Noch bis zum 12. Juli pilgern Menschen zum Gnadenbild in der St.-Salvator-Kirche in Heimbach.
Wallfahrt in der EifelRund 400 Pilger bei Eröffnung der Oktav in Heimbach dabei

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann (r.) leitete den Eröffnungsgottesdienst in der Heimbacher Wallfahrtskirche St. Salvator.
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Mit dem Eröffnungsgottesdienst hat die Wallfahrtsoktav in Heimbach begonnen. Hauptzelebrant in der St.-Salvator-Wallfahrtskirche war der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann.
Rund 400 Pilger, vor allem aus dem Kreis Düren und der Städteregion Aachen, waren schon am ersten Tag der Wallfahrtsoktav nach Heimbach gekommen. Zu Fuß, wie es Tradition ist, oder mit dem Auto, der Rurtalbahn oder dem Bus. „Das sind ungefähr so viele wie im vergangenen Jahr“, schätzte Pastoralreferentin Alice Toporowsky, Wallfahrtsseelsorgerin in Heimbach. Das Interesse am geistlichen Angebot der Oktav scheint zumindest auf Basis der Zahlen für den Eröffnungstag ungebrochen.
Mit Vier- und Sechsjähriger neun Stunden zu Fuß unterwegs
Bis zum 12. Juli werden täglich Pilgerandachten und Gottesdienste angeboten. Bis dahin ist auch wieder das von Ehrenamtlichen betreute „Pilgercafé“ geöffnet. Es befindet sich am Vorplatz der schönen und stimmungsvollen St.-Salvator-Wallfahrtskirche mit dem bekannten „Gnadenbild“ im spätgotischen Schnitzaltar und den ebenfalls sehenswerten Fenstern von Georg Meistermann.
Familie Esser aus Schleckheim bei Kornelimünster war gleich mit drei Generationen nach Heimbach gepilgert. „Wir waren rund neun Stunden zu Fuß unterwegs“, berichtete Florian Esser am Ziel des 35 Kilometer langen Weges. Ehefrau Carola hatte zum ersten Mal die Strapazen auf sich genommen. Mit dabei auch Lisa (4) und Laura (6). Eigentlich waren sie der Grund für die Fortführung der Familientradition, die schon die Urgroßeltern der beiden Mädchen begonnen haben. „Wir wollen danke dafür sagen, dass wir zwei gesunde Kinder haben“, so Carola Esser zu ihrer Premiere.

Drei Generationen der Pilgerfamilie Esser aus Kornelimünster-Schleckheim vor dem Pilgercafé in Heimbach: Laura, Florian, Lisa, Carola, Doris und Peter Esser.
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Lauras und Lisas Großmutter und Großvater, Doris und Peter Esser, haben dagegen schon jahrzehntelange Pilgererfahrungen: „Für mich ist es das 62. Mal. Früher waren auch wir zu Fuß hier, jetzt fahren wir mit dem Auto. Ich erinnere mich an meine Kindheit, da war hier in Heimbach ein ständiges Kommen und Gehen der Pilgergruppen, die Messe war brechend voll“, so Doris Esser. Sie hatte die jährliche Wallfahrt mit ihren Eltern zusammen begonnen. „Und was mir auch noch einfällt: In der St.-Clemens-Kirche roch es intensiv nach Schweiß.“
Für die Fußpilger sei der Weg anstrengender gewesen als heute, denn die Pilgerwege waren noch nicht so gut ausgebaut, wissen langjährige Wallfahrer. Die hallenartige St.-Salvator-Kirche wurde 1981 wegen damals steigender Pilgerzahlen an die barocke Pfarrkirche St. Clemens angebaut.
Trierer Bischof bei Wallfahrtsoktav zu Gast in Heimbach
Hauptzelebrant des Oktav-Eröffnungsgottesdienstes in St. Salvator war Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier, der zum ersten Mal „über den Berg“ nach Heimbach gekommen war. Es bestehe eine Verbindung zwischen dem von ihm geleiteten und dem Nachbarbistum Aachen, zu dem Heimbach gehört, so Ackermann: „Aachen und Trier verehren Tuchreliquien.“
In Trier wird der „heilige Rock“, die Tunika Christi, verehrt, im Aachener Dom unter anderem die Windeln und das Leinentuch Christi. Neben diesen weithin bekannten Wallfahrtsstätten seien aber auch kleinere Gnadenbild-Orte wie Heimbach für den Glauben bedeutsam, betonte Ackermann.
Das „Schmerzensbild macht deutlich, dass wir mit unserem Leid nicht alleine sind.
Neben ihm leiteten unter anderem Heimbachs Pfarrer Kurt Josef Wecker und Philipp Müller, Professor für Pastoraltheologie aus Mainz, den Gottesdienst, der von Peter Mellentin an der Orgel und dem Kirchenchor Heimbach-Hausen musikalisch gestaltet wurde.
In seiner Predigt meditierte Bischof Ackermann zum Symbolwert des Heimbacher „Gnadenbildes“, einer Pietà, die die trauernde Jungfrau Maria zeigt – als ikonografische „Mater Dolorosa“ dargestellt, die den Leichnam ihres vom Kreuz abgenommenen Sohnes Jesus Christus auf ihrem Schoß hält. Das „Heimbacher Gnadenbild“ im spätgotischen Schnitzaltar wurde zuerst in einem Bildstock im Kermeter am späteren Kloster Mariawald aufgestellt. Der Bildstock gilt als Ursprungsort der heutigen Heimbach-Wallfahrt.
Bischof ruft dazu auf, Zugewanderten Raum zu geben
Das „Schmerzensbild“ mache deutlich, dass „wir mit unserem Leid nicht alleine sind“, so Ackermann. Als „Gnadenbild“ werde die Pietà für die Pilger aber auch Symbol für erfüllte Hoffnungen. Allerdings, so Ackermann zur dritten Dimension der Skulptur, würden nicht alle Hoffnungen erfüllt, es gebe auch ein Scheitern. Dann sei das Bild Mariens mit ihrem toten Sohn ein Zeichen der „Solidarität“. Maria betrauere schließlich den Tod ihres Kindes. „Der größte Schmerz, der einer Mutter widerfahren kann“, sagte Ackermann.
Zudem kommentierte der Trierer Bischof das Motto der diesjährigen Heimbach-Oktav: „Raum geben!“ Das bedeute, so Ackermann nachdrücklich: „Den Zugewanderten, die bei uns Zuflucht und Schutz suchen, Raum zu geben, Menschen, die sich mit der Bitte um Hilfe an uns wenden.“
Auch Marlene, Christa und Jakob aus Inden-Altdorf hörten Ackermanns Worten zu. Das Trio pilgert seit 20 Jahren zur Heimbach-Oktav. Zu Fuß um die sieben Stunden bis nach Obermaubach, von dort mit der Rurtalbahn nach Heimbach. Warum sie das schon seit so vielen Jahren tun? „Das bringt uns immer was“, sagte Marlene bestimmt. Langzeitwirkung durch Glauben.
Alle Termine der Wallfahrtsoktav sind online zu finden.
