Die NRW-Stiftung finanziert die Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit bis zu 100.000 Euro. Auch die Info-Tafeln werden aktualisiert.
FörderungEine Rampe soll den Moorpfad in Dahlem besser erreichbar machen

Hier endet derzeit der barrierefreie Teil des „Moorpfads“. Eine sanft ansteigende Rampe soll den Höhenunterschied zum Rundweg oberhalb überwinden.
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Der bei Eifelurlaubern beliebte „Moorpfad“ in der Gemeinde Dahlem, ein gut 300 Meter langer Bohlensteg im Naturschutzgebiet „In der Wasserdell“ oberhalb von Dahlem, wird ausgebessert und barrierearm verlängert. Die NRW-Stiftung finanziert das Projekt.
Auf der kleinen Besucherplattform oberhalb des Moorweihers am Beginn des Bohlenstegs über das Heidemoor war die Stimmung heiter. Gerade hatte Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, einen Förderbescheid gezückt. Den überreichte er Dahlems Altbürgermeister Reinhold Müller als Vorsitzender der Ortsgruppe Dahlem des Eifelvereins. Müller freute sich ebenso sehr wie sein Amtsnachfolger Jan Lembach. Denn nur gemeinsam war man an das Geld gekommen.
Moore sind in diesem Jahr ein Schwerpunkt für die Stiftung
Entsprechend ihrem Stiftungszweck kann die NRW-Stiftung ihre Fördergelder nur an Ehrenamtsinitiativen oder Vereine ausgeben. Müllers Ortsgruppe, die den „Moorpfad“ als Teil des 70 Kilometer langen Wandwegenetzes in ihrem Beritt mitbetreut, wird so die Arbeiten an der Querung des Naturschutzgebiets finanzieren, die die Gemeinde im Wesentlichen ausführt. Für die Gemeinde alleine sei das kaum zu machen, so Bürgermeister Jan Lembach mit Blick auf den Haushalt. Die jetzt gezahlte Förderung durch die NRW-Stiftung beträgt immerhin bis zu 100.000 Euro, so der Bewilligungsbescheid.

Professor Dr. Karl-Heinz Erdmann von der NRW-Stiftung (3.v.l.) mit dem Vorsitzenden der Ortsgruppe des Eifelvereins, Reinhold Müller (2.v.l.), Bürgermeister Jan Lembach (4. v.r.), Dahlems Ortsbürgermeisterin Marita Schramm (2.v.r.), sowie weiteren Vertretern der Gemeinde und der Ortsgruppe des Eifelvereins.
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Das Geld sollen zum einen für die Ausbesserung von Schadstellen am Unterbau des Holzstegs ausgegeben werden. Zum zweiten soll eine barrierereduzierte Verbindung zum Waldweg oberhalb des Moores gebaut werden. Derzeit endet der Steg an einem Pfad hinauf zum Waldweg, der mit rund vier Metern Höhenunterschied für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator kaum zu überwinden ist. Eine sanft ansteigende, um die 60 Meter lange Rampe soll Abhilfe schaffen.
Für die NRW-Stiftung passt die Unterstützung des Dahlemer „Moorpfads“ zum Förderschwerpunkt „Moore“ in diesem Jahr, das zugleich ein Jubiläumsjahr ist, so Professor Erdmann. Moore seien auch grundsätzlich „gerade in den Köpfen der Menschen“, findet Reinhold Müller. Das Bewusstsein für deren Schutz sei weit verbreitet.
Bis 2028 hat die Gemeinde Dahlem nun Zeit, das bereitgestellte Geld zweckgemäß auszugeben. Neben den erwähnten baulichen Maßnahmen soll ein Teilbetrag für die Vermittlung und Pädagogik investiert werden. Die Informationstafeln sollen aktualisiert und das Wissensangebot mit QR-Codes zu Internetseiten erweitert werden.
Mit der Förderung des Moorweg-Ausbaus unterstützt die NRW-Stiftung weiterhin Naturschutzprojekte in der Nordeifel. Das sei ohnehin die Region in NRW, in die bisher die meisten Fördergelder der Stiftung geflossen seien, so Professor Erdmann. Zu verdanken habe das die Region vor allem dem Engagement des 2023 verstorbenen Vorstandsmitglieds Prof. Wolfgang Schumacher. Schumacher gehörte dem Leitungsgremium von 1987 bis 2017 an.
In der Wasserdell
Moore sind eine Art Archiv der Erdgeschichte. Sie dokumentieren Landschaftshistorie bis zurück in die letzte Eiszeit. Intakte Moore regulieren den Wasserhaushalt, dienen dem Klimaschutz als Kohlenstoffspeicher und bieten einen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. In den letzten Jahren wurden in NRW mehrere entwässerte Moore renaturiert.
Das Heidemoor „In der Wasserdell“ im Naturpark Hohes Venn-Eifel ist FFH-Schutzgebiet, steht unter Naturschutz und ist als „Schutzgebiet von überregionaler Bedeutung“ als Natura-2000-Gebiet anerkannt. Das ist eine relativ junge Entwicklung. Denn das rund zwölf Hektar große Areal war im 20. Jahrhundert noch dicht mit Fichten bewachsen und wurde durch Gräben entwässert. Die Moorpflanzen wurden so verdrängt und der empfindliche Wasserhaushalt war so gut wie zerstört.
Vor 20 Jahren entdeckte die Biologische Station des Kreises Euskirchen den Wert des fast verschwundenen Moores oberhalb von Dahlem. Ein Konzept zur Revitalisierung wurde entwickelt. Rund um den Moorbach wurden die Fichtenbestände vollständig entfernt und das Gebiet wieder vernässt, damit sich typische Arten erneut ausbreiten und ansiedeln konnten. Mittlerweile wachsen hier zum Beispiel wieder Glockenheide, Moorlilie, rundblättriger Sonnentau, Dreizahn oder auch das Sumpfveilchen. Auf einer Teilfläche ist ein nährstoffarmer, saurer Borstgrasrasen zu finden. Durch Anstauung des Moorbaches ist zudem ein Teich entstanden, der auch als Löschteich dient.
Um das Heidemoor erlebbar zu machen, zugleich aber die Moorvegetation zu schützen, wurde ein 500 Meter langer Weg – rund 300 Meter davon auf Holzbohlen – angelegt. Infotafeln klären über das Projekt auf. Der Bohlenweg im Naturpark Hohes Venn-Eifel ist Teil mehrerer, unterschiedlich langer Rundwanderwege. Unter anderem führt die acht Kilometer lange Eifelschleife „Moorpfad“ auch über den Bohlenweg.
Die NRW-Stiftung
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 mehr als 3800 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt über 325 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihrer 10.000 Fördervereinsmitglieder und aus Spenden.
Die Stiftung ist vom damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau 1986 nach dem Vorbild des britischen „National Trust“ gegründet worden, so Vorstandsmitglied Professor Dr. Karl-Heiz Erdmann. Nach einem Englandbesuch habe Ehefrau Christina Rau ihrem Mann gesagt: „So was brauchen wir auch.“

