Rund 2500 Zuschauer kamen zum Rennwochenende des MSC Wißkirchen. Die Politiker zeigten sich begeistert vom Engagement des Vereins.
MotocrossBesucher strömten zum Rosenbusch nach Satzvey

Sonne, Action, Lärm und Benzingeruch erlebten Teilnehmer und Besucher in Satzvey.
Copyright: Kevin Bindig
Der typische Motocross-Sound ertönte drei Tage lang über dem Rosenbusch in Satzvey. Der MSC Wißkirchen hatte zum großen Pfingst-Rennwochenende eingeladen – und die Resonanz fiel deutlich größer aus als noch im Vorjahr. Knapp 2500 Zuschauer strömten auf das Gelände, im vergangenen Jahr waren es rund 1000 gewesen. Und auch auf der Strecke war ordentlich Betrieb. 477 Fahrer gingen in insgesamt 17 Klassen an den Start, einige davon sogar doppelt. So standen am Ende 570 Starter am Gatter – im vergangenen Jahr waren es noch rund 400 gewesen.
Wer am Wochenende vor Ort war, merkte schnell, warum sich die Veranstaltung wachsender Beliebtheit erfreut. Das Gelände präsentierte sich ordentlich hergerichtet, weitläufig und übersichtlich. Von vielen Punkten aus hatten die Zuschauer freie Sicht auf die rund 1,5 Kilometer lange Hartbodenstrecke. Dazu kamen große Starterfelder, die über die gesamte Distanz enge Rennen garantierten. Statt früh auseinanderzufallen, blieben die Fahrer oft dicht beisammen – sehr zur Freude der Zuschauer.
Zahlreiche direkte Anwohner nutzten den freien Eintritt
Das freute auch den MSC-Vorsitzenden Jens Hoch: „Der positive Trend auf Teilnehmer-, aber auch auf Zuschauerseite zeigt, dass wir vieles richtig machen.“ Besonders gefreut habe ihn, dass viele Menschen aus Satzvey, Firmenich, Obergartzem und Wißkirchen die Einladung zum freien Eintritt angenommen hätten. Das zeige, wie sehr die Veranstaltung inzwischen auch in der Region angekommen sei.

Weite Sprünge gepaart mit Luftakrobatik gab es in Satzvey zur Genüge.
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Einen großen Einfluss auf das insgesamt gelungene Wochenende in puncto Besucherzahlen hatte sicherlich auch das sonnige Wetter. Doch die hochsommerlichen Temperaturen erfreuten nicht jeden: „Das Wetter war dieses Jahr eher Fluch als Segen und verlangte Fahrern, Helfern und Besuchern einiges ab“, erläutert Hoch. Die Folge: Schattenplätze waren auf dem Gelände heiß begehrt, vielerorts suchten die Menschen Schutz vor der Sonne.
Hitze wurde für die Organisatoren zu einer echten Herausforderung
Vor allem für die Organisatoren wurde die Hitze zu einer echten Herausforderung. Die Strecke musste permanent bewässert werden, um Staubentwicklung und Bedingungen unter Kontrolle zu halten. Gleichzeitig lief auch die Versorgung mit Getränken nahezu im Dauermodus. Hochs Fazit: „Mehr Getränkeumsatz ist zwar nett, aber acht Grad weniger wären für alle deutlich besser gewesen.“ Weiteren Verbesserungsbedarf sieht der Vorsitzende ebenfalls noch bei der Parkplatzsituation im Fahrerlager. „Immer wieder mussten wir Diskussionen führen, weil Rettungswege blockiert wurden.“ Für die kommenden Veranstaltungen wolle man diesen Bereich strenger organisieren.
Neben dem Sport stand am Montagmittag für Hoch auch der Austausch mit der Politik im Mittelpunkt. Zu einem Rundgang über das Gelände begrüßte er Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel, den stellvertretenden Landrat Ralf Claßen sowie die Ortsbürgermeister Tobias Heidemann (Firmenich), Claus Möseler (Obergartzem) sowie Frank Chelmowski (Satzvey). Dabei ging es nicht nur um den Motorsport selbst, sondern vor allem um den Aufwand, der hinter einer solchen Veranstaltung steckt.
Der MSC Wißkirchen muss hohe Auflagen erfüllen
Hoch machte deutlich, wie viele Auflagen der Verein inzwischen erfüllen müsse – insbesondere beim Thema Staubschutz. Der organisatorische und zeitliche Aufwand sei enorm und beginne längst nicht erst am Rennwochenende. Positiv aufgenommen wurde von den politischen Vertretern unter anderem der angelegte Lärmschutzwall. Für sichtliches Erstaunen sorgte außerdem die Tatsache, dass der MSC Wißkirchen ohne Zuschüsse und nahezu komplett in Eigenleistung die gesamte Anlage pflegt und das Event stemmt.
Fingel zeigte sich beeindruckt vom Engagement des Vereins: „Es ist bemerkenswert zu sehen, wie viel Herzblut die Menschen des Vereins hier investieren, um ein solches Event auf die Beine zu stellen.“ Die Besucherzahlen zeigten deutlich, dass Motocross auf Interesse stoße und Menschen aller Altersgruppen begeistere. Ob aus dem positiven Austausch künftig konkrete Unterstützung entsteht, bleibt offen und wird sich zeigen.
Der MSC Wißkirchen hofft jedenfalls darauf. Denn die Bedingungen am Rosenbusch sind weiterhin schwierig: Einen festen Stromanschluss gibt es ebenso wenig wie eine reguläre Wasserversorgung. Strom wird mit Generatoren erzeugt, bei der Bewässerung hilft ein Brunnen auf dem Gelände. Und all das für eine Strecke, die nicht nur an Rennwochenenden genutzt wird, sondern auch regelmäßig im Trainingsbetrieb.
Aus sportlicher Sicht durfte der MSC über drei Podiumsplätze jubeln. Am Samstag gewann Luca Leufgen aus Düren die Klasse 65ccm. Einen Tag später fuhr Noa Richartz aus Bochum in der 85ccm-Klasse auf Rang zwei. Und am Montag sorgte Fabian Kramer aus Antweiler mit Platz zwei in der DAMCV-Clubklasse für einen weiteren Erfolg. „Leider haben es dieses Jahr nicht mehr aufs Treppchen geschafft“, merkte Hoch an.
