Die e-regio, die Rurenergie und die Stawag Energie wollen in der Gemeinde Hellenthal einen Solarpark von knapp 14 Hektar Größe entwickeln.
Größer als geplantInvestoren stellen neue Pläne für Solarpark bei Ingersberg-Eichen vor

Schneebedeckt sind aktuell die Flächen bei Ingersberg-Eichen, auf denen nach derzeitigen Planungen Solarmodule aufgestellt werden sollen.
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Der Solarpark bei Ingersberg-Eichen soll größer werden als bisher geplant. Das gaben die Betreiber des Parks in einer Sitzung Hellenthaler Bau- und Planungsausschusses bekannt. Vereint baut es sich besser. Das haben die drei Firmen erkannt, die sich dort über Pachtverträge Flächen gesichert haben und nun in einer Kooperation den Park errichten wollen.
Bereits 2024 war das Projekt vorgestellt worden. Doch mittlerweile haben sich für die Investoren die Voraussetzungen geändert, so dass das Vorhaben nun erneut im Ausschuss behandelt werden musste. Denn die Flächen sind gegenüber der ersten Planung verändert worden. Doch das solle keinen Einfluss auf die Anwohner haben, versprachen die Projektierer.
Nicht wirtschaftlich, wenn man es nicht gemeinsam macht
Bei den Geschäftspartnern handelt es sich um die e-regio GmbH & Co. KG, die Rurenergie GmbH und die Stawag Energie GmbH. „Für jedes einzelne der drei Unternehmen lässt sich das Projekt nicht wirtschaftlich darstellen“, erläuterte Christina Morgenstern von der Rurenergie den tieferen Sinn der neuen Strategie.
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Eine Fläche von rund 15 Hektar hatten 2024 bereits e-regio und Rurenergie beantragt. Durch die Einbeziehung der Stawag werde die Fläche auf mehr als 20 Hektar vergrößert. Es kämen Flächen im Nordosten und Nordwesten hinzu. Allerdings sei lediglich ein Bereich von 13,63 Hektar für PV-Anlagen vorgesehen, sodass der geplante Park weiterhin die Kriterien des vom Gemeinderat beschlossenen Katalogs für die Freiflächen-Photovoltaik erfülle.
Waldstück soll umgewidmet und mit PV-Modulen bebaut werden
Ermöglicht wird das Vorhaben durch einen Tausch von Wald und Freifläche. Denn ein Waldstück, das vom Borkenkäfer befallen und gerodet worden war, solle nun umgewidmet und mit PV-Modulen bebaut werden, so die Projektierer. Im Gegenzug solle aber ein Zipfel der Freifläche, der in den Wald hineinragt, in Wald umgewandelt und mit Mischwald bepflanzt werden.
Somit seien mehr als sechs Hektar für Aufforstung, landwirtschaftliche Nutzung und Ausgleichsflächen wie Heckenanpflanzungen vorgesehen. „Damit gibt es hinterher mehr Wald als vorher. Die Untere Naturschutzbehörde sowie Wald und Holz haben sich positiv geäußert“, so Morgenstern. Morgenstern sprach auch an, dass ein Energiespeicher aufgestellt werden soll. Der Standort sei aber noch nicht geplant, da der untere Bereich des Hanges sehr steil sei.
Eine Artenschutzprüfung sei bereits erfolgt, wobei ein Brutvorkommen des Neuntöters gefunden worden sei. „Dieses Gehölz bleibt bestehen, auch sollen mögliche Bruten von Feldlerchen erhalten bleiben“, versprach sie. Der Bereich unterhalb der Solarmodule solle eingesät und zweimal im Jahr gemäht, eventuell aber auch von Schafen abgeweidet werden.
Probleme beim Hochwasserschutz für Blumenthal wurden moniert
Probleme sahen die Ausschussmitglieder bei der Abgrenzung der geplanten Fläche. „Der Zuschnitt ist nicht an ein Flurstück gebunden, es wäre nicht gern gesehen, wenn eine Hecke quer über die Fläche geht und die Bewirtschaftung erschwert“, sagte Armin Holzem von der CDU. Auch die Pflege nach dem Rückbau der Anlage sprach er an. Da gebe es mehrere naturschutzrechtliche Probleme, äußerten die Betreiber, denn die Hecke könne als geschützter Landschaftsbestandteil gewertet werden. „Wir versuchen, das mitzudenken“, so Florian Liel von e-regio.
Auch der Hochwasserschutz für Blumenthal wurde angesprochen angesichts der massiven Schäden, die bei der Flutkatastrophe 2021 durch das aus dem Schmalebachtal kommende Wasser in der Dommersbach entstanden waren. So hielt Bianca Berners (UWV) die in der Planung angenommenen 90 Liter pro Quadratmeter nicht für realistisch, da 2021 die Mengen viel höher gewesen seien.
Bürgermeister Martin Berners sagte zu, die Thematik im Rahmen der Offenlage mit der Unteren Wasserbehörde abzuklären. In dem Tal sei zwar ein Damm für die abfließenden Regenmengen geplant worden, doch der sei nicht über den Wiederaufbau zu finanzieren, weil dabei keine Querbauwerke gefördert würden, erläuterte Markus Rodenbüsch, Leiter des Bauamtes der Gemeinde. Einstimmig beschloss der Ausschuss die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für das avisierte Gebiet.
Der Kriterienkatalog für Freiflächen-Photovoltaikanlagen solle noch mal überarbeitet werden, beantragte die Fraktion der FDP Hellenthal im Bauausschuss. Damit solle vor allem die Beteiligung der Bürger ermöglicht werden, führte Dirk Stoff (FDP) aus.
Für diesen Antrag fanden die Liberalen allerdings keine Unterstützung bei den Ratsvertretern. „Was soll da geändert werden, wir prüfen jeden einzelnen Antrag“, sagte Sebastian Krause (CDU). Roland Kaul (SPD) schloss sich dem an. Der Katalog solle so fortbestehen, aber könne bei Bedarf angepasst werden. In der Sache sei sich der Ausschuss immer einig. So lehnte der Ausschuss den Antrag einstimmig, bei einer Enthaltung, ab.

