Abo

Ausflugtipps für FamilienUnterwegs auf einem Märchenpfad in der Eifel

7 min
Ein Mann schiebt einen Kinderwagen über einen Weg neben einem See, links von ihm läuft ein Mädchen.

Breite Wege: Der Märchenpfad am Jünkerather Stausee ist auch gut mit dem Kinderwagen zu gehen.

In Jünkerath wurde ein neuer Wanderweg für Kinder angelegt. Familien aus dem Kreis geben Tipps für Ausflüge jenseits der großen Ziele.

Während sich die meisten Kinder vermutlich lange auf die Sommerferien freuen, müssen viele Eltern erst einmal tief durchatmen. Sechs Wochen können sich ganz schön ziehen, vor allem wenn um 10 Uhr morgens schon das erste „Mir ist langweilig“ durchs Haus gebrüllt wird. Deshalb gilt für die Sommerferien mit Familie dasselbe wie in vielen Lebenslagen: Vorbereitung ist alles. Am besten verlässt man mit den Kids so oft wie möglich das Haus. „Kinderlüften“ nennt man das im Fachjargon unter Eltern gerne.

Der Märchenpfad bei Jünkerath scheint da eine gute Adresse zu sein. „Der Märchenpfad macht das Wandern für Kinder zu einem echten Erlebnis“ , verspricht die Touristik GmbH Gerolsteiner Land auf ihrer Webseite. Also ab ins Auto und los geht es.

Für Märchenpfad muss ein Rucksack in der Touristinfo gekauft werden

Der Märchenpfad wurde in diesem Jahr eröffnet. Er ist etwa 2,5 Kilometer lang und erzählt anhand von sechs unterschiedlichen Stationen die Geschichte „Sechse kommen durch die ganze Welt“ der Gebrüder Grimm. Bevor man startet, muss man allerdings während der Öffnungszeiten in einer der Tourist-Infos in Stadtkyll, Hillesheim oder Gerolstein einen Begleitrucksack kaufen. Kostenpunkt: 7,95 Euro. Ohne den kann man zwar an den Stationen die Geschichte lesen, aber nicht die Spiele und Rätsel lösen, die den ganzen Weg für Kinder erst richtig interessant machen. In dem Rucksack findet sich neben den Utensilien für die Spiele an den einzelnen Stationen ein Begleitheft mit zusätzlichen Erklärungen.

Ein Mädchen zeigt auf ein rotes Schild, das neben einer Bank am Wegesrand steht.

An den Stationen gibt es immer einen Teil des Märchens „Sechse kommen durch die ganze Welt“ zu lesen.

Ein kleines Schild mit einem roten Märchenbuch und einem Pfeil darauf hängt an einem Baum.

Kleine Schilder weisen den Weg auf dem Märchenpfad.

Am Wanderparkplatz angekommen, wird zunächst aus einem großen DIN-A3-Blatt aus dem Rucksack ein Hut gebastelt. Dann kann es losgehen. Zunächst bergauf durch den Wald, doch die erste Station lässt nicht lange auf sich warten. Hier ist der erste Teil des Märchens zu lesen, und im Begleitheft stehen dazu zwei Aufgaben, die beide auch für die Erwachsenen gar nicht so leicht zu lösen sind.

Bei der ersten Aufgabe muss man mit einem selbstgebastelten Fernrohr eine Fliege in einem Baum finden. Bei der zweiten Aufgabe wird das Lungenvolumen überprüft: Zuerst legt man 20 kleine Steine mit einem Abstand von etwa 20 Zentimetern in eine Reihe, dann muss man tief Luftholen und beim Ausatmen ein bestimmtes Wort sagen und so viele Steine aufsammeln, wie man schafft, bevor man wieder Luft holen muss. Die Ergebnisse kann man dann ins Begleitheft eintragen und dann geht es weiter zur nächsten Station.

Im Wanderrucksack ist eine Belohnung für Kinder dabei

Säckchen basteln, Wettlauf mit Wasserbecher, Feder pusten und einige weitere Aufgaben warten entlang des Weges. Und damit es dazwischen nicht langweilig wird, gibt es im Begleitheft Tipps für die Weggestaltung. Zum Beispiel springen statt laufen oder Tannenzapfen sammeln. Der Weg führt dabei durch den Wald, dann am Jünkerather Stausee vorbei und wieder zurück zum Startpunkt auf dem Parkplatz. Und das Beste: In dem Rucksack ist auch eine kleine Belohnung für die Nachwuchs-Abenteurer.

Insgesamt lässt sich der Weg vor allem für Familien mit Grundschulkindern empfehlen. Auch mit kleineren Kindern ist er machbar, für diese können manche Aufgaben allerdings noch etwas schwer sein. Außerdem sind die Märchenpassagen an den jeweiligen Stationen relativ lang. Für Kindergartenkinder dürfte es noch schwierig sein, immer zuzuhören und die Geschichte im Kopf zu behalten. Für das Erledigen der Aufgaben ist das aber auch nicht nötig.


Familien geben Ausflugtipps im Kreis Euskirchen

Es gibt viele Ausflugsziele im Kreis Euskirchen für Familien. Doch die meisten davon sind auch schon weit bekannt. Freilichtmuseum, Seepark oder Greifvogelstation muss man vermutlich keiner Familie mehr als Tipp nennen. Wir haben uns deshalb bei ein paar Familien im Kreis Euskirchen umgehört, welche Ausflugsziele sie neben den großen, bekannten noch empfehlen können.

Oberprether Mühle

Vom Campingplatz Wildbach-Camping in Hellenthal aus führt ein etwa fünf Kilometer langer Wanderweg entlang des Platiß- und des Prether Bachs bis hin zum Naturcampingplatz Oberprether Mühle. Dort gibt es einen Spielplatz, auf dem die Kinder toben können, und natürlich den Bach, in dem man sich ein bisschen abkühlen kann. Im Biergarten gibt es kleine Gerichte zum Essen und Getränke. Der Weg zur Oberprether Mühle ist zudem Teil der Eifelschleife „Eisvogelwanderung“. Geeignet ist er für Familien mit etwas mehr Ausdauer, da die Strecke etwa 13,9 Kilometer lang ist.

www.oberprether-muehle.de

Barfuß- und Generationenpark Schmidtheim

Kletter- und Balancierbalken, Rutschen, Matschkuhle, Sandkasten, Seilbahn, Labyrinth und vieles mehr gibt es auf der mehr als 6000 Quadratmeter großen Fläche des Barfuß- und Generationenparks in Schmidtheim zu entdecken. Wie der Name schon verrät ist auch ein Barfußpfad mit 15 Stationen dort angelegt. Außerdem ein Beachvolleyballfeld und ein Bouleplatz. Viele Möglichkeiten für Groß und Klein sich auszutoben. Am Sonntag, 16. August, ist außerdem Haus- und Hoftrödel im gesamten Dorf.

www.ig-schmidtheim.de/BarfuundGenerationenpark

Lichterlebniskirche Scheuren

Vor gut einem Jahr ist aus der Kapelle in Scheuren de Lichterlebniskirche geworden. Neben regelmäßigen Gottesdiensten kann man die Kirche auch so besuchen und über ein interaktives Touch-Terminal Lichtfarbe, Musik und Meditationen einschalten. Mit der Kinderkirche gibt es auch ein Angebot für die Kleinen. Direkt neben der Kapelle befindet sich zudem ein Spielplatz. Wer sich danach noch etwas auspowern möchte, kann zum nahe gelegenen Sportpark Schleiden fahren oder wandern. Hier kann man sich beispielsweise an Tischtennisplatten, Trampolinen, Pumptrackanlage, am Boulderblock, im Parcours oder auf dem Multifunktionssportfeld austoben.

www.schleiden-eifel.com/events/lichterlebniskirche-scheuren

www.schleiden.de/rathaus/leben-vor-ort/sport/sportpark-schleiden/

Ein Mädchen hüpft über einen Weg, vor ihr läuft ein Mann mit Kinderwagen.

Zwischendurch mal zu hüpfen, bringt Abwechslung und hält den Nachwuchs auf bei Laune.

Gymnicher Mühle

Etwas außerhalb vom Kreis Euskirchen, aber noch gut zu erreichen liegt das Naturpark-Zentrum Gymnicher Mühle am Flusslauf der Erft. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier die Natur, Landschaft und Kulturgeschichte auf vielfältige Weise erleben. Zum Beispiel im Wassererlebnispark, in der Wasserwerkstatt oder im Erftmuseum. Der Wassererlebnispark ist ein 15.000 Quadratmeter großer Wasserspielplatz mit Floßteich und anderen Stationen. Der Eintritt ist allerdings nicht frei. Ab einem Alter von zwei Jahren zahlen alle Besuchenden, egal welchen Alters, 4,50 Euro. In den Sommerferien hat der Park dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag.

www.naturparkzentrum-gymnichermuehle.de

Erftaue in Euskirchen

Die Freizeit und Sportmöglichkeiten in der Erftaue in Euskirchen scheinen schier unendlich. Es kann beispielsweise Disc-Golf gespielt werden. Wem das zu anstrengend ist, der kann sich in der Erft abkühlen. Der Nachwuchs hat die Möglichkeit, auf dem Piratenschiff zu spielen oder einen Kletterparcours zu bewältigen. Zudem gibt es im Veybachpark, der die direkt an die Erftaue anschließt, einen Spielplatz für die Kleinsten – für die etwas größeren Kinder gibt es dort eine Seilrutsche. Im Bereich des ehemaligen Freibads kann Fußball und Basketball gespielt werden. Auch Fitnessgeräte gibt es dort.

Pumptrack in Weilerswist

Sein Ruf geht weit über die Grenzen der Gemeinde Weilerswist hinaus. Der Pumptrack am Sportzentrum Weilerswist ist längst kein Geheimtipp mehr. Das Besondere: Es gibt nicht nur eine Strecke für mutige oder ambitionierte Sportler. Es gibt auch eine kleine Strecke, auf der das Pumptrack-Feeling ganz langsam wachsen kann. Eltern können, während der Nachwuchs im Geschwindigkeitsrausch ist, an der Erft spazieren gehen.

Geschichte zum Hören

Die Tuchmacher in Monschau, die Kupferstecher in Stolberg, die Herzöge in Nideggen oder das Geheimnis der Heimbacher Stühlchen – viele spannende Geschichten und Anekdoten zum Schmunzeln bietet das Programm der „Rureifeltouren 2026“. Von Ende März bis Anfang November gibt es geführte Gästetouren von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen im Wechsel. Wer lieber in der Natur unterwegs ist, bucht eher eine geführte Wanderung zur Abendbeobachtung der Biber oder zum Weltkriegsgedenken. Extra-Angebote für Kinder und Pilzsammler gibt es ebenfalls.

www.monschau.de

Kakushöhle in Dreimühlen

Das Naturschutzgebiet des Kartsteins mit der Kakushöhle in der Stadt Mechernich zählt zu den bedeutenden prähistorischen Fundstätten in Europa. Oberhalb des landschaftlich reizvollen Feytals im Ortsteil Dreimühlen gelegen, bietet der Kartstein mit der Kakushöhle zahlreiche Möglichkeiten für Wanderer, Natur- und Kulturinteressierte und kleine Abenteurer.