Ziel des Projektes ist es, die Tourist-Informationen in der Nordeifel moderner, digitaler und attraktiver für Gäste zu gestalten.
Mit KI und MultimediaTourist-Infos im Kreis Euskirchen werden für 3,5 Millionen umgestaltet

An vielen Orten im Kreis Euskirchen will die Region künftig ihr Herz für den Tourismus zeigen – auch in Mechernich.
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Der Kreis Euskirchen und die Nordeifel setzen weiter auf den Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region. Mit dem Förderprojekt „Tourist-Information der Zukunft in der Nordeifel“ sollen die touristischen Anlaufstellen in den kommenden Jahren umfassend modernisiert und digital weiterentwickelt werden. Ursprünglich war das bis Ende 2026 geplant, nun soll das Projekt kostenneutral bis Ende 2027 verlängert werden.
Es stehen insgesamt knapp 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Eine Förderung von 90 Prozent kommt aus dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm (GRW). Projektträger ist der Kreis Euskirchen, der die Vorfinanzierung übernimmt. Beteiligt sind alle elf Städte und Gemeinden im Kreisgebiet.
Hellenthaler Tourist-Info soll ein kleines Kino bekommen
Ziel des Projektes ist es, die Tourist-Informationen in der Nordeifel moderner, digitaler und attraktiver für Gäste zu gestalten. Dabei sollen die Besonderheiten der einzelnen Kommunen stärker hervorgehoben werden. Und gleichzeitig soll ein gemeinsames Erscheinungsbild entstehen. Nun wurden von der Agentur Erlebnisplan die konkreten Pläne für einige Tourist-Informationen vorgestellt. Eines ist sofort klar: Mit einer Wanderkarte an der Wand und einem faltbaren Info-Zettel für die Hosentasche hat die moderne Info-Stelle nichts mehr zu tun. Stattdessen wird viel auf Multimedia und Künstliche Intelligenz gesetzt. So ist in Hellenthal etwa ein kleines Kino geplant.

In Hellenthal wird die Geschichte in der Tourist-Info im Fokus stehen.
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Filme und digitaler Maler Mithilfe eines siebenminütigen Films wird dort auf die Geschichte der Gemeinde eingegangen. Unter dem Titel „Vom Stein zum Stern“ gibt es einen Überblick von der Zeit des Bergbaus in der Grube Wohlfahrt bis zum heutigen Tourismusfaktor Sternenhimmel. Natürlich spielt die Frühjahrs-Attraktion eine Rolle, wenn Tausende zu den Narzissenwiesen kommen: Dementsprechend soll eine überdimensionale Narzisse die Tourist-Info zieren.
Tourist-Info in Bad Münstereifel zieht in die Stadtbücherei
Ein anderes Beispiel für die Neuausrichtung entsteht in Bad Münstereifel. Dort zieht die Tourist-Information in die Stadtbücherei ein. Gleichzeitig befindet sich im Erdgeschoss das Jugendzentrum der Stadt. Damit entsteht ein sogenannter Dritter Ort. Dieser soll Begegnung, Bildung und Freizeit unter einem Dach vereinen. Besucherinnen und Besucher können künftig die Angebote der Tourist-Information und der Stadtbücherei gleichermaßen nutzen. Ein Ziel ist auch, durch die Perspektive der kombinierten Nutzung die Stadtbücherei langfristig zu erhalten.

In Bad Münstereifel soll ein sogenannter Dritter Ort entstehen.
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Gemeinsam mit dem Jugendzentrum entsteht so ein Haus für alle Generationen. Dabei soll nicht nur auf den Inhalt geschaut werden: Auch die Gestaltung der Räume setzt auf innovative Konzepte. Überdimensionale, multimediale Bücher werden etwa die Geschichte Bad Münstereifels erlebbar machen. Gäste können in dem Rahmen auch die regionale Kultur entdecken oder mehr über die traditionsreiche Kneipengeschichte erfahren. Während auf der einen Seite klassische Medien zur Ausleihe bereitstehen, präsentieren die multimedialen Installationen Bad Münstereifel als Erlebnisraum und touristische Destination.
In Blankenheim begegnet den Gästen künftig ein digitaler Maler
Die Tradition der Eifelmaler spielt in Blankenheim seit Jahren eine wichtige Rolle auch im Tourismus und wird dementsprechend in das neue Konzept eingearbeitet. Künftig begegnet den Gästen ein digitaler Maler, der mit ihnen interagiert. Besucher können sich fotografieren lassen und erhalten anschließend ein Porträt im Stil historischer Gemälde. Das Kunstwerk kann vor Ort ausgedruckt und als Erinnerung mit nach Hause genommen werden. Die Verantwortlichen erhoffen sich davon eine stärkere Wahrnehmung der Region über ihre Grenzen hinaus.
Zudem sollen an vielen Orten im Kreis Outdoor-Elemente aufgestellt werden, bei denen Holz das prägende Element ist – etwa Holzliegen und Holz-Foto-Herzen. Angedacht ist, beispielsweise ein Herz am Bergbaumuseum in Mechernich oder im Seepark Zülpich aufzustellen. Auch im Erftpark in Euskirchen könnte ein solcher Fotopunkt, der gleichzeitig die Gelegenheit bietet, sich zu erholen, entstehen.
Über QR-Codes können Gäste vor Ort Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Wanderwegen und touristischen Angeboten abrufen. Der Kreis begründet die geplante Verlängerung des Projekts mit mehreren Verzögerungen. So konnte die Projektstelle erst verspätet besetzt werden, weshalb das Projekt erst im Juni 2024 statt wie ursprünglich vorgesehen im Januar gestartet ist. Hinzu kamen aufwendige Abstimmungsprozesse zwischen den zahlreichen Beteiligten, wodurch sich die Konzeptionsphase verlängerte.
Da die Marketingmaßnahmen erst nach Abschluss der baulichen Umsetzung sinnvoll starten können, soll der Durchführungszeitraum nun bis Ende 2027 ausgedehnt werden. Nach Angaben des Kreises entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten für die Kommunen oder den Kreis selbst. Voraussetzung ist allerdings noch die Zustimmung der Bezirksregierung Köln.
Kreis Euskirchen hat für Tourismusprojekt Preis erhalten
Der Kreis Euskirchen ist für ein gemeinsames Tourismusprojekt mit dem Landespreis Nordrhein-Westfalen für innovative interkommunale Zusammenarbeit 2.0 ausgezeichnet worden . In der Kategorie „Wirtschaftsförderung und Tourismus“ erhielt das Vorhaben „Tourist-Information der Zukunft in der Nordeifel“ eine der Auszeichnungen. Landrat Markus Ramers nahm den mit 10.000 Euro dotierten Preis jüngst im Ministerium in Düsseldorf mit einer Delegation aus dem Kreis Euskirchen entgegen.
