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Holzbau für 80 Millionen EuroSo soll das neue Berufsbildungszentrum in Euskirchen aussehen

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Die Visualisierung zeigt drei Gebäudeteile, die das neue BZE zeigen.

So soll das neue Berufsbildungszentrum vor den Toren Euskirchens aussehen.

Der Zeitplan für das neue Berufsbildungszentrum in Euskirchen sieht vor, dass Ende 2029 das Gebäude bezugsfertig ist.  

80 Millionen Euro sind eine Hausnummer – auch für ein Berufsbildungszentrum. Doch in Euskirchen soll für diese Summe bis Ende 2029 weit mehr entstehen als ein neues Gebäude mit ein paar zusätzlichen Werkstätten und Schulungsräumen. „Wir wollen hier etwas schaffen, das für die Zukunft steht“, sagt Jochen Kupp, Verbandsvorsteher des Berufsbildungszentrums Euskirchen (BZE).

Und diese Zukunft soll möglichst nachhaltig sein. Der Neubau ist laut Kupp in Holzbauweise geplant, auf den Dächern sollen Photovoltaikanlagen installiert werden, bei der Energieversorgung ist ein Eisspeicher-System vorgesehen. Angestrebt wird zudem eine Zertifizierung in Gold nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Deutlich mehr Mitarbeitende im neuen BZE in Euskirchen

Auch bei der Größe macht das BZE einen deutlichen Sprung. Derzeit werden dort Kupp zufolge täglich etwa 150 Menschen ausgebildet und qualifiziert. Im Neubau sollen es rund 250 sein. Dazu kommen Angebote und Kurse in den Abendstunden.

Eine wichtige Rolle soll die sogenannte Zukunftswerkstatt spielen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sollen dort ganz selbstverständlich dazugehören. Allerdings nicht mit dem Ziel, klassische Fähigkeiten des Handwerks überflüssig zu machen. KI und digitale Anwendungen werden vielmehr als zusätzliche Werkzeuge verstanden. Das Wissen der Menschen, praktische Erfahrung und persönliche Netzwerke sollen weiterhin entscheidend bleiben.

90 Prozent der Baukosten werden durch Strukturwandel gefördert

Dass ein Projekt dieser Größenordnung überhaupt möglich ist, liegt vor allem an der Förderung. Rund 90 Prozent der veranschlagten 80 Millionen Euro sollen aus Fördermitteln des Strukturwandels im Rheinischen Revier finanziert werden. Damit bleibt ein Eigenanteil von etwa acht Millionen Euro.

Das Geld soll über eine Erhöhung des Stammkapitals der Träger aufgebracht werden. Nach Angaben von Kupp soll dies nicht zu einer zusätzlichen Belastung der Kreisumlage führen. Der Zeitplan ist dennoch ambitioniert. Im Januar oder Februar 2027 soll der Bauantrag gestellt werden. Für August oder September ist der Baustart vorgesehen. Ende 2029 sollen die ersten Nutzer in das neue BZE einziehen.

Den Zeitplan nennen die Verantwortlichen „sportlich“

„Sportlich“ sei dieser Zeitplan, räumen die Verantwortlichen ein. Unmöglich sei er aber nicht. Ein Vorteil ist die Holzbauweise. Sind Fundamente und Vorarbeiten abgeschlossen, kann die eigentliche Konstruktion vergleichsweise schnell errichtet werden. Für einzelne Gebäude wird mit einer Montagezeit von rund acht Wochen gerechnet.

Bevor es so weit ist, müssen allerdings zahlreiche planerische und bürokratische Hürden genommen werden. Allein die Vergabe eines solchen Großprojekts ist komplex. Leistungen müssen europaweit ausgeschrieben und anhand transparenter Kriterien vergeben werden.

Mehr als 30 Bewerber interessierten sich für das Projekt

Mehr als 30 Bewerber interessierten sich für das Projekt. Bewertet wurden unter anderem Preis, Team und Ideen. Am Ende fiel die Wahl auf das Büro Heinlewischer und Partner. Das BZE entsteht zudem nicht isoliert. Direkt nebenan wird mit dem TEP ein weiteres Großprojekt entwickelt. Deshalb stimmen sich die Beteiligten bereits bei der Planung eng miteinander ab.

Das betrifft beispielsweise Werkstätten, Außenanlagen und die Versorgung. So soll die Kantine im BZE auch vom benachbarten Projekt genutzt werden können. Denkbar ist zudem eine gemeinsame Pflege der Außenflächen. Besondere Anforderungen stellt die benachbarte Kaserne. Eine zusätzliche Rechtsabbiegespur soll verhindern, dass es dort insbesondere in einem Alarm- oder Krisenfall zu einem Rückstau auf der Kommerner Straße kommt.

Die Zufahrt soll so gestaltet werden, dass im Ernstfall viele Fahrzeuge innerhalb kurzer Zeit das Gelände erreichen können. Und selbst die Schiene spielt in den Überlegungen eine Rolle. Perspektivisch ist ein Bahnhaltepunkt vorgesehen. Das allerdings ist Zukunftsmusik.