Der TuS Zülpich und die SG Dahlem-Schmidtheim marschieren in der Kreisliga A im Gleichschritt. Lommersum und Vernich können langsam für die Kreisliga B planen.
Kreisliga ASituation für Lommersum wird immer dramatischer

Lommersums Maurice Hergarten war ein Aktivposten in seinem Team.
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SSV Lommersum – TuS Zülpich II 3:0 (2:0). Als Spiel eins nach einem Trainerwechsel direkt gegen Zülpich II, also einen Aufstiegsaspiranten, zu spielen, ist bestimmt nicht die leichteste Aufgabe. Es gibt aber auch noch die Sichtweise von Henrik Schilli aus dem Trainerteam des SSV Lommersum. „Gegen Zülpich rechnet jeder mit einer Niederlage, also können wir nur überraschen“, sagte er vor dem Spiel.
Das hat nur bedingt funktioniert. Allerdings ist das Ergebnis nicht so hoch ausgefallen, wie man sich das hätte vorstellen können. Denn Lommersum stand sehr tief, hat das Spiel langsam gemacht. „Wir wollten dann über unsere schnellen Leute kontern“, erklärte Interims-Cheftrainer Timo Bong. Das funktionierte in der ersten Halbzeit allerdings nicht, Zülpichs Schlussmann Robin Metternich wurde nie gefordert.
Abwehrbollwerk wird langsam bröckelig
Das Abwehrbollwerk wurde dann auch nach und nach bröckelig, besonders, wenn Zülpich lange Bälle in die Spitze spielte. Und so kam der Favorit dem Tor immer näher: Ein Schuss von Tamino Mäurer zappelte nur am Außennetz (17.). Acht Minuten später spielte Kapitän Nico Jensen von rechts außen einen Ball in die Mitte, wo Jakob Fischer vollkommen frei stand und nur zur Führung einschieben musste.
Elf Minuten später verpasste die Heimelf gleich mehrfach die Möglichkeit, den Ball zu klären, der erneut Fischer vor die Füße fiel. „Wir sollen defensiv stehen und an der Mittellinie stehen vier Leute rum“, beschwerte sich Maurice Hilger über das Abwehrverhalten einiger Mitspieler.
Lommersum wird im zweiten Durchgang mutig
Bis auf eine Gelbe Karte gegen Marvin Radermacher, der von Schiedsrichter Luis Justus Gebhardt in der 20. Minute trotz eines harten Einsteigens (dem ersten härteren Foul im Spiel) noch verschont geblieben war, 19 Minute später aber nach einer Ermahnung hinter dem Rücken des Unparteiischen weiter meckerte, passierte in der ersten Hälfte nichts mehr.
Im zweiten Durchgang wurde Lommersum mutiger, kam auch das ein oder andere Mal über die Mittellinie und gab Schüsse auf das Zülpicher Tor ab, ohne wirklich gefährlich zu werden. Zülpich tat allerdings auch deutlich weniger.

Lommersums Trainer Timo Bong (r.) traf in seinem ersten Spiel auf den Verein von Ex-Trainer Marc Altendorf.
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„Es ist schade, dass wir uns dem Tempo von Lommersum angepasst und nur das Nötigste gemacht haben“, sagte Zülpichs Trainer Marc Altendorf. Zumindest gelang seinem Team noch das 3:0. Lukas Fischer legte den Ball mit der Sohle für den hinter ihm postierten Daniel Esser ab, der das letzte Tor des Tages erzielte (70.).
Ansonsten gab es nur noch einen Aufreger, als kurz vor Schluss Lommersums Marcel Ebel in Erwartung eines Eckballs Zülpichs Verteidiger Dave Dahlmann attackierte. Gebhardt, der das Spiel besonnen leitete, sah darin allerdings keine Tätlichkeit. Doch bevor die Gemüter sich weiter erhitzen konnten, pfiff er die Partie danach auch ab.
„Wir sind in dem Spiel nicht auseinandergebrochen“, sah Timo Bong einen Fortschritt, auf den er aufbauen will, wohl wissend, dass die Situation nach den Siegen von Golbach und Nierfeld, die vermutlich gerettet sind, nicht einfach ist, denn nur noch Schöneseiffen als Viertletzter bleibt erreichbar, hat aber noch zwei Nachholspiele in Frauenberg und gegen Nierfeld. Zülpich II hingegen will „aus allen verbleibenden Spielen noch drei Punkte holen“, so Altendorf.
Frauenberg holt 0:2-Rückstand auf
SV Frauenberg – Sportfreunde DHO 2:2 (0:2). DHO nutzte seine Chancen zunächst konsequent: Youssef Khabbaz brachte die Gäste in Führung (13.), Adriad Hajdini legte kurz vor der Pause nach (45.). Frauenberg hielt zwar dagegen, lag zur Halbzeit aber deutlich zurück. In der zweiten Hälfte blieb DHO zunächst gefährlich, verpasste es jedoch, die Partie frühzeitig zu entscheiden. „Wir müssen so ein Spiel für uns entscheiden, dann brennt hier nichts mehr an“, haderte Trainer René Urbach.
Mit zunehmender Spielzeit kämpfte sich Frauenberg zurück: Denis Moruz traf per direktem Freistoß zum Anschluss (75.), ehe Jan-Paul Pietrzyk in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte (90.+2.). Ex-Frauenberg-Trainer und Offensivspieler Sebastian Kaiser zeigte sich erleichtert: „Ich bin grundsätzlich hochzufrieden, dass wir da noch einen Punkt geholt haben.“ Urbach blieb derweil frustriert: „Das Unentschieden ist nach dem Spielverlauf mehr als ärgerlich.“
Golbach macht großen Schritt Richtung Klassenerhalt
SSV Golbach – SSV Weilerswist 4:2 (3:1). Golbach legte früh den Grundstein: Max Hofmann brachte die Gastgeber in Führung (17.), nur wenig später erhöhte Jean-Claude Kamano (19.), ehe erneut Hofmann nachlegte (25.). „Wir haben schnell umgeschaltet und das wirklich richtig gut gemacht“, erklärte Trainer Michael Müller. Weilerswist fand kaum Zugriff, kam aber kurz vor der Pause durch Mike Nandzik noch einmal heran (44.).
Nach dem Seitenwechsel stellte Hofmann mit seinem dritten Treffer den alten Abstand wieder her (50.), ehe Firat Bagkan verkürzte (57.). In der Folge drückte Weilerswist, hatte sogar die große Chance zum Anschluss, doch Golbachs Torwart Stephan Pessara parierte einen Elfmeter stark (75.). Müller betonte die Bedeutung der Szene und sprach von einer „überragenden“ Parade. Weilerswists Trainer Frederik Ziburske haderte vor allem mit dem Beginn: „Wir haben die erste Halbzeit komplett verpennt.“
Dahlems Sieg hätte noch höher ausfallen können
SG Dahlem-Schmidtheim – TuS Vernich 7:0 (3:0). Bereits früh brachte Dominik Vilz die Gastgeber in Führung (1.), ehe Silvio Ferjani per Foulelfmeter erhöhte (13.). Dahlem blieb überlegen und legte noch vor der Pause durch Vilz nach (45.+2.). Trainer Christian Hammes zeigte sich entsprechend zufrieden: „Der Sieg geht auch in der Höhe absolut in Ordnung.“
Nach dem Seitenwechsel brach Vernich konditionell ein, während Dahlem weiter konsequent blieb. Vilz traf erneut (51., 77.), dazwischen erhöhten Leon Merget (59.) und Ferjani (81.). Hammes betonte dabei die Chancenfülle seines Teams und sprach davon, dass das Ergebnis „auch deutlich höher hätte ausfallen können“. Vernich-Coach Georg Wall verwies dagegen auf die schwierige Ausgangslage: „Wir hatten massive Personalprobleme.“
Sötenich erfüllt Pflichtaufgabe
SV Sötenich – SV Schöneseiffen 2:0 (1:0). In einer zunächst ausgeglichenen Partie fiel die Führung kurz vor der Pause, als Martin Schmitz zur Stelle war (45.). „Wir machen natürlich das Tor zum idealsten Zeitpunkt“, erklärte Sötenichs Uwe Metternich. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber den Druck und spielten deutlich zielstrebiger nach vorne. Jens Knebel sorgte schließlich für die Vorentscheidung (70.).
Schöneseiffen fand offensiv nur selten Lösungen und konnte sich nicht entscheidend durchsetzen. Trainer Heiko Zimmer blieb dennoch sachlich: „Die Jungs haben sich trotzdem nicht hängen lassen, ich kann ihnen keinen Vorwurf machen.“
Mechernich verspielt 2:0-Führung
TuS Mechernich – SV SW Nierfeld 2:3 (2:1). Mechernich begann dominant und ging durch einen direkten Freistoß von Jonas Hohn in Führung (10.), ehe Sven Lepartz erhöhte (33.). Die Gastgeber hatten die Partie im Griff, kassierten aber kurz vor der Pause einen Foulelfmeter, den Luca Bläser verwandelte (45.+1.). „Wir haben 2:0 geführt und hatten noch relativ viele Chancen“, erklärte Trainer Mirco Mertens, der den Gegentreffer als Wendepunkt sah.
Doch nach dem Seitenwechsel kam Nierfeld deutlich besser ins Spiel und setzte Mechernich zunehmend unter Druck. Dirk Scheer beschrieb die Entwicklung klar: „Wir sind viel, viel besser ins Spiel reingekommen.“ In der Schlussphase wurde der Aufwand belohnt: Michael Jansen traf zunächst zum Ausgleich (82.) und entschied die Partie in der Nachspielzeit (90.+2.). Scheer hob den erfahrenen Joker als „Instinktspieler“ hervor: „Der weiß einfach, wo der Ball hinkommt.“ Für Mertens blieb ein bitteres Fazit: „Wieder sehr ernüchternd.“
SG Flamersheim/Kirchheim – TSV Schönau 1:1 (0:0). Offensiv gelang beiden Teams über weite Strecken kaum etwas, klare Torchancen blieben Mangelware. Nach der Pause nutzte Flamersheim eine der wenigen gelungenen Aktionen zur Führung durch Lukas Heiwolt (52.). „Von beiden Teams kam offensiv wenig bis gar nichts“, brachte Trainer Marco Markwald das Spielgeschehen auf den Punkt.
Kurz vor Schluss belohnte sich Schönau dann doch noch für eine disziplinierte Leistung: David Nolte erzielte den Ausgleich (85.). „Ein ganz, ganz wichtiger Punkt für die Moral der Truppe“, betonte Trainer Gerrit Ueckert nach zuvor schwierigen Wochen. (ssc)

