Eine Waldbrandübung bei Schmidtheim mit rund 300 Einsatzkräften wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen, ein Fußballspiel in Euskirchen unterbrochen.
UnwetterWaldbrandübung des Kreises Euskirchen abgebrochen – Loch in Zülpicher Straße

Die Feuerwehren im Kreis Euskirchen waren nach dem Gewitter am Freitag insgesamt 15-Mal im Einsatz. In Zülpich brach in Folge des Unwetters ein Stück aus einer Straße heraus.
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Enttäuschte Gesichter gab es am Samstagvormittag im Feuerwehrgerätehaus in Schmidtheim. Die groß angelegte Waldbrandübung der Feuerwehr im Kreis Euskirchen musste nach der Hälfte der geplanten Zeit abgebrochen werden – allerdings nicht wegen eines Feuers, sondern wegen des Wetters. Kräftige Gewitter mit mehreren Blitzeinschlägen im Übungsgebiet machten eine Fortsetzung zu gefährlich.
„Der Regen wäre kein Problem gewesen. Aber es hat mehrere Blitzeinschläge im Wald gegeben“, berichtete Christian Heinrichs, einer der Organisatoren. Einsatzleiter Wolfgang Fuchs von der Schleidener Feuerwehr habe deshalb entschieden, die Übung aus Sicherheitsgründen abzubrechen. Für Heinrichs war das besonders bitter: Rund sechs Monate lang hatte der 36-Jährige gemeinsam mit seinen Kameraden das Szenario vorbereitet, mit dem das Waldbrandkonzept der Kreisfeuerwehr erprobt werden sollte.
Rund 300 Einsatzkräfte waren für die Großübung eingeplant
Der Aufwand war enorm. Rund 300 Einsatzkräfte waren eingeplant. Neben Feuerwehreinheiten aus mehreren Kommunen sollten auch Löschhubschrauber der Polizeifliegerstaffel Düsseldorf teilnehmen. Diese hatten ihre Mitwirkung jedoch bereits am Morgen wegen der Wetterlage absagen müssen.
Die Hubschrauber spielen im Waldbrandkonzept eine wichtige Rolle. Im Ernstfall können sie mit sogenannten „Bambi Buckets“ – großen Wasserbehältern an Seilen unter dem Hubschrauber – Löschwasser direkt an den Einsatzort transportieren. „Die Hubschrauber können von Düsseldorf aus innerhalb von 15 Minuten hier sein“, sagte Heinrichs.

Einpacken hieß es für die Feuerwehrleute im strömenden Regen, als das Ende der Übung verkündet wurde.
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Als die Gewitterfront über das Heinz-Flohe-Stadion hinweggezogen war, wurde das Fußballspiel fortgesetzt.
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Dass Waldbrände zunehmend an Bedeutung gewinnen, betonte Dominik Gertzen, stellvertretender Leiter des Regionalforstamtes Hocheifel/Zülpicher Börde. In Zeiten des Klimawandels steige das Risiko deutlich. Gleichzeitig seien Waldbrände für die Feuerwehr eine besondere Herausforderung.
„Einen Waldbrand zu löschen, ist etwas völlig anderes als die Bekämpfung eines Hausbrands“, erklärte Gertzen. Deshalb sei die Unterstützung durch Förster vor Ort wichtig. Sie kennen Wasserentnahmestellen, Gefahrenbereiche, befahrbare Wege und mögliche Ansprechpartner für notwendige Fällarbeiten.
Bereits nach den Dürresommern der vergangenen Jahre hatte die Kreisfeuerwehr ein eigenes Waldbrandkonzept entwickelt. Dazu gehören speziell geschulte Waldbrandabwehreinheiten. „Eine Gruppe bekämpft das Feuer direkt, während andere die Wasserversorgung und den Materialnachschub sicherstellen“, erläuterte Heinrichs.
Das Übungsszenario war bewusst realitätsnah gewählt
Das Übungsszenario war bewusst realitätsnah gewählt. Ausgangspunkt war ein angenommener Brand, den eine Wandergruppe gemeldet hatte. Das Feuer sollte sich zunächst auf einer Fläche mit niedrigem Bewuchs und viel Totholz entwickelt und anschließend auf den umliegenden Wald ausgebreitet haben. Als Brandort wurde die Waldfläche zwischen Milzenhäuschen, Schmidtheim und der Urft angenommen.
„99 Prozent der Waldbrände werden durch Menschen verursacht“, betonte Gertzen. Gleichzeitig warnte er davor, die Gefahr nach einem Regenschauer zu unterschätzen. Selbst nach den Gewittern seien die Böden in Teilen des Übungsgebietes noch so trocken gewesen, dass bereits ein Streichholz ausgereicht hätte, um einen Brand auszulösen.

Auch die Vertreter des Landesbetriebs Wald und Holz waren zu der Übung gekommen: Dominik Gertzen (v.l.), Anton Eisele und Christoph Böltz.
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Trotz des vorzeitigen Endes zog Landrat Markus Ramers ein positives Fazit. „Allein die ersten Stunden waren schon wertvoll“, sagte er: „Wir sind ein großer Kreis mit vielen Waldflächen. Und die Klimaveränderungen zeigen, dass wir uns auf solche Szenarien wie Waldbrände vorbereiten müssen. Da hilft kein Konzept auf dem Papier, das muss man üben.“ In die Vorbereitung sei viel Arbeit geflossen, berichtete der Landrat im Gespräch mit dieser Zeitung.
Neben den Feuerwehren waren auch die Leitstelle sowie Beobachter aus Belgien eingebunden. Zudem verfolgten Vertreter von DRK, THW, DLRG, Malteser Hilfsdienst und Rhein-Erft-Kreis sowie die Bürgermeister von Dahlem, Blankenheim und Hellenthal die Übung.
Für Mitorganisator Christian Heinrichs steht fest: Die Arbeit war nicht umsonst. Das Konzept sei fertig ausgearbeitet und könne jederzeit erneut umgesetzt werden. „Vielleicht im Herbst“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Wiederholung. Dann wird das Szenario wohl wieder aus der Schublade geholt – hoffentlich bei besserem Wetter.
Mehr als 15 unwetterbedingte Einsätze im Kreis Euskirchen
Nach Angaben des Kreises Euskirchen gab es am Wochenende mehr als 15 unwetterbedingte Einsätze. Vor allem die Zülpicher Feuerwehr war am Freitag im Einsatz. Besonders kurios: Im Bereich der Krefelder Straße und der Düsseldorfer Straße sackte infolge des Gewitters ein Teil der Straße ab – kreisrund. Ein etwa zwei Meter großes Loch hatte sich aufgetan und musste von der Feuerwehr unter der Leitung von Marcel Kratz leer gepumpt werden.
Zudem rückte die Zülpicher Wehr, die zur Koordination der Einsätze die sogenannte KOST in der Wache an der Blayer Straße besetzt hatte, zu umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern aus. Wie der Kreis Euskirchen berichtete, wurde auch die Rettungsleitstelle im Kreishaus personell aufgestockt. „Es gab keine Einsätze, bei denen Menschen in Gefahr waren“, so Sven Gnädig von der Pressestelle des Kreises.

Beim Gewitter kamen in Wolfert taubeneiergroße Hagelkörner vom Himmel.
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Unterbrochen werden musste das Kreisliga-C-Spiel zwischen dem Euskirchener TSC und dem SV Frauenberg II. Als die Gewitterfront samt Blitzen und Donner über das Heinz-Flohe-Stadion hinwegzog, blieb Schiedsrichter Ismail Gündogan nichts anderes übrig, als das Spiel für 25 Minuten zu unterbrechen. Als das Unwetter samt Starkregen abgezogen war und keine Gefahr mehr für Spieler und Zuschauer bestand, wurde die Partie auf dem Kunstrasenplatz fortgesetzt. Und der ETSC konnte sogar noch den Aufstieg in die Kreisliga B feiern.
In der Eifel kamen teilweise taubeneiergroße Hagelkörner vom Himmel. Autos, die zum Zeitpunkt des Unwetters nicht geschützt untergestellt worden waren, dürften die Schauer nicht unbeschadet überstanden haben. In Zülpich wurde die Tedi-Filiale durch den Regen in Mitleidenschaft gezogen. Das Geschäft will am Montag zwar öffnen - aber nur eingeschränkt.
