Abo

Saison-AusblickAm Weißen Stein gibt es zu wenig Parkmöglichkeiten für alle Wintersportler

4 min
Zahlreiche Autos parken im Winter an der B265 am Weißen Stein in Hellenthal-Udenbreth.

Das Bild wird sich so nicht mehr bieten: Die Schneetouristen werden am Weißen Stein nicht mehr entlang der Bundes- und Landstraße parken dürfen.

In der Gemeinde Hellenthal ist ein neues Konzept für den Weißen Stein erforderlich. 400 weitere Stellplätze wären nötig, doch nur 200 können geschaffen werden.

Der Winter wirft seine Schatten voraus. Bereits im Spätsommer machen sich Rat und Verwaltung der Gemeinde Hellenthal Gedanken darüber, was passiert, wenn es wieder schneit. Denn eines ist klar: So wie in den Vorjahren geht es rund um den Weißen Stein nicht mehr.

Die Abläufe sind vorhersehbar. Sobald sich eine einigermaßen geschlossene Schneedecke bildet und die Internetseiten ebenso einigermaßen rodelfähige Schneehöhen melden, steht bei der Gemeinde Hellenthal das Telefon nicht mehr still. Denn bei den Wintersportbegeisterten aus dem gesamten Rheinland steht der Weiße Stein, der höchste Punkt des nordrhein-westfälischen Rheinlands, als Anlaufpunkt an oberster Stelle im Notizbuch, auch wenn Rodel- und Skilift nicht mehr in Betrieb sind. Tausende Menschen machen sich mit ihren Autos aus Köln, Mönchengladbach, Krefeld, aber auch dem näheren Umfeld auf den Weg zu dem allseits beliebten Rodelhang.

Am Weißen Stein darf nicht mehr an der Bundesstraße geparkt werden

Doch auch wenn der Parkplatz am Restaurant recht groß ist, hat er nur eine begrenzte Kapazität. Für den Ansturm der Massen ist er bei Weitem nicht ausgelegt. Also hat es sich in den vergangenen Jahren eingebürgert, dass auf einer Seite der Bundesstraße geparkt werden darf. Damit das nicht in Wildwest-Manier geschieht, leiten die Mitarbeiter des Hellenthaler Ordnungsamtes die Autofahrer an, wo und wie geparkt werden darf.

Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts der Gemeinde Hellenthal weist Autofahrer ein.

Das Team des Ordnungsamts wird auch künftig am Weißen Stein eingesetzt. Zur Deckung der Kosten kostet das Parken zehn Euro.

Doch damit ist es jetzt vorbei – die Regelungen der Straßenverkehrsordnung sprechen dem entgegen. In den Vorjahren war die teilweise Umnutzung der Bundes- und Landstraße als Parkplatz von den Kreisbehörden toleriert worden, doch angesichts der Fußgänger, die auf der Straße unterwegs waren, um zum Rodelhang und wieder zurück zu gehen, wurde das in diesem Sommer zurückgezogen.

„Im Rahmen einer gemeinsamen Verkehrsschau von Landesbetrieb Straßen NRW, Polizei, Gemeinde und Straßenverkehrsamt bestand Einvernehmen darüber, dass insbesondere aufgrund des hohen Besucheraufkommens und der dadurch entstehenden Gefahrensituationen zwischen dem fließenden Verkehr und den Fußgängern, das Parken auf hoch frequentierten klassifizierten Straßen wie der B265 oder auch der L110 nicht weiter hinnehmbar ist“, teilte der Kreis Euskirchen auf Anfrage mit.

Am Sportplatz können nur rund 200 Parkplätze eingerichtet werden

Was die Gemeinde nun in Schwierigkeiten bringt. Denn auf dem Parkplatz, der Zufahrtsstraße und der Udenbrether Dorfstraße können rund 400 Autos parken. Doch erfahrungsgemäß werden insgesamt rund 800 Parkplätze gebraucht. Die fehlenden 400 Plätze wurden auf der L110 und der B265 geschaffen.

Ein Alternativkonzept präsentierte die Verwaltung nun dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Tourismus und Freizeit. In Zukunft sollen rund 200 Parkplätze auf dem Gelände zwischen Sportplatz und Rodelhang geschaffen werden, auf dem im Sommer das Zugvögel-Festival stattfindet. „Ich will dort eine Einbahnstraßenregelung schaffen“, kündigte Ordnungsamtsleiter Michael Huppertz an.

Auf dem Weg zum Rodelhang und der Laufbahn des Sportplatzes soll ein Rundweg von rund 340 Metern Länge für 200 Stellplätze geschaffen werden. Die Wege für Autos und Fußgänger sollten mit Flatterband voneinander getrennt werden. Die Kosten für die Vorbereitung der Flächen und das zur Verkehrslenkung eingesetzte Personal kalkuliert die Verwaltung mit rund 25.000 Euro. Um das zu finanzieren, soll die Parkgebühr auf acht Euro angehoben werden, so der Vorschlag der Verwaltung.

Notfalls werden die Zufahrtstraßen nach Udenbreth gesperrt

Dann fehlen immer noch rund 200 Parkplätze. „Das ist mir bewusst“, so Huppertz. Einerseits sei es schwierig gewesen, landwirtschaftliche Flächen zu bekommen, andererseits sei es heutzutage nicht mehr möglich, ein modernes Fahrzeug, das im Matsch steckengeblieben sei, mit einem Traktor aus dem Matsch zu ziehen. „Elektroautos und auch moderne Automatikgetriebe vertragen das nicht“, so Huppertz. So bleibe keine andere Möglichkeit, als die Zufahrtstraßen zu sperren und die anreisenden Schneefreunde wieder nach Hause zu schicken. „Ansonsten fahren alle nach Udenbreth rein und suchen dort  nach Parkplätzen.“

Der Gedanke, Shuttlebusse ab Hellenthal einzusetzen, sei auch aufgegeben worden. „Gerade, wenn viele Besucher bis zum Abend bleiben und dann 400 Leute mit den Bussen weggebracht werden wollen, ist das mit vielleicht zwei Bussen nicht zu bewerkstelligen“, so Huppertz. Es sei schade, Besucher nach Hause zu schicken, denn er finde es schön, dass die Menschen im Winter so gern nach Udenbreth kommen. „Wir müssen bekannt machen, dass am Weißen Stein nicht genug Parkplätze zur Verfügung stehen.“

Ernüchtert nahmen die Politiker das zur Kenntnis. Auf Anregung von Barbara Wand (CDU) wurden die Parkgebühren auf 10 Euro festgesetzt, um die Kosten zu refinanzieren. Einstimmig wurde der Verwaltungsvorlage zugestimmt.