Der Kreis Euskirchen initiiert einen Verkehrsversuch auf der L234 bei Bad Münstereifel. Dabei handelt es sich nicht um eine Verkehrsüberwachung.
Kreise auf L234Der Kreis Euskirchen will Fahrverhalten der Biker in der Eifel untersuchen

In der Eifel sind viele Motorradfahrer unterwegs. Der Kreis will nun die Sicherheit auf den kurvenreichen Straßen in der Eifel zwischen Bad Münstereifel und Effelsberg verbessern.
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Das Wetter ist derzeit zwar nicht perfekt für Motorradtouren durch die Eifel. Dennoch waren am Freitag wieder Biker auf den kurvenreichen Straßen unterwegs. Mit einem wissenschaftlich begleiteten Verkehrsversuch will der Kreis Euskirchen die Sicherheit für Motorradfahrer auf diesen Strecken nun verbessern.
Untersucht wird derzeit das Fahrverhalten auf der L234 zwischen Bad Münstereifel und Effelsberg. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie Motorradfahrer enge und anspruchsvolle Kurven durchfahren und welche Maßnahmen helfen können, Unfälle zu vermeiden.
Pilotprojekt im Kreis Düren Blaupause für den Kreis Euskirchen
Der Versuch knüpft an ein Pilotprojekt im Kreis Düren an. Dort werden seit 2023 auf der sogenannten Panoramastraße spezielle Fahrbahnmarkierungen getestet. Die auf die Fahrbahn aufgebrachten Kreise sollen Motorradfahrer dabei unterstützen, die eigene Spur besser einzuhalten und gefährliche Begegnungen mit dem Gegenverkehr zu verhindern.
Auch im Kreis Euskirchen stehen nun wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verkehrssicherheit im Mittelpunkt. Der Verkehrsversuch wurde vom NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr genehmigt und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Euskirchen sowie Straßen.NRW. Die wissenschaftliche Auswertung übernimmt die Firma Mobaix, begleitet vom Verkehrsinstitut der RWTH Aachen.

Die Warnhinweise entlang der Straße sind deutlich.
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Mithilfe von Kreisen auf der Fahrbahn soll das Befahren der L234 sicherer werden.
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Seit dem 1. Mai werden auf der Strecke Messungen durchgeführt. Geplant ist eine Untersuchung über insgesamt acht Wochen. Zunächst wird das Fahrverhalten vier Wochen lang ohne zusätzliche Markierungen erfasst. Anschließend folgen weitere vier Wochen nach dem Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen.
Nach Angaben des Kreises zeichnet die eingesetzte Technik dabei ausschließlich Fahrlinien und Geschwindigkeiten von Motorrädern auf. Eine Verkehrsüberwachung finde ausdrücklich nicht statt. Kennzeichen würden weder erfasst noch gespeichert. Die erhobenen Daten dienten ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken und würden anonymisiert ausgewertet. Entsprechende Hinweisschilder hat die Polizei an der Messstelle angebracht.
Anlage wurde bereits Ziel von Vandalismus
Allerdings wurde die Anlage bereits Ziel von Vandalismus. Wie der Kreis mitteilte, sind die Messinstrumente vor wenigen Tagen zerstört worden und mussten anschließend neu installiert werden.
Landrat Markus Ramers betont die Bedeutung des Projekts für die Verkehrssicherheit. Ziel sei es, gerade auf beliebten Motorradstrecken Risiken zu reduzieren und gefährliche Situationen in Kurvenbereichen besser zu entschärfen. Besonders problematisch sei es, wenn Kurven geschnitten würden oder Fahrer mit dem Oberkörper in den Gegenverkehr gerieten.
Ramers: „Der Verkehrsversuch dient einem klaren Ziel: mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer – insbesondere den Motorradfahrern auf kurvenreichen Strecken.“
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nach Angaben des Kreises Euskirchen nun dabei helfen, mögliche Sicherheitsmaßnahmen künftig fachlich fundiert bewerten zu können. Der Kreis Euskirchen hofft dabei auch auf die Unterstützung und das Verständnis der Verkehrsteilnehmer.
