinliga-Meisterschaft und der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte haben die C-Juniorinnen des TuS Zülpich ein fußballerisches Ausrufezeichen gesetzt. Mila Metzger, Sophia Kesseler sowie Fine und Enni Ueckert gehören zum Erfolgsteam. Und sie haben eine Gemeinsamkeit: Alle vier wechseln im Sommer zum 1. FC Köln – ein starkes Zeichen für die herausragende Nachwuchsarbeit beim TuS Zülpich.
Wie groß ihre Leidenschaft für den Fußball ist, zeigte sich direkt zu Beginn des Gesprächs: Über die hitzebedingte Absage des Turniers in Düsseldorf, das am Tag des Gesprächs hätte stattfinden sollen, waren alle drei hörbar enttäuscht. Gespielt hätten sie nach eigener Aussage auch bei Temperaturen von fast 40 Grad.
Drei der vier künftigen FC-Spielerinnen – Sophia Kesseler (13) sowie Enni (14) und Fine Ueckert (13) – berichten über ihren sportlichen Weg, den Schritt ins Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln und ihre Zeit beim TuS. Auch Zülpich-Trainer Casey Copik war beim Gespräch dabei und durfte sich am Ende über ein besonderes Lob seiner Spielerinnen freuen.
Vater und Bruder führten die drei Mädchen zum Fußball
Wann habt ihr mit dem Fußballspielen begonnen?
Sophia: Ich spiele seit drei Jahren.
Fine: Ich spiele seit 2021.
Enni: Und ich seit elf Jahren.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen, mit dem Fußballspielen anzufangen?
Fine und Enni: Wir sind über unseren Vater zum Fußball gekommen.
Sophia: Durch meinen Bruder. Er hat angefangen, Fußball zu spielen, und dann wollte ich es auch.
Sophia Kesseler hatte schon mal ein Probetraining beim 1. FC Köln
Warum würdet ihr Mädchen empfehlen, Fußball zu spielen?
Fine: Man kann nichts verlieren und es macht echt viel Spaß, außerdem findet man viele neue Freunde.
Sophia: Ich finde, es ist einfach ein schöner Sport. Egal, ob man Fehler macht, man macht einfach weiter. Und ja, man findet sehr viele neue Freunde.
Wie ist der FC auf euch aufmerksam geworden?
Fine: Ich wurde beim Kreispokalfinale von einer FC-Trainerin gesichtet, die hat dann unseren Trainer Matthias Metzger angesprochen. Und dann habe ich beim FC mittrainiert.
Sophia: Ich war schon mal in der U13 beim Probetraining beim FC, und im letzten Jahr im August habe ich noch an drei Trainingseinheiten teilgenommen. Ich weiß nicht, wie der FC mich gesichtet hat. Ich glaube, das ging auch erst mal über den Trainer. Nach dem Probetraining habe ich selbst mit denen gesprochen. Zum Beispiel darüber, was sie gut finden und was ich verbessern kann. Und dann haben sie gesagt: „Okay, du kannst kommen, wenn du möchtest!“
Fine Ueckert ist traurig, die Freunde in Zülpich zu verlassen
Und wie war das bei dir, Enni?
Enni: Bei mir ist alles über Casey gelaufen.
Casey Copik: Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich den Scouts des 1. FC Köln gesagt, dass ich ihnen Enni empfehlen kann. Wir hatten dann zwei-, dreimal Kontakt, und danach lief es über Ennis Eltern und Enni weiter.
Wie fühlt sich der Wechsel zum 1. FC Köln nach der erfolgreichen Saison mit Zülpich an?
Fine: Ich finde es schon ein bisschen traurig, die Freunde zu verlassen, aber ja, ich freue mich auch sehr auf Köln.
Sophia: Ich finde es auch traurig, aber es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, zu wechseln und den nächsten Schritt zu gehen.
Sophia Kesseler und Enni Ueckert spielen in derselben Mannschaft
Haben eure Eltern eine Fahrgemeinschaft zum FC geplant?
Enni: Unser Vater fährt uns drei immer zusammen, weil wir am gleichen Tag Training haben, und er holt uns auch immer wieder ab.
Trainiert ihr alle in derselben Mannschaft?
Fine: Ich bin ein Jahr jünger, und deswegen spiele ich einen Jahrgang unter Sophia und Enni, also in der U14. Aber ich kenne ganz viele von der Verbandsauswahl.
Habt ihr ein bisschen Respekt vor dem Wechsel?
Enni: Vielleicht ein bisschen, aber das wird schon.
Die drei Mädchen sind Fans des FC Bayern München
Ist der 1. FC Köln euer Lieblingsverein oder hättet ihr euch einen Wechsel zum Beispiel auch nach Leverkusen vorstellen können?
Enni: Hmm, nach Leverkusen wären wir jetzt, glaube ich, nicht gegangen, aber ja, Köln mögen wir schon so ein bisschen.
Aber so richtige Fans des FC seid ihr nicht?
Copik (schmunzelt): Ich glaube eher von Bayern München, oder?
Sophia: Ja, genau, wir sind Bayern-Fans.
Wie lange kennt ihr euch denn schon?
Enni und Fine: Wir haben Sophia beim Probetraining beim TuS Zülpich vor zwei Jahren kennengelernt.
Westdeutsche Meisterschaft bleibt den Mädchen in Erinnerung
Wenn ihr die Zeit in Zülpich in drei Worten beschreiben solltet, welche Worte wären das?
Sophia: Lustig, erfolgreich und nie langweilig.
Gibt es Erinnerungen aus eurer Zülpicher Zeit, die euch im Gedächtnis geblieben sind?
Fine: Also bei mir auf jeden Fall die deutsche und auch die westdeutsche Futsal-Meisterschaft.
Sophia: Ich würde auch die westdeutsche Meisterschaft sagen.
Enni: Ich fand auch die Mannschaftstouren immer cool. Im Mai waren wir übers Wochenende zelten in Holland und dann in Maastricht. Das war schon cool.
Sophia Kesseler hat eine Sichtung der U15-Nationalmannschaft hinter sich
Werdet ihr beim FC auf denselben Positionen spielen wie beim TuS Zülpich?
Fine: Mir haben sie gesagt, dass ich auf jeden Fall im Mittelfeld bleibe oder vielleicht in die Abwehr gehe.
Enni: Ich weiß es noch nicht.
Sophia: Ich bleibe auch im Mittelfeld.
Sophia, du warst in der vergangenen Woche bei der U15-Nationalmannschaftssichtung in Duisburg. Wie hast du die Tage erlebt?
Sophia: Es war spannend, und ich bin auch ein bisschen stolz. Es war das erste Mal für mich, aber es war für mich nicht so neu, weil ich ja auch schon oft bei der Verbandsauswahl in Hennef war, das war ganz ähnlich.
Vorbilder der drei Mädchen stammen alle aus dem Männerfußball
Habt ihr Vorbilder?
Sophia: Meine Vorbilder sind Cristiano Ronaldo, Michael Olise und Jamal Musiala.
Und vielleicht sogar aus dem Frauenfußball?
Sophia: Nein, ich mag Männerfußball mehr, die spielen mehr mit Dribblings und so.
Fine: Früher war mal Alexandra Popp mein Vorbild, jetzt habe ich keins mehr.
Sophia (lacht): Ihr seid euer Vorbild.
Enni: Joshua Kimmich, weil er wie ich auch eher defensiv spielt.
Ich spiele einfach, weil es mir Spaß macht, und dann gucke ich, wohin es führt.
Wie sehen eure Ziele im Fußball aus?
Sophia: Ich habe nicht wirklich Ziele. Ich spiele einfach, weil es mir Spaß macht, und dann gucke ich, wohin es führt. Ich denke da nicht viel drüber nach.
Enni: Ich will schon was erreichen. Und oben mitspielen.
Fine: Ja, ich will auch weiter oben mitspielen, wenn es klappt.
Wer von euch sorgt denn in der Kabine für die beste Stimmung?
Enni und Fine (lachen): Sophia!
Sophia Kesseler will die Gegnerinnen nass machen
Wer von euch ist auf dem Platz am ehrgeizigsten?
Copik: Ich finde, die Antwort ist eindeutig. Enni ist mit Abstand die ehrgeizigste, von der Motivation und der Einstellung her.
Worauf freut ihr euch am meisten beim FC?
Fine: Auf die neue Herausforderung und eigentlich auf alles.
Sophia: Auf die Spielerinnen, ich kenne ja schon ganz viele von der Auswahl aus Hennef, die sind sehr lustig, und aufs Spielen und darauf, die Gegnerinnen nass zu machen. (Casey Copik lacht).
Dann ist das jetzt nichts Neues für euch, also so ,wie wenn man in eine neue Klasse kommt?
Sophia: Ja, genau.
Enni und Fine: Ja, für uns ist es auch nichts Neues.
Der TuS Zülpich soll so weitermachen wie bisher
Was möchtet ihr euren ehemaligen Mitspielerinnen aus Zülpich mit auf den Weg geben?
Fine: Dass sie einfach so weitermachen und auf jeden Fall Spaß haben sollen.
Enni: Die sollen weiter so erfolgreich sein.
Auch ohne euch? Das wird gar nicht so einfach sein, oder?
Enni: Aber ich glaube, dass die das hinkriegen, weil auch sehr viele gute Neue kommen.
Die drei Mädchen fehlen nicht nur in fußballerischer Hinsicht
Sophia, du bist ja die Torschützenkönigin. Dein Weggang wird sicherlich ein großes Loch hinterlassen?
Sophia: Also, ich glaub’, dass die das hinkriegen. Es muss ja nicht wie dieses Jahr laufen, sondern einfach, dass sie Spaß haben, nicht aufgeben, und wenn sie Fehler machen, einfach weitermachen. Dann kommt das auch mit der Zeit.
Copik: Ich glaube, dass die menschliche Komponente eher schwieriger sein wird als die fußballerische. Sophia hat immer für die Stimmung in der Kabine gesorgt, hat immer gelacht. Fine hat immer alles aufgelockert und war irgendwie die Mama für alle und ist auch für den Zusammenhalt superwichtig gewesen. Menschlich gesehen wird eine Riesenlücke entstehen.
Gibt es etwas, das ihr gerne noch loswerden möchtet?
Fine: Ich sage noch was zu Casey. Also, Casey, du bist einfach eine Maschine. Du hast so viel für uns getan und uns richtig weitergebracht. Dafür bin ich sehr dankbar.
Sophia: Ich auch.
Copik (lacht): Danke für die netten Worte. Ich bin euch dankbar für die Zeit mit euch, das war etwas ganz Besonderes.

