Das THW und Schalke 04 sind in 50 Ehejahren stets die großen Themen für Gabrielle Hebertz und Richard Schwarzer gewesen.
GoldhochzeitHellenthaler führen seit 50 Jahren ein gemeinsames Leben in Blau und Weiß

Auf ihr 50-jähriges Eheleben können Richard Schwarzer und Gabrielle Hebertz aus Hellenthal zurückblicken.
Copyright: Stephan Everling
Mit Richard Schwarzer und Gabrielle Hebertz feiern in diesen Tagen zwei bekannte Persönlichkeiten aus dem Schleidener Tal ihre Goldene Hochzeit. Denn gerade Schwarzer hat durch seine jahrelange Führungsposition im THW-Ortsverband Schleiden viele Menschen kennengelernt und für seine Arbeit begeistern können. An seiner Seite durfte Hebertz nicht fehlen, die ihn bei allen Anlässen unterstützte.
Geheiratet haben die beiden am 27. August 1976, doch kennengelernt haben sie sich zwei Jahre vorher in Gemünd. Sie stammt aus St. Vith in Ostbelgien, er lebte zu der Zeit in Gemünd. Anknüpfungspunkt war ihre Schwester, die einen Freund von Richard Schwarzer geheiratet hatte. „Wir waren damals oft in Belgien und haben Gabrielles Schwester in Amel kennengelernt“, erinnert er sich. Das erste Treffen sollte sich aber im Reka-Keller in Gemünd abspielen, der legendären Diskothek von Hubert Groß. „Der dicke Hubert wurde er genannt. Wenn es Ärger gab, schob er den Krawallmacher mit seinem dicken Bauch aus dem Laden“, erinnert sich Schwarzer schmunzelnd.
Das THW hat Gabrielle Hebertz mitgeheiratet
An jenem Abend habe er einen Anruf von seinem Freund erhalten: Man solle sich doch im Reka treffen. „Ich habe gesagt, na gut, aber erst nach dem Tatort“, berichtet Schwarzer schmunzelnd. Dort habe er Gabrielle Hebertz kennengelernt, die ein paar Tage bei ihrer Schwester und deren Mann zu Besuch war.
Zwei Jahre trafen sich die beiden regelmäßig, bevor die Hochzeitsglocken läuteten. Während er als Maurer arbeitete, war sie bis zur Hochzeit als Krankenschwester im Krankenhaus in Eupen tätig. Nach der Hochzeit haben sie ein halbes Jahr in St. Vith gewohnt, bevor das junge Ehepaar nach Hellenthal zog.

Mister THW in Schleiden war Richard Schwarzer über viele Jahre hinweg. Auch heute ist er als Fachberater noch aktiv.
Copyright: Franz Küpper
„Wir haben erst im Nachbarhaus zur Miete gelebt, bevor wir auf diesem Grundstück gebaut haben“, berichtet Schwarzer. Das habe einem Kölner gehört, der immer wieder angekündigt hatte, in Hellenthal bauen zu wollen: „Aber seine Frau wollte nicht aus Köln weg, und da hat er an uns verkauft.“ Fast auf den Tag zwei Jahre nach der Hochzeit kam Sohn Daniel zur Welt.
Die Farben Blau und Weiß bestimmen das Leben des Ehepaares in vielfacher Hinsicht. „Ich habe das THW mitgeheiratet“, sagt Hebertz. „Ich kam aus einem handwerklichen Beruf, und da machte es mir viel Spaß, mit den Geräten zu arbeiten und auch zu helfen“, sagt er. 58 Jahre ist er mittlerweile beim THW, 32 Jahre war er Ortsbeauftragter in Schleiden, bevor Sohn Daniel seine Nachfolge antrat. Zehn Jahre, von 1995 bis 2005, war Schwarzer Kreisbeauftragter und ebenfalls zehn Jahre, von 2001 bis 2011, im Landesausschuss NRW. 2021 erhielt er für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.
Richard Schwarzer war mehrfach im Ausland im Einsatz
Egal, ob beim Hochwasser an Elbe und Oder, nach der Flutkatastrophe in der Heimat oder nach Großbränden – Schwarzer und das THW waren im Einsatz. Bei ihm kamen auch zahlreiche Auslandseinsätze hinzu, etwa in Somalia, Ruanda oder Kenia.
In Ruanda habe er sogar einmal das Weihnachtsfest verbracht. Derartiges war nicht immer einfach für seine Frau: „Das war eine harte Zeit.“ Manchmal sei ihr Mann vier oder sechs Wochen in Afrika gewesen – Telefon oder Handy gab es nicht: „Einmal pro Woche, wenn es gut ging, hat er für drei Minuten über Satellit anrufen dürfen.“
Nicht nur durch die damals noch nicht so selbstverständlich vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten hat Gabrielle Hebertz manch bange Stunden durchleben müssen. Etwa, als das Flugzeug, mit dem er von einem Einsatz zurückkommen sollte, plötzlich verschwunden war. Eine Nacht habe Unsicherheit geherrscht, bevor klar wurde, dass die Maschine in Uganda repariert werden musste und sich deshalb einfach verspätet hatte. Oder, als er zum Einsatz in Somalia war und sie am Abend in den Nachrichten hörte, dass dort auf zwei THW-Männer geschossen worden sei. „Das hat lange gedauert, bis ich hörte, dass alles in Ordnung sei“, berichtet sie. „Das war nicht in unserem Camp, das war in Mogadischu, wo eine andere Einheit war“, konnte Richard Schwarzer seine Familie dann aufklären.
In der Familie sind alle Schalke-Fans - teils von Geburt an
Der Spruch mit dem Apfel und dem Stamm trifft auf die Schwarzers zu – Sohn Daniel hat das THW-Gen geerbt. Was für die Mutter nicht immer ganz einfach ist. Etwa, als dessen erster Auslandseinsatz anstand: „Da habe ich loslassen müssen.“
Blau-Weiße Einigkeit herrscht in der Familie auch beim Fußball und der Liebe zum FC Schalke 04. „Wir sind Mitglied im Fan-Club Eifelkumpels und waren regelmäßig im Stadion“, so Schwarzer. Unvergessen ist auch für sie Deutsche Meisterschaft 2001 – die nur vier Minuten währte, bevor der FC Bayern doch noch ein Tor schoss und den Schalkern den sichergeglaubten Titel vor der Nase wegschnappte. Sohn Daniel hat beim Fan-Club mittlerweile den Vorsitz übernommen. Und auch Enkel Alexander ist beim THW Mitglied. Und auch bei Schalke. „Da war der noch nicht bei der Gemeinde angemeldet, da war er schon bei Schalke“, verrät Schwarzer augenzwinkernd.
Doch im Zweifel habe das THW immer Vorrang gehabt, sagt Schwarzer. Heute ist er als Fachberater für das THW tätig. Weder er noch Hebertz dürfen fehlen, wenn dort gefeiert wird, ebenso nicht in ihrem Kegelverein. Zwei Tage in der Woche ist er als Taxifahrer im Schleidener Tal unterwegs: „Um rauszukommen und Leute zu treffen.“
