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Pfeifer & LangenLandwirte im Kreis Euskirchen sollen Anbau von Zuckerrüben reduzieren

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Das Bild zeigt, wie eine Zuckerrübenlieferung per Wasserstrahl vom Dreck befreit wird.

Bei Pfeifer & Langen werden in Euskirchen während der Kapagne täglich zwölf Tonnen Zuckerrüben verarbeitet.

Pfeifer & Langen ruft Bauern im Kreis Euskirchen auf, 2027 weniger Rüben anzubauen. Vertragskündigungen sind aber nicht vorgesehen. Auslöser ist ein europaweiter Zuckerüberschuss.

Auch im Kreis Euskirchen sorgt die Zukunft des Zuckerrübenanbaus für Diskussionen. Hintergrund sind deutliche Einschnitte des Zuckerherstellers Pfeifer & Langen, der im kommenden Jahr europaweit weniger Zuckerrüben verarbeiten will.

Besonders betroffen ist das Werk im ostwestfälischen Lage. Dort erhielten nach Unternehmensangaben mehr als 80 Landwirte kein neues Vertragsangebot. Insgesamt betrifft dies rund 1200 Hektar Zuckerrübenfläche. Damit wird der Anbau in der Region spürbar eingeschränkt. Im Rheinland hingegen setzt das Unternehmen auf ein anderes Vorgehen: Dort sollen Landwirte ihre Rübenanbauflächen für die Kampagne 2027 freiwillig reduzieren. Vertragskündigungen seien nicht vorgesehen.

Kreisbauernschaft verfolgt Entwicklung genau

Die Entwicklung wird auch von der Kreisbauernschaft Euskirchen aufmerksam verfolgt. Deren Vorsitzender Helmut Dahmen bewertet die Situation mit gemischten Gefühlen. Grundsätzlich unterstütze man freiwillige Lösungen zwischen Landwirtschaft und Zuckerwirtschaft. Gleichzeitig sei jedoch überraschend, dass noch vor wenigen Jahren eine Ausweitung der Anbauflächen angestrebt worden sei.

Dahmen verweist auf die wirtschaftliche Lage der Betriebe. Bei einem anhaltenden Zuckerüberschuss seien kostendeckende Preise kaum erreichbar. Vor diesem Hintergrund könne eine abgestimmte Reduzierung der Anbauflächen sinnvoll sein, um Angebot und Nachfrage besser ins Gleichgewicht zu bringen.

Natürlich wissen wir, dass wir keine kostendeckenden Preise erwarten können und es daher sinnvoll sein kann, den Anbau gemeinsam mit der Fabrik zu reduzieren.
Helmut Dahmen, Vorsitzender der Kreisbauern

„Natürlich wissen wir, dass wir keine kostendeckenden Preise erwarten können und es daher sinnvoll sein kann, den Anbau gemeinsam mit der Fabrik zu reduzieren“, so Dahmen.

Erste Rückmeldungen aus der Landwirtschaft zeigen aber ein gemischtes Bild. Einige Betriebe seien bereit, den Rübenanbau in begrenztem Umfang zu reduzieren. Andere halten an ihren bisherigen Flächen fest. Gründe dafür seien unter anderem Fruchtfolgen, Vorgaben der EU-Agrarförderung sowie betriebliche Strukturen und Bodenverhältnisse.

Europaweiter Zuckerüberschuss und niedrige Weltmarktpreise

Nach Einschätzung Dahmens gebe es jedoch durchaus Landwirte, die moderate Anpassungen mittragen würden – insbesondere dann, wenn dadurch sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die langfristige Perspektive des Standorts gestärkt würden.

Auslöser der Entwicklung ist ein europaweiter Zuckerüberschuss. Dieser hat bereits zu Produktionskürzungen in mehreren Ländern geführt. Ursache sind unter anderem hohe Ernten der vergangenen Jahre, veränderte Handelsstrukturen sowie ein sinkender Exportdruck durch niedrige Weltmarktpreise.

Langfristig rechnet die Branche zudem mit einem leicht rückläufigen Zuckerverbrauch in Westeuropa, unter anderem aufgrund veränderter Ernährungsgewohnheiten und eines wachsenden Konsums zuckerreduzierter Produkte.