Nach fünf Jahren Pause sind die Basketballerinnen des TuS Zülpich zurück – mit Teamgeist, Leidenschaft und dem Aufstieg in die Landesliga.
Sportlerwahl 2025Die Basketballerinnen des TuS Zülpich steigen nach Comeback direkt auf

In der ersten Saison nach der Rückkehr aufgestiegen: die Zülpicher Basketballerinnen.
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Wenn man sie heute in der Zülpicher Dieter-Pritzsche-Halle sieht, glaubt man kaum, dass diese Mannschaft einmal verschwunden war. Lautstarke Kommandos, Applaus von der Bank, ein Team, das füreinander spielt – die Basketballerinnen des TuS Zülpich sind zurück. Und wie.
Nach fast fünf Jahren Pause hat das Team um Trainer Marc Grospitz nicht nur den Neustart geschafft, sondern sich in beeindruckender Manier bis zum Aufstieg in die Landesliga gekämpft. Nun sind die Zülpicherinnen für die Wahl zur „Mannschaft des Jahres“ nominiert – eine Anerkennung für eine Geschichte, die von Zusammenhalt, Leidenschaft und einem kleinen Wunder des Breitensports erzählt.
Im Frühjahr 2020 schien alles vorbei zu sein für den Zülpicher Basketball
Im Frühjahr 2020 schien alles vorbei. Die Corona-Pandemie beendete die Saison 2019/20 abrupt, die Mannschaft zerfiel, einige Spielerinnen hängten die Schuhe an den Nagel. Andere gründeten Familien, zogen um oder verloren die Routine des Trainingsbetriebs. „Wir waren nie wirklich weg – wir waren nur woanders“, erinnert sich Grospitz heute mit einem Schmunzeln.
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Was blieb, war der Kontakt. Ab und zu traf man sich zum „Zocken“, wie es im Team heißt – ohne Druck, ohne Punktspiel. Doch irgendwann wuchs die Idee, es noch einmal ernsthaft zu versuchen. „Eines Abends in der Halle war plötzlich wieder dieser alte Teamgeist da“, erzählt Grospitz. „Da wussten wir: Wir müssen das noch einmal machen.“
Das Comeback folgte nach viereinhalb Jahren
Im Herbst 2024 war es soweit: Nach viereinhalb Jahren Pause feierten die Zülpicherinnen ihr Comeback in der Bezirksliga. Das erste Pflichtspiel gegen TS Frechen endete mit einem 55:45-Erfolg – und mit Freudentränen auf dem Feld. „Die Aufregung war riesig“, sagt Ann-Katrin Beuel, die wegen eines Kreuzbandrisses sogar fünfeinhalb Jahre pausiert hatte: „Aber sobald der Ball flog, war alles wie früher.“
Im Kader stehen viele bekannte Gesichter aus der früheren Landesliga-Zeit: Caro Krewel, Inga Reufsteck, Severine Jörres, Eva und Anja van Bonn, Doris Schnitzer, Maja Quittek, Steffi Maurus – und deren Töchter Lina und Anna, die heute mit ihrer Mutter auf dem Feld stehen. „Das ist schon besonders“, sagt Grospitz: „Drei Maurus-Frauen auf dem Parkett – das hat etwas von Familienchronik.“
Vom Spaßprojekt zur Erfolgsgeschichte
Mittlerweile umfasst der Kader 22 Spielerinnen – so viele wie nie zuvor. Neben erfahrenen Routiniers stehen junge Talente aus der eigenen Jugend und drei Neuzugänge im Team. Die Heimspiele finden bewusst freitagabends statt, damit möglichst viele dabei sein können. „Das ist wie ein kleines Wochenendritual“, erzählt Grospitz: „Training, Freunde, Basketball – einfach Gemeinschaft.“
Was als Spaßprojekt begann, wurde schnell zur Erfolgsgeschichte. Bereits in der ersten Saison nach dem Wiederaufbau holte das Team zwölf Siege bei nur zwei Niederlagen – und stieg damit in die Landesliga auf. Dort, in der Saison 2025/26, spielt Zülpich nun erneut um den Klassenerhalt – und steht mit sechs Siegen bei sechs Niederlagen solide im Mittelfeld. Allerdings spielt in der Landesliga der Nachwuchs der Basketballerinnen. Die „Oldstars“ des TuS sorgen weiter in der Bezirksliga für Furore und haben sieben Siege und drei Niederlagen.
Ergebnisse spielen beim TuS Zülpich nicht die Hauptrolle
Doch Ergebnisse sind für Grospitz und seine Spielerinnen nur ein Teil des Erfolgs. „Das Entscheidende ist, dass wir uns wiedergefunden haben“, sagt der Coach. „Viele Teams brechen auseinander, wenn das Leben dazwischenkommt – Familie, Beruf, Verletzungen. Wir haben uns stattdessen neu erfunden.“
Die Rückkehr des TuS Zülpich steht beispielhaft für das, was Breitensport leisten kann: Gemeinschaft, Motivation, Vorbildwirkung. Die Mannschaft bringt Generationen zusammen – Mütter, Töchter, Studentinnen, Berufstätige. Viele kommen direkt aus der Region, einige nehmen weite Wege auf sich, um Teil des Projekts zu sein.
„Hier spielt niemand für Geld oder Titel, sondern für den Zusammenhalt“, sagt Grospitz. „Wir lachen viel, wir ärgern uns auch – aber am Ende geht es darum, etwas Gemeinsames zu schaffen.“ Vielleicht ist es gerade diese Mischung aus Bodenständigkeit und Begeisterung, die den TuS Zülpich so besonders macht. Oder, wie Marc Grospitz es formuliert: „Manchmal braucht man eine Pause, um zu merken, wie sehr man etwas liebt. Wir haben sie genutzt – und sind jetzt stärker zurück als je zuvor.“

