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Perry Rhodan als InspirationEwald Langenohl aus Keldenich erforscht entfernte Galaxien

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Das Foto zeigt den Lagunennebel.

Der Lagunennebel ist etwa 5200 Lichtjahre von der Sonne entfernt.

Durch Perry Rhodan ist Ewald Langenohl aus Keldenich zur Astronomie  gekommen. Heute macht er Fotos von weit entfernten Galaxien. 

Perry Rhodan, der Titelheld der gleichnamigen deutschen Science-Fiction-Serie, hat es ihm angetan und das Interesse für Naturwissenschaften geweckt. Damit hat der Serienheld das weitere Leben von Ewald Langenohl aus Keldenich maßgeblich mitbestimmt. Der mittlerweile 64-jährige studierte Chemietechnik und erforscht mit seinen Teleskopen Galaxien, die bis zu 250 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt liegen.

Langenohl ist in der Schweiz geboren und in Hagen in Westfalen aufgewachsen. Er studierte Chemietechnik mit dem Schwerpunkt Sicherheitstechnik in Dortmund und zog später nach Köln und Kerpen. Seit 2000 lebt er mit seiner Frau Andrea in der Eifel. „Ich habe 20 Jahre für den TÜV gearbeitet und mich dann selbstständig gemacht“, erzählt der Keldenicher.

Kunden auf der ganzen Welt

Der 64-Jährige unterstützt Unternehmen aus dem Metallgewerbe und der klassischen Chemie dabei, mit ihren Produkten und Verfahren weltweit gesetzliche Vorschriften und Richtlinien zu erfüllen und Gefahren zu vermeiden. „Für Firmen aus der Schweißdrahtindustrie, die Metallgranulat zu Pulver zermahlen, führe ich beispielsweise Staubexplosionsgutachten durch“, sagt Langenohl. Kunden habe er auf der ganzen Welt – von Deutschland und Europa über Japan und Armenien bis in die USA und Brasilien.

Ein Mann steht neben einen großen Teleskop.

Ewald Langenohl mit seinem großen Teleskop, mit dem er weit entfernte Galaxien erforscht.

Ein kleines Teleskop steht auf einem Dreibein auf einem Tisch.

Mit dem kleinen Teleskop können Fotos gemacht werden, weil es automatisch dem Lauf der Sterne folgt.

„Perry Rhodan hat mich als Kind fasziniert. Durch ihn bin ich zur Astronomie und dann zur Chemie gekommen“, erinnert sich der Keldenicher. „Während ich die Zeitschrift ,Sterne und Weltraum’ gelesen habe, haben sich meine Freunde die Bravo gekauft.“ Langenohl dagegen interessierte sich für Science-Fiction und Galaxien. Früh habe er auch schon Sterne beobachtet. „Als Kind hatte ich kein Geld, um mir ein Teleskop zu kaufen. Im Studium und während meiner Arbeit für den TÜV hatte ich dann keine Zeit für Astronomie.“ Erst seit er selbstständig sei, könne er sich voll seinem Hobby widmen.

„Das Wissen habe ich mir selbst beigebracht. Ich habe eine ganze Schrankwand voll mit Werken über die Astronomie.“ Neben dem Tisch stehen zwei Teleskope, mit denen er sogenannte Deep-Space-Objekte erforscht, das sind Galaxien und Sternennebel, die viele Millionen Lichtjahre entfernt liegen. „Das am weitesten entfernte Objekt, das ich fotografieren kann, ist 250 Millionen Lichtjahre entfernt. Diese Lichtteilchen haben sich auf den Weg gemacht, lange bevor es den Menschen gab.“ Zum Vergleich: Die Andromedagalaxie ist mit „nur“ rund 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung die am nächsten zur Milchstraße gelegene Spiralgalaxie.

Teleskop folgt dem Lauf der Sterne

Bilder kann Langenohl nur mit dem kleineren seiner beiden Teleskope machen, das selbstständig dem Lauf der Sterne folgt: „Es kostet unter 1000 Euro. Dadurch wird Astronomie ein Hobby, dass sich jeder leisten kann.“ In den anderthalb Jahren, in denen er Objekte erforscht und fotografiert, hat er rund 600 Aufnahmen gemacht. „Das geht nur bei klarem Himmel. Und der Mond darf nicht scheinen.“

„Wir reden oft von Sternen. Es handelt sich aber um Sonnen.“ Fasziniert hat ihn als Kind „M 13“, ein Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules. In den Perry-Rhodan-Romanen ist M 13 die Heimat der Arkoniden, verrät Langenohl: „Und die kann ich jetzt sehen.“

„Letztlich bestehen wir alle aus Sternenstaub, denn alles, was es außer Wasserstoff auf der Erde gibt, stammt von Sternen“, sagt der Hobbywissenschaftler. Viele Galaxien oder Sternennebel tragen Namen, die ihre Form beschreiben, berichtet der Keldenicher: „Es gibt beispielsweise die Whirlpool-Galaxie, den Pferdekopf oder den Pelikannebel.“

Langenohls Ehefrau Andrea ist eine begeisterte Reiterin. Gemeinsam ist das Paar öfters mit seinem Wohnmobil unterwegs. „Wir waren schon an vielen Orten“, erzählt der Keldenicher und verrät: „Da habe ich das Teleskop natürlich auch mit dabei.“ Auch Hund Milo darf bei den Trips nicht fehlen. Kontakt zu Ewald Langenohl per E-Mail.