In der Kreisliga A gab es viele spannende Duelle. Das junge Nierfelder Team trotzte personellen Problemen und stürzt einen Aufstiegsfavoriten.
Kreisliga ANierfelds Michael Jansen wie in alten Tagen – Sötenich dreht in Golbach auf

Kam, köpfte und siegte: Nierfelds Michael Jansen.
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SV SW Nierfeld – SSV Weilerswist 2:1 (1:0). Es sind genau diese Geschichten, die der Fußball Woche für Woche schreibt und die für die große Faszination des Sports verantwortlich sind: Es ist schon einige Jahre her – der damalige Trainer hieß noch Achim Züll und der SVN war noch zwei Spielklassen höher unterwegs –, da schoss ein gewisser Michael Jansen, damals gemeinsam in einem Team mit seinem Zwillingsbruder Bernd, Tore am Fließband für die Schwarz-Weißen.
Nach der Spielzeit 2018/19 ließ es der mittlerweile 35-Jährige bei der Spielvereinigung Ländchen/Sieberath dann etwas ruhiger angehen, ehe Jansen unter Trainer Dirk Scheer in der abgelaufenen Saison bereits ein gelungenes Kurzcomeback (vier Tore in vier Einsätzen) in Nierfeld feierte. Nun erinnerte sich auch der neue, von Personalsorgen geplagte Coach Marcel Schmitz an den früheren Goalgetter, der gleich zum Matchwinner wurde.
Ausgangslage ohne Wert
Dass die beiden Teams höchst unterschiedlich in die Spielzeit gestartet waren (Weilerswist reiste mit sechs Zählern in die Kloska-Arena, während die Heimelf ihre beiden ersten Duelle verloren hatte), blieb nicht mehr als eine Randnotiz.
Denn die Gastgeber zeigten sich von den bisherigen Ergebnissen völlig unbeeindruckt und übernahmen sofort das Kommando. Nachdem Marlon Vogt bereits nach wenigen Sekunden eine erste Chance zur Führung auf dem Fuß hatte, sorgte nicht zum letzten Mal in dieser Partie eine Standardsituation für Unordnung in der Weilerswister Hintermannschaft.
Ein gelungenes Täuschungsmanöver von Sven Pohl, der den flach in die Mitte gebrachten Eckball von Mory Kaba zur Überraschung seines Bewachers einfach passieren ließ, brachte Torschütze Jonas Küpper in eine sehr gute Schussposition, die dieser unhaltbar für Keeper Matfej Slinkov ausnutzte (6.).
Weilerswister Trainer auf der Suche nach Eiern
„Wir haben die erste Viertelstunde total verpennt, obwohl wir uns eine Menge vorgenommen hatten“, ärgerte sich SSV-Trainer Frederik Ziburske, der seine Unzufriedenheit in einer früh genommenen Auszeit lautstark und für alle Zuschauer recht gut vernehmbar an seine Schützlinge weitergab.
Die wesentlichen Eckpunkte der Ansprache betrafen das zu zurückhaltende, ja ängstliche Auftreten der in Blau gekleideten Akteure in den Zweikämpfen: „Wir geben die Verantwortung ab“ und „müssen unsere Eier wiederfinden“, so Ziburskes Fazit.
Spielanalyse des Duells Nierfeld gegen Weilerswist
Die Partie war äußerst intensiv, aber selten spielerisch hochklassig, was in erster Linie dem durch den Dauerregen extrem rutschigen Kunstrasen geschuldet war. Nach der dominanten Auftaktphase des SVN entwickelte sich eine insgesamt sehr ausgeglichene Begegnung, in der die Gäste nach der Pause häufiger im gegnerischen Strafraum auftauchten als zuvor.

Rundum zufrieden mit seinem Team war Nierfelds Trainer Marcel Schmitz.
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Halbzeitpause außer Haus beim SSV Weilerswist.
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Nach dem zweiten Nierfelder Treffer, erneut durch eine Ecke (67.), sah der SSV schon wie der sichere Verlierer aus, ehe der mit Abstand gefährlichste Offensivakteur, Felix Kortholt, reaktionsschnell auf 1:2 verkürzen konnte (71.). Trotz aller Bemühungen reichte es gegen eine kampfstarke Nierfelder Elf, die sich mit etwas Glück und Können erfolgreich den Angriffen widersetzte, in der Schlussphase nicht mehr zum Ausgleich.
Souveräner Spielleiter
Ein großes Lob gebührt neben dem aufopferungsvollen Einsatz der Platzherren auch dem Referee der Partie und seinen Assistenten Rayyaan Hossein und Mahdi Rezai. Schiedsrichter Christian Kühlborn strahlte während der 90 Minuten enorme Ruhe aus, kommunizierte geduldig mit den Spielern und lag auch bei fast allen Zweikampfbewertungen goldrichtig. Einzig die Tatsache, dass der in der Endphase mehrfach ziemlich ungestüm zu Werke gehende Timofej Slinkov ohne Verwarnung blieb, sorgte nicht nur bei Nierfelds Übungsleiter Marcel Schmitz für Erstaunen.
Natürlich muss Michael Jansen, der gleich mit seinem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung zum Sieg einköpfte und sich später wie in alten Zeiten in den Dienst der Mannschaft stellte, genannt werden. Daneben überzeugten auch Sven Pohl, der an beiden Treffern wesentlich beteiligt war, sowie sein Bruder Patrick, der als Innenverteidiger bewies, dass man nicht groß sein muss, um kopfballstark zu sein.
Trainer Marcel Schmitz stellte lieber das Kollektiv in den Vordergrund: „In Summe ist es ein verdienter Sieg, weil wir von Beginn an alles auf den Platz gebracht und weniger Fehler gemacht haben als in den ersten Spielen.“
SSV Golbach zeigte sich von Pleite gut erholt
SSV Golbach – SV Sötenich 2:5 (1:2). Lange war das Spiel auf Augenhöhe, am Ende setzte sich der SV Sötenich beim SSV Golbach mit 5:2 durch. Vor allem nach der Pause stellte der Gast die Weichen auf Sieg. Golbach zeigte im Vergleich zur Vorwoche in Schöneseiffen ein deutlich anderes Gesicht. „Gut reingekommen, Zweikämpfe angenommen, ein bisschen tiefer gestellt“, fasste Spielertrainer Max Hofmann zusammen.
Ben Winter brachte Sötenich nach zwölf Minuten in Führung, Luis Wargenau glich in der 26. Minute aus. Kurz vor der Pause traf Paul Hrziwnak zum 2:1.
Nach dem Seitenwechsel gelang Golbach der schnelle Ausgleich durch Kai Müller (47.). Danach kippte die Partie zugunsten der Gäste. Dennis Jäckel verwandelte in der 63. Minute einen Elfmeter und legte zwei Minuten später per Kopf nach einer Ecke zum 4:2 nach. Ben Huppertz machte in der 72. Minute den Deckel drauf.

Sötenichs Jens Knebel (M.) blieb beim Gastspiel des SV Sötenich in Golbach ohne Treffer.
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Hofmann ärgerte sich insbesondere über die Art und Weise, wie seine Mannschaft die Gegentore kassierte. Mehrere Treffer seien nach Standardsituationen gefallen. Auch beim Elfmeter habe ein individueller Fehler eine Rolle gespielt. „Die machen wir nicht“, sagte der Spielertrainer mit Blick auf die eigenen Chancen.
Sötenichs Trainer Markus Sabel sprach von einem „sehr schwer umkämpften Sieg“. Golbach habe seiner Mannschaft alles abverlangt. Entscheidend sei erneut gewesen, dass sein Team in der zweiten Halbzeit zulegen konnte. Jäckel, der zweimal traf, wurde dabei zum Matchwinner.
Duell der Aufsteiger geht an den BC Bliesheim
FC Dollendorf-Ripsdorf – Bliesheimer BC 3:4 (1:1). Im Duell der beiden Aufsteiger behielt der Bliesheimer BC mit 4:3 (1:1) beim FC Dollendorf-Ripsdorf die Oberhand. Dabei sah es lange nach einem deutlicheren Erfolg der Gäste aus, ehe Dollendorf in der Schlussphase noch einmal aufkam.
Alexander Huth brachte die Gastgeber in der 28. Minute in Führung, Severin Kreutner glich kurz vor der Pause aus. Nach dem Seitenwechsel nutzte Bliesheim Fehler der Gastgeber konsequent aus: Sven Allinger (54.), Manuel Schwan (61.) und Niklas Heizmann (71.) erhöhten auf 4:1.
Doch Dollendorf gab sich nicht geschlagen. Louis Ehlen verkürzte in der 89. Minute, Mathias Diederichs sorgte in der Nachspielzeit für das 3:4. Der Ausgleich gelang jedoch nicht mehr.
Nun gilt es, nach vorne zu schauen und die notwendigen Punkte gegen andere Gegner zu holen.
Dollendorfs Spielertrainer Huth sah nach der ersten Halbzeit seine Mannschaft als das „bessere, dominantere Team“. Das 1:1 zur Pause habe deshalb nicht dem Spielverlauf entsprochen. Nach dem Seitenwechsel habe sein Team aber „haarsträubende Fehler“ gemacht und dem Gegner die Tore nahezu geschenkt.
Gerade das sei auf diesem Niveau zu wenig, um in der Kreisliga A zu bestehen, meinte Huth. Immerhin habe die Mannschaft am Ende noch einmal Moral gezeigt. Ein Unentschieden wäre aus seiner Sicht das gerechte Ergebnis gewesen. „Nun gilt es, nach vorne zu schauen und die notwendigen Punkte gegen andere Gegner zu holen.“
Schönau sichert sich in Lechenich spät einen Punkt
SC Germania Erftstadt-Lechenich – TSV Schönau 3:3 (2:0). Was sich in Erftstadt-Lechenich in den letzten Minuten abspielte, war sicherlich die dramatischste Schlussphase des Spieltags. Der TSV Schönau lag beim SC Germania Erftstadt-Lechenich bis zur 89. Minute mit 1:3 zurück – und nahm beim 3:3 (0:2) doch noch einen Punkt mit.
Niklas Sommer brachte Erftstadt-Lechenich in der 33. Minute in Führung, Ricco Frohn erhöhte kurz vor der Pause auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel verkürzte Tim Breuer (66.). Als Ricco Frohn in der 89. Minute das 3:1 erzielte, schien die Partie entschieden. Doch Breuer machte es mit seinem zweiten Treffer in der 90. Minute noch einmal spannend. In der vierten Minute der Nachspielzeit traf David Nolte zum 3:3.
Erftstadts Trainer Christopher Berg sah vor allem eine schwache zweite Halbzeit seiner Mannschaft. Schönau habe mit langen Bällen zunehmend Druck erzeugt. Die letzten Minuten hätte sein Team besser verteidigen müssen. Zudem unterliefen den Gastgebern entscheidende individuelle Fehler. Nach dem vermeintlichen 3:1 habe man die Partie eigentlich unter Kontrolle gehabt – umso bitterer sei der späte Punktverlust.
Schönau-Coach Angelo Mazza sah dagegen eine starke zweite Hälfte seiner Mannschaft. Sein Team habe mit guter Ordnung gegen den Ball agiert und sich den Punkt durch die Moral verdient. Die drei Gegentore seien aus seiner Sicht zu einem großen Teil durch individuelle Fehler entstanden. Ansonsten habe Erftstadt nur wenige Lösungen nach vorne gefunden. Mazza zeigte sich deshalb besonders mit der Mentalität seiner Mannschaft zufrieden.
SG FlaKi nutzt die Chancen nicht, wird aber nicht bestraft
SG Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich – SG Flamersheim/Kirchheim 0:2 (0:0). Die SG Flamersheim/Kirchheim hat sich beim 2:0 (0:0) bei der SG Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich durchgesetzt. Die Gastgeber mussten dabei stark ersatzgeschwächt antreten: Sechs Spieler fehlten, dazu kam kurzfristig ein weiterer Ausfall.
Bürvenich konzentrierte sich deshalb auf die Defensive. Flamersheim hatte mehr vom Spiel und mehrere Chancen, blieb zunächst aber ohne Treffer. Die Gastgeber überstanden die erste Halbzeit auch dank guter Paraden ihres Torhüters und hatten selbst einige Konterchancen. Mit einem besser ausgespielten letzten Pass wäre sogar eine Führung möglich gewesen.
Nach der Pause brach Yannik Ramm in der 57. Minute den Bann. In der 76. Minute legte er seinen zweiten Treffer nach. „Normalerweise verlierst du so ein Spiel dann, weil du die Tore vorne nicht machst“, sagte Flamersheims Trainer Marko Markwald. Seine Mannschaft sei aber über die gesamte Partie konzentriert geblieben und habe schließlich die entscheidenden Treffer erzielt.
Bürvenichs Trainer Sascha Hillger sprach indes von einem verdienten Sieg des Gegners. Trotz der Niederlage zeigte er sich mit dem Einsatz seiner Mannschaft zufrieden: „Trotz der personellen Situation hat die Mannschaft viel auf den Platz gebracht. Die Punkte in der Saison müssen wir gegen andere Mannschaften holen.“
Viel Fußballromantik im Frauenberger Loch
SV Frauenberg – SV Schöneseiffen 1:2 (0:1). Tore: 0:1 Niklas Kirch (5.), 0:2 Dominik Dreßen, 1:2 Ben Hutmacher (64.). Bei Dauerregen und tiefem Platz setzte sich der SV Schöneseiffen mit 2:1 (1:0) beim SV Frauenberg durch. Den besseren Start erwischten die Gäste: Bereits nach fünf Minuten brachte Niklas Kirch Schöneseiffen in Führung.
Frauenberg fand nur schwer in die Partie. Trainer Marcel Timm bemängelte viele falsche Entscheidungen und verlorene Zweikämpfe. Nach der Pause erhöhte Dominik Dreßen auf 2:0. Schöneseiffen hatte damit zunächst die bessere Ausgangslage für die Schlussphase.
Die Gastgeber gaben sich aber nicht geschlagen. Ben Hutmacher verkürzte in der 64. Minute per Freistoß. Als Schöneseiffen ab der 74. Minute nach einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl spielte, wurde es noch einmal spannend.
Frauenberg warf in der Schlussphase alles nach vorne. Eine Chance von Julian Crombach vereitelte der Schöneseiffener Torhüter stark. So brachte der Gast den knappen Vorsprung über die Zeit. „90 Minuten Dauerregen. Kreisliga-Romantik, tiefer Platz“, beschrieb Schöneseiffens Trainer Heiko Zimmer die Bedingungen. Seine Mannschaft habe letztlich „ein Tackling mehr investiert“ und sich den Sieg erarbeitet. Besonders zufrieden war Zimmer damit, dass sein Team auch nach dem Platzverweis nicht die Ordnung verlor.

