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Mit 600 DüsenKalksteinwerke Kall haben in Rinnen eine Waschanlage für Lkw gebaut

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Ein Lastwagen fährt durch die Anlage. Zahlreiche Wasserfontänen sind zu sehen.

Mit Hochdruck werden alle Lastwagen, die das Gelände verlassen, in der Waschanlage gereinigt.

Nach Klagen von Anwohnern haben die Kalksteinwerke Kall jetzt am Steinbruch in Rinnen eine Waschanlage für Lkw in Betrieb genommen. 

Die Zeiten, in denen Anwohner vor allem aus Rinnen und Sötenich über Schmutz und Lärm von den Lkw klagen, die den Steinbruch bei Rinnen anfahren, sind hoffentlich vorbei. Die Kalksteinwerke Kall GmbH (KWK) als Betreiber des Steinbruchs hat jetzt eine moderne Waschanlage gebaut, die bei jedem Lastwagen, der das Gelände verlässt, die Reifen und Radkästen reinigt. Rund 250.000 Euro hat die Anlage gekostet. Auch bei anderen Kritikpunkten hat das Unternehmen gehandelt.

Die beiden Gesellschafter der KWK sind die IK Umwelt Gruppe mit acht Standorten in NRW und die MJI Holding GmbH aus Krefeld. Im April 2024 hatte die KWK mit dem Abbau in Rinnen begonnen. Rund 300.000 Tonnen Gestein sollen dort pro Jahr abgebaut werden. Durch die Wiederinbetriebnahme des Steinbruchs hat die Belastung durch große Lastwagen in den umliegenden Orten deutlich zugenommen.

Schon Ende 2024 hatten sich dann Beschwerden von Anwohnern wegen der großen Zahl von Lastwagen und deren Geschwindigkeit sowie wegen der Verschmutzung der Straßen durch den Matsch rund um den Kalksteinbruch gehäuft. Zunächst waren die Straßen von Kehrmaschinen des Unternehmens und Dienstleistern gesäubert worden. Aber das reichte nicht aus.

Die alte Anlage in Rinnen wird jetzt zur Vorwäsche der Laster genutzt

„Schon im Winter 2024/2025 haben wir entschieden, eine moderne Waschanlage zu bauen“, erklärte André Raser, Geschäftsführer der Eifeler Naturstein und Deponiegesellschaft mbH (END) und der KWK. Die alte Anlage, die jetzt für die Vorwäsche der Lkw genutzt werde, habe nicht ausgereicht. „Das liegt auch an dem Boden, der bei Feuchtigkeit extrem an den Rädern klebt“, sagte der Geschäftsführer.

Ein Mann mit gelber Warnweste steht an einem Geländer neben Wasserbecken.

Das in der Anlage genutzte Wasser wird zur Wiederverwendung in Becken aufgefangen und gereinigt. André Raser erläuterte die Technik.

Blick auf die Stahlkonstruktion, über die die Lkw fahren.

Aus einer Stahlkonstruktion besteht der Boden der neuen Waschanlage. Auch darin sind Düsen eingelassen.

„Die neue Anlage ist eine der modernsten und leistungsstärksten dieser Art“, so Raser. Die Reifen und Radkästen würden von insgesamt 600 Düsen gereinigt, bevor die Laster das Gelände verlassen. Die Anlage könne Lasten von bis zu 40 Tonnen tragen. „Zwischen 60 und 80 Fahrzeuge nutzen im Durchschnitt täglich die Anlage“, so Raser weiter.

In vier Aufbereitungsbecken wird das Wasser danach zur Wiederverwertung behandelt: „Die Schwebstoffe setzen sich in den Becken ab und werden entsorgt.“ Alle vier bis sechs Wochen brauche die gesamte Anlage eine Grundreinigung.

Das Tempo einiger Fahrzeuge wird mit Telematik-System überprüft

Rund ein Jahr habe es gedauert, bis die Baugenehmigung vorgelegen habe. „Sie musste für das Technikerhaus beantragt werden, nicht für die Waschanlage selbst.“

Ein weiteres Ärgernis für Anwohner waren bislang auch Lastwagen, die zu schnell unterwegs waren. Bereits Ende November vergangenen Jahres waren die neuralgischen Punkte im Rahmen einer Verkehrsschau unter die Lupe genommen und in der Rinner Straße in Sötenich und der Sötenicher Straße in Rinnen Tempo-30-Zonen für Lkw eingerichtet worden.

„Das Tempo der Fahrzeuge von IK Umwelt und Schüttflix kann mit einem Telematik-System überprüft werden“, erläuterte der Geschäftsführer. Dabei seien keine wiederholten Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. Um auch die Fahrer von den Fremdfirmen, die für die KWK im Einsatz sind, für das Thema zu sensibilisieren, wurden zusätzlich zwei Geschwindigkeitsanzeigen in Sötenich und Rinnen aufgestellt.

Kaller Bauhof beseitigte Straßenschäden im Bereich der Einfahrt

Für zusätzlichen Lärm hatten nach Angaben der Gemeinde aber auch Straßenschäden im Bereich der Einfahrt zum Gelände gesorgt. Die hatten Mitarbeiter des Bauhofs bereits Ende 2025 ausgebessert.

Darüber hinaus hatten Anwohner moniert, dass der Lkw-Verkehr bereits in der Nacht starte. „Unsere Öffnungszeiten sind von 7 Uhr im Winter und 6 Uhr im Sommer bis maximal 17 Uhr“, betonte Raser. Die Betriebsgenehmigung des Steinbruchbetriebs gelte werktags von 6 bis 22 Uhr. Aus Rücksicht auf die Nachbarschaft würden diese Zeiten aber bewusst nicht ausgeschöpft.

Im Schnitt sind zwei Sprengungen pro Woche notwendig

„Auch bei den Lärmemissionen durch Sprengungen liegen wir deutlich unterhalb der Grenzwerte“, so Raser. Zudem werde jede der Sprengungen, die im Schnitt zweimal pro Woche nötig seien, der Gemeinde Kall und dem Kreis Euskirchen als Aufsichtsbehörde mitgeteilt.

Weiter berichtete Raser, dass es auf dem Gelände seit kurzem einen Sanitärcontainer für die Lkw-Fahrer gebe. Ein benachbarter Landwirt hatte sich beschwert, dass seine Wiesen immer wieder als Toiletten missbraucht worden seien.

„Eine deutliche Verbesserung ist bereits jetzt festzustellen, und wir hoffen, dass dies in der Zukunft so bleibt“, erklärte Bürgermeister Emmanuel Kunz. Der Bürgermeister und Ortsvorsteher Thomas Müller wollen mit den Anwohnern im Gespräch bleiben. Das nächste Ziel sei nun, die Zu- und Ausfahrt zum Steinbruchgelände zu optimieren. Die Nutzung von Wirtschaftswegen dafür war in der Vergangenheit auch von der Kaller Politik kritisiert worden.