Das alte Gerätehaus der Löschgruppe der Heimbacher Feuerwehr war in Sachen Unfallverhütung wenig vorteilhaft.
Nach acht JahrenLöschgruppe Blens weiht neues Gerätehaus für 2,5 Millionen Euro ein

Nach sechs Jahren Planung und zwei Jahren Bauzeit ist das neue Feuerwehrgerätehaus bezogen und eingeweiht.
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Gut Ding will Weile haben. Der gern gebrauchte Allgemeinplatz liegt beim Feuerwehrgerätehaus in Blens durchaus nahe. Als der Neubau nun im Rahmen eines Festakts offiziell eingeweiht wurde, gingen Bürgermeister Jochen Weiler, Heimbachs Feuerwehrchef Peter Kuck und Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar darauf ein.
Vor acht Jahren begannen die konkreten Planungen. Schließlich war das alte Gerätehaus schon ein wenig in die Jahre gekommen, um es mal sehr höflich auszudrücken. Eigentlich war es eher ein Anschauungsobjekt, wie Feuerwehr früher mal war. Im Grunde war es das „Gerätehaus der kurzen Wege“, Garage und Umkleide waren im gleichen Raum, die Einsatzkleidung hing direkt neben dem Fahrzeug. Was zwar dazu führte, dass die Ausrückzeiten kurz waren. Was aber in Hinblick auf Unfallverhütung weniger vorteilhaft ist.
Neues Feuerwehrhaus in Blens im März bezogen
So ist es zu verstehen, wenn Löschgruppenführer Bernd Freuen die ersten Erfahrungen im neuen Gebäude einordnet. Im März haben die Blenser Feuerwehrleute die rund 550 Quadratmeter bezogen. „Die Ausrückzeiten sind fast die gleichen wie vorher“, so Freuen: Die räumliche Trennung von Garage und Umkleide hat keine Nachteile gebracht. Dafür sei es mit der Orientierung bisweilen noch schwierig. „Manchmal muss ich noch überlegen, durch welche Tür ich gehen muss“, gestand er mit einem Augenzwinkern.

Den Schlüssel erhielten der Leiter der Feuerwehr, Peter Kuck (v.l.), und Löschgruppenführer Bernd Freuen von Bürgermeister Jochen Weiler.
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Die Standortfrage hat bei der Feuerwehr der Stadt Heimbach niemand gestellt. Einen der Gründe nannte Bürgermeister Jochen Weiler, selbst Mitglied der Löschgruppe Blens: „Einsatzkräfte müssen auch dann handlungsfähig bleiben, wenn Straßen unpassierbar werden und zentrale Standorte nicht erreichbar sind.“ Das habe die Flutkatastrophe 2021 eindrucksvoll und leider auch schmerzhaft vor Augen geführt. Deshalb sei das neue Feuerwehrgerätehaus auch so wichtig.
Budget trotz gestiegener Baukosten nicht überschritten
Optimale Bedingungen gebe es für die Einsatzkräfte in dem auf zwei Fahrzeuge ausgelegten Gebäude, das mit seiner Schwarz-Weiß-Trennung und entsprechenden Schleusenbereichen den aktuellen Vorschriften entspreche. Rund 2,5 Millionen Euro habe es gekostet, wobei es gelungen sei, trotz der massiv gestiegenen Baukosten das Budget, das 2024 in den Haushalt eingestellt wurde, nicht zu überschreiten. Eine Herausforderung sei die Planung gewesen, da das Gebäude direkt an ein FFH-Gebiet angrenzt und nach der Flutkatastrophe Anpassungen im Hochwasserschutz notwendig wurden. Nachdem 2018 die ersten Planungen unternommen wurden, erfolgte der offizielle Spatenstich fast auf den Tag genau vor zwei Jahren.
Auf zwei Geschosse, so Weiler, habe der Heimbacher Architekt Bernd Uppenkamp das Haus ursprünglich ausgelegt. Um Kosten einzusparen, sei der separate Jugendraum gestrichen und die Größe der Schulungsräume reduziert worden. Nicht nur auf Funktionalität, sondern auch auf Nachhaltigkeit sei geachtet worden, betonte Weiler. So sei auf dem Dach ein PV-Anlage installiert, geheizt wird per Wärmepumpe.
Feuerwehren im ländlichen Raum machen sich Sorgen um Finanzierung
Auf die Bedeutung einer auskömmlichen Finanzierung der Feuerwehren wies Heimbachs Feuerwehrchef Peter Kuck hin. Besonders in ländlichen Regionen werde diskutiert, ob das derzeitige System langfristig tragfähig sei. Denn die Kosten für die Ausrüstung der Feuerwehr stiegen immer weiter, während die Kommunen gleichzeitig sparen müssten.
Der Nachbarschaft am bisherigen Standort an der St. Georgstraße dankte Löschgruppenführer Freuen in seiner Ansprache explizit. Stets haben die Nachbarn nach dem Ausrücken der Feuerwehr die Hallentore geschlossen oder auch die Mülltonnen pünktlich rausgestellt. 40 Jahre lang sei dort die Heimat der Löschgruppe gewesen.
Mit der Goldenen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Düren wurde Heinrich Bongard vom KFV-Vorsitzenden Marco Pütz und Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar ausgezeichnet. Neben seinen langjährigen Verdiensten wurde auch sein Einsatz als Bauleiter des Feuerwehrgerätehauses hervorgehoben. „Er steckte viel Herzblut, Hirnschmalz und viele Stunden seiner Zeit in den Neubau“, beschrieb es Freuen.
