Die TuS Mechernich spielt gut, verliert aber im Pokalhalbfinale gegen Bessenich. Derweil tut sich wohl etwas auf dem Trainerposten des SVB.
Kunst mit Cut am AugeIndividuelle Klasse macht den Unterschied für den SV Bessenich

Aktivposten und wohl in der kommenden Saison wieder in Zülpich: Mechernichs Jonas Hohn (r.).
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Kreispokal: TuS Mechernich – SV Bessenich 0:3 (0:0). Der Traum vom Finale ist für die TuS Mechernich im Halbfinale des Kreispokals ausgeträumt. Saki Noutsos ließ ihn platzen wie eine Seifenblase. Vor knapp 200 Zuschauern in Mechernich gewann nicht die bessere Mannschaft, sondern das Team mit den besseren Einzelspielern. Allen voran der 41 Jahre alte Noutsos, der seine Kräfte über 90 Minuten mit all seiner Erfahrung perfekt einteilte, war an diesem Abend einfach zu gut – zumindest in den beiden entscheidenden Szenen.
Zunächst verwandelte der Offensivspieler in der 52. Minute einen Freistoß direkt. Als sich der Bessenicher den Ball schon Millimeter vor die Strafraumgrenze legte, konnte man erahnen, dass es keine Flanke werden würde. Und es wurde keine.
Torwart Max Mies von Schuss aufs kurze Ecke überrascht
Stattdessen schoss Noutsos vom Strafraumeck direkt aufs kurze Torwarteck von Max Mies. Der kam zwar noch leicht an den Ball, konnte diesen aber nicht mehr abwehren. Gerade glücklich sah der Mechernicher Schlussmann nicht aus, aber es war eben auch ein Geniestreich.
Siggi Kunst muss verletzt raus Sechs Minuten später war es wieder der Offensivspieler, der mit seiner individuellen Klasse praktisch frühzeitig für die Vorentscheidung sorgte. Ein Rückpass an den 16-Meter-Raum nahm der 41-Jährige direkt und entsprechend mit vollem Risiko. Der Ball hätte auch in Richtung der gesperrten Feytalstraße fliegen können. Stattdessen sauste er unhaltbar über den nassen Kunstrasen ins Mechernicher Tor. Nach dem 2:0 aus Sicht des Bezirksligisten war die Partie praktisch entschieden.

Musste mit einem Cut am Auge ausgewechselt werden: Siggi Kunst.
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Brauchte man Mitte Mai: Regenschirme und dicke Jacken.
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Auch, weil die Gäste auf der Torhüterposition an diesem Abend ebenfalls einen Unterschiedsspieler hatten. Eamonn Klein war – wann immer er gebraucht wurde – auf dem Posten und lieferte unter anderem eine Glanz- und eine Monsterparade ab. Zunächst wehrte der SV-Torwart in der 63. Minute – kurz vor dem 2:0 des SVB – einen Schuss von TuS-Stürmer Tom Lengersdorf stark ab.
In der 78. Minute hatten dann schon alle Mechernicher den Torschrei auf den Lippen, hatten den Ball bereits mental an die Mittellinie zum Anstoß gelegt und die Schlussoffensive eingeläutet. Doch Klein machte sich ganz groß, sprang mit den Füßen voran von der Mitte des Tores in Richtung Pfosten und wehrte den Ball so wenige Zentimeter vor der Linie noch zur Ecke.
Eine Parade, die man in einem Torhüterleben in dieser Form nur ganz wenige Male hinbekommt. Wenn man im Pokal-Halbfinale so den Anschlusstreffer verhindert, hat man einen gehörigen Anteil am Erreichen des Endspiels.
Bessenich will den Endspielfluch brechen
Den Schlusspunkt setzte Bessenichs Deniz Isitmen, der in der Nachspielzeit einen Konter zum 3:0 abschloss. Aufgrund der Effektivität ein verdienter Erfolg, allerdings verkaufte sich die Mannschaft von TuS-Coach Mirco Mertens teuer. Der SV steht damit in den vergangenen sechs Jahren nun das fünfte Mal im Endspiel.
Im vergangenen Jahr unterlag man der SG FlaKi, in der Saison 2022/23 Erftstadt-Lechenich, in der Saison 2021/22 dem TuS Zülpich und wiederum ein Jahr zuvor dem SC Germania Erftstadt-Lechenich. Der SV hat nun also die Chance, am Samstag, 16. Juni, auf dem Kunstrasenplatz in Ripsdorf im fünften Anlauf den ersten Kreispokalsieg zu erringen.
Bis dahin dürfte auch Bessenichs Kapitän Siggi Kunst wieder fit sein. Der Abwehrspezialist musste in Mechernich in der 28. Minute verletzt ausgewechselt werden. TuS-Spieler Franz Evertz hatte ihn im Kopfballduell mit dem Ellbogen getroffen. Kunst sank sofort zu Boden und hielt sich das Gesicht. Oberhalb des Auges hatte er eine tiefe, zentimeterlange Platzwunde davongetragen.
Derweil tut sich nach Informationen dieser Zeitung etwas auf der Trainerposition des SVB. Es deutet sehr viel darauf hin, dass Torsten Lewin die SG Billig/Veytal verlassen wird und mit Can Celik das Trainerduo in der kommenden Saison in Bessenich bilden wird. Benjamin Wiedenau schließt sich ebenfalls Bessenich an - als Spieler.
