Sechs weitere Bücherschränke hat die Lit-Eifel aufgestellt. In Dutzenden Orten im Kreis Euskirchen sind sie nun verfügbar.
LesestoffIn den Bücherschränken im Kreis Euskirchen ist Nehmen und Geben angesagt

Bereits die dritte Bücherzelle hat die Lit.Eifel in der Gemeinde Hellenthal aufgestellt: Julia Schößler (v.l.), Martin Berners, Nadine Merten, Luzia Schlösser, Marga Ritter und Wieslawa Stachel.
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Wie bunt und auffällig Kultur sein kann, kann jeder bestätigen, der einmal eine der Telefonzellen gesehen hat, die von der Lit.Eifel und Künstlern der Internationalen Kunstakademie Heimbach zu begehbaren Bücherschränken umgebaut worden sind. Nun sind wieder mehrere dieser Bücherzellen von dem Verein, der das Literaturfestival Lit.Eifel trägt, in der Region aufgestellt worden. Gleich zwei davon stehen nun in der Gemeinde Hellenthal.
„Wir haben jetzt noch sechs Stück in der Region aufgestellt“, sagte Marga Ritter, Vorsitzende der Lit.Eifel, bei der Vorstellung des neuen Angebots für Lesesüchtige am Spielplatz in Zehnstelle. Die Zellen seien als Bücherschränke ideal, denn sie seien dicht und das Papier dadurch vor Witterungseinflüssen geschützt. 3000 Euro würden die Zellen inklusive des Umbaus pro Stück kosten, teilte Ritter mit.
Zwei neue Bücherzellen für die Gemeinde Hellenthal
Für Hellenthals Bürgermeister Martin Berners war es ein freudiger Anlass. Denn gleich zwei der neuen Bücherzellen wurden auf dem Gebiet seiner Gemeinde aufgestellt. „Mit der Zelle, die bereits in Hollerath steht, haben wir jetzt drei“, sagte er. Dadurch würden in seiner Gemeinde, die sich keine eigene Bücherei leisten könne, Orte geschaffen, an denen Bücher getauscht werden könnten. Neben dem Spielplatz in Zehnstelle sei eine zweite in Hellenthal unterhalb des Rathauses zu finden.
Durch die Gestaltung, die die Künstlerin Wieslawa Stachel übernommen habe, sei sie auch sehr auffällig. „Leider haben wir noch keinen Paten gefunden, der sich um die neue Bücherzelle kümmert, doch wir haben aus dem Rathaus heraus immer ein Auge darauf und pflegen die Zelle auch“, so Berners. In Zehnstelle konnte Nadine Merten, die genau gegenüber vom Spielplatz wohnt, als Patin gewonnen werden. „Ich habe selbst eine Leidenschaft für Bücher und habe meine eigene Sammlung“, sagte sie. Die neue Zelle werde bereits gut angenommen. „Ich sehe dauernd hier Wagen halten“, berichtete sie.
Die Bücherschränke sollen immer gut sortiert sein
Sie achte darauf, dass die Zelle nicht überfüllt und immer gut sortiert sei: „Oben Krimis, in der Mitte Romanzen und unten für die Kinder“, verriet sie ihr System. „Das ist ein tolles Projekt, Literatur im ländlichen Raum zu pflegen“, sagte Luzia Schlösser, Leiterin der Kunstakademie Heimbach. Hellenthal habe sich zwei besonders gelungene Exemplare sichern können, die von Stachel und ihrem Künstlerkollegen Antonio Nunez gestaltet worden seien.
Mit einer Förderung von 80 Prozent seien die neuen Zellen aus dem Regionalbudget der Leaderregion Eifel gefördert worden, erklärte Merten. Damit verbleibe bei der Gemeinde noch ein Eigenanteil von 550 Euro.
Doch das System Bücherzelle stößt mittlerweile an die Beschaffungsgrenze. Denn mehr alte Telefonzellen gibt es nicht, das Lager ist aufgelöst worden. Von der vorletzten Lieferung von sechs Zellen seien neben den zwei Hellenthaler Exemplaren auch Bücherzellen in Hürtgenwald-Hürtgen, Heimbach-Blens und -Vlatten sowie Monschau-Rohren aufgestellt worden. Die äußere Gestaltung übernahmen neben Stachel und Nunez die Künstler Viorel Chiria und Michael Koch. Fünf weitere Zellen liegen auf Vorrat.
Damit gibt es in der Region mittlerweile 19 Bücherzellen der Lit.Eifel, die in der Städteregion Aachen, den Kreisen Düren und Euskirchen sowie in Ostbelgien zu finden sind. Fünf weitere alte Telefonzellen wurden noch auf Vorrat gekauft, so Ritter. Sie sollen noch 2026 umgebaut und gestaltet werden.
