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Drei TourentippsDiese Wald-Wanderungen im Kreis Euskirchen sind an heißen Tagen ein Genuss

6 min
Felspartie an den Katzensteinen bei Katzvey.

Die Katzensteine im Wald bei Katzvey sind die wohl bekanntesten Buntsandsteinfelsen im Kreis Euskirchen.

Im dichten Eifeler Forst kann man auch im Hochsommer einen kühlen Kopf bewahren. Wir haben drei schattige Touren-Tipps für Sie herausgesucht.

Alte Laubbäume senken im Sommer die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen drastisch: Dies liegt laut Forstexperten an der enormen Menge Wasser, die Bäume über ihre Blätter verdunsten, was der Umgebung Wärme entzieht. Verstärkt wird der Effekt von der natürlichen Verschattung durch das Blätterdach. Förster und Buchautor Peter Wohlleben bezeichnet den Wald gar als „natürliche Klimaanlage“, in der es im Sommer bis zu zehn Grad kühler sein kann als in Städten oder offenen Landschaften.

Wer in diesen heißen Tagen eine Wanderung oder einen Ausflug mit der Familie in die Natur plant, ist im Wald also grundsätzlich schon einmal gut aufgehoben. Wenn sich entlang des Weges auch noch eine Einkehrmöglichkeit befindet, wo man verbrauchte Energie und ausgeschwitzte Flüssigkeiten auftanken kann, steht einem erholsamen Tag also fast nichts mehr im Wege.

Tour 1: Auf schmalen Pfaden durch den Eickser Busch

Die Eifelschleife „Eickser Busch“ ist eine knapp acht Kilometer lange Rundwanderung, die man gut in zwei Stunden absolvieren kann. Dank der bekannt zuverlässigen Beschilderung kann man sich auf diesem Weg eigentlich nicht verlaufen – wie bei allen Premium-Routen in der Nordeifel. Offizieller Startpunkt ist am Wanderparkplatz zwischen Eicks und dem Kommerner Freilichtmuseum. Wenn man jedoch am Dorfplatz in Hostel startet und von dort in Richtung Glehn aufbricht, kann man die sonnenreichen Offenlandabschnitte der Wanderung gleich zu Beginn absolvieren – vorzugsweise am frühen Morgen, wenn es noch nicht zu heiß ist.

Eine Spaziergängerin mit Hund bei einer Tour durch den Eickser Busch.

Einfach mal genießen: Mensch und Tier finden auf den schmalen Pfaden, die durch den Eickser Busch führen, Abkühlung an heißen Tagen.

Von Glehn aus folgt man dem Lauf des Bruchbachs in Richtung Eicks, wo sich mitgeführte Vierbeiner auf halber Strecke im Bach erfrischen können. Halbzeit ist dann in Eicks, wo das Café Zehntscheune, direkt gegenüber vom spätbarocken Wasserschloss gelegen, zur Einkehr einlädt (Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 9 bis 17 Uhr). Vom reichhaltigen Frühstück über deftige Mittagsgerichte bis hin zu Kaffee und Kuchen reicht das Angebot.

Frisch gestärkt erreicht man dann den namensgebenden Eickser Busch, wo es über schmale Pfade und sandige Forstwege durch den dichten Mischwald zur Waldkapelle geht, wo man ebenfalls ein weiteres Päuschen einlegen kann. Vorbei am Bolzplatz, wo donnerstags die einheimischen „Highlander“ trainieren, geht es zurück nach Hostel. Dort kann man zum Abschluss die idyllische Fachwerkbebauung rund um den Dorfplatz bestaunen.

Die Tourenbeschreibung bei outdooractive.com: hier

Tour 2: „Ab in den Wald!“ auf den Spuren von Magier Catweazle

Ebenfalls im Gebiet der Stadt Mechernich verläuft die Eifelschleife „Ab in den Wald“, die vom Team der Nordeifel Tourismus GmbH in Kall in einer Liste mit „Wandertipps für heiße Tage“ geführt wird. Wie der Name schon sagt, führt sie nahezu ausnahmslos durch Waldgebiete. Darunter sind aber auch Bereiche mit Kiefernbewuchs: Dort wird es deutlich wärmer als im Buchenwald, dafür verströmen die Bäume bei Sonneneinstrahlung aber intensive und würzige Harzaromen.

Start zu der knapp neun Kilometer langen Rundwanderung ist am Wanderparkplatz an den Katzensteinen zwischen Katzvey und Satzvey. Die markanten Buntsandsteinfelsen im Tal des Veybachs haben bereits bei etlichen Film- und Fernsehproduktionen als Kulisse gedient. Komiker Otto Waalkes schlüpfte hier zum Beispiel im Jahr 2020 in die Rolle des mittelalterlichen Magiers Catweazle, den es in die Neuzeit verschlägt.

Wanderwegweiser an der Eifelschleife„ Ab in den Wald“ in der Nähe der Katzensteine.

Die Eifelschleife „Ab in den Wald!“ macht ihrem Namen alle Ehre.

Über einen Abschnitt des Römerkanal-Wanderwegs geht es von dort bergauf in Richtung Autobahn, die man unweit von Lessenich unterquert. Leider können Vogelgezwitscher und Blätterrauschen des Waldes die Autobahngeräusche nicht ganz übertönen.

Einkehrmöglichkeiten sind hier leider Fehlanzeige

Östlich der A1 hat man dann eine schöne Aussicht auf Rißdorf und später auf Weiler am Berg, den Stockert und das darauf befindliche Radioteleskop, den Astropeiler. Hier verläuft der Weg am Waldrand – es ist aber schattig, wenn man am späten Nachmittag oder frühen Abend unterwegs ist.

Bei Weiler am Berg wechselt man wieder auf die andere Seite der Autobahn und es geht hinab in Richtung Feyermühle. Hier weist der Veybach noch keine Bleibelastung auf, so dass man mitgeführte Hunde getrost zur Abkühlung ins Wasser schicken kann, wenn man einige Extra-Meter bis zum Bach macht.

Durch einen herrlichen Buchenwald mit vielen alten Bäumen gelangt man schließlich oberhalb der L61 wieder zum Ausgangspunkt an den Katzensteinen zurück. Einkehrmöglichkeiten direkt an der Strecke sind bei dieser Tour leider Fehlanzeige – bis nach Mechernich und zum dortigen Bergbaumuseum ist es jedoch nicht weit.

Die Tourenbeschreibung bei outdooractive.com: hier

Tour 3: Waldwichtel und Römer zwischen und Nettersheim

Wer komplett auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, findet vielleicht Gefallen am nächsten Tourenvorschlag, der für Familien mit Kindern sehr gut geeignet ist. Der Weg weist nur geringe Steigungen auf und ist auch für Kinderwagen geeignet. Obwohl es keine durchgängige Markierung gibt, werden auch ungeübte Wanderer den Weg finden.

Im Zauberwald in Urft steht eine Holzfigur in einem Holzhäuschen.

Einen „Zauberwald“ kann man bei Urft entdecken. Einige Stationen liegen unmittelbar am Wegesrand unseres Tourenvorschlags.

Eine hölzerne Kletterburg am Spielplatz am Naturzentrum Eifel in Nettersheim.

Am Zielort in Nettersheim lädt eine römische Kletterburg zum Toben und Spielen ein.

Mit der Bahn fährt man zum Beispiel von Euskirchen aus in gut 20 Minuten mit dem RE22 bis zum Bahnhof Urft/Steinfeld. Man verlässt das Dorf in westlicher Richtung und folgt dann ab dem Wanderparkplatz im Rosenthal dem Lauf der Urft flussaufwärts in Richtung Nettersheim, das knapp sechs Kilometer entfernt ist. Die reine Gehzeit beträgt knapp anderthalb Stunden, und wenn man sich stets auf der rechten Talseite hält, verläuft die gesamte Strecke im Schatten von Laubbäumen.

Der „Zauberwald“ bei Urft ist auch einen eigenen Besuch wert

Direkt am Anfang der Tour gibt es einen Bereich der Urft, der für Hunde gut zugänglich ist. Außerdem befinden sich auf dem ersten Kilometer verschiedene Stationen des „Zauberwald-Wanderwegs“, der für kleine Naturfreunde auch immer wieder einen eigenen Besuch wert ist.

Wer der Urft bis nach Nettersheim folgt, kommt auf halber Strecke am „Grünen Pütz“ vorbei, wo die römische Wasserleitung begann. In Nettersheim selbst gibt es zur Belohnung jede Menge Einkehrmöglichkeiten – vom traditionellen Eifeler Café „Zur Römerquelle“ (Tipp: Hefetaat mit Streuseln oder Riemchen probieren, montags ist allerdings Ruhetag) bis zur Eisdiele „Solo Qui“ (täglich 13 bis 18 Uhr) in der Steinfelder Straße.

Am Naturzentrum Eifel, ebenfalls direkt an der Urft gelegen, gibt es einen schönen großen Themen-Spielplatz mit einer „römischen“ Kletterburg. Mit dem Zug geht es zurück nach Euskirchen – in diesem Sommer allerdings nur an den Wochentagen, denn samstags und sonntags werden die Regionalzüge auf der Eifelstrecke von Euskirchen in Richtung Eifel durch Busse des Schienenersatzverkehrs ersetzt. Die Mitnahme von Fahrrädern ist dann in der Regel nicht möglich


Unter Tage gibt es im Mechernich noch mehr Abkühlung

Neun Grad kühl ist es ganzjährig in den Stollen des ehemaligen Bleibergwerks „Grube Günnersdorf“ in Mechernich. Wer bei einer der Wanderungen in der Umgebung trotz Aufenthalts im Wald doch ins Schwitzen gekommen sein sollte, findet hier eine wohlverdiente Abkühlung.

Im Bergbaumuseum Mechernich wird die 2000 Jahre alte Geschichte des Bleierzabbaus erzählt. Günter Nießen, der Vorsitzende des Museumsvereins, und sein Team nehmen die Besucher auf einer anderthalb bis zwei Stunden dauernden Tour mit in die Mechernicher Unterwelt. Dabei erfährt man nicht nur viel Wissenswertes über den Bergbau, der bis 1957 am Bleiberg betrieben wurde, sondern auch, wie die unterirdischen Stollen zum Beispiel während des Zweiten Weltkriegs als Lazarett genutzt wurden.

Führungen finden dienstags bis samstags um 14 Uhr und sonntags um 11 und 14 Uhr statt. Weitere Infos auf der Bergwerks-Website.