Der Erftradweg ist neu gestaltet. Eine Begleitausstellung zu den Stationen und dem Hörspiel ist im Naturzentrum Nettersheim zu sehen.
110 Kilometer RadwegEin Hörspiel erzählt die Geschichten der Erft

Die Ausstellung zum Erftradweg erläuterte Frank Scheer, Geschäftsführer des Naturpark Rheinland (l.), Bürgermeister Norbert Crump.
Copyright: Stephan Everling
Einfach mal raus. Sich das Fahrrad oder E-Bike schnappen und auf den Weg machen. Für viele Menschen in der Eifel und in der Region ist das zur beliebten Freizeitbeschäftigung geworden. Doch wohin soll die Reise gehen? Immer dieselbe Strecke zu fahren, wird irgendwann langweilig. Eine Antwort gibt der Naturpark Rheinland: Er hat den beliebten Erftradweg überarbeitet und mit mehreren Stationen versehen.
Mit einer Wanderausstellung des Naturparks wird der rund 110 Kilometer lange Radweg derzeit im Naturzentrum in Nettersheim vorgestellt. Denn die Verbundenheit zu dieser touristischen Attraktion ist dort sozusagen von der Natur vorherbestimmt. Schließlich beginnt die Erft in Holzmülheim. Dort wurde die von der Flut 2021 schwer beschädigte Erftquelle neu gestaltet und ist nun ein beliebter Treffpunkt.
Für das Projekt entlang der Erft standen 100.000 Euro bereit
„Die Erft ist der spannendste Fluss Europas“, zitiert Frank Scheer, Geschäftsführer des Naturparks Rheinland, einen Mitarbeiter vom Erftverband. Zuerst sei er skeptisch gewesen, ob dies der Wahrheit entsprechen könnte: „Aber er hat mich überzeugt. Das ist Wahnsinn, welche Geschichten da erzählt werden können.“ Es gebe das Thema Wasserschlösser. Oder die Braunkohle, bei der die Erft eine wichtige Rolle spiele, da das Sümpfungswasser dort eingeleitet wird.

Über QR-Code können die Geschichten der einzelnen Stationen abgerufen und auf dem Handy gehört werden.
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Also sind 13 Stationen entwickelt worden, auf denen zahlreiche Geschichten zu dem 103 Kilometer langen Fluss erzählt werden. „Obwohl ja eigentlich durch Renaturierungsmaßnahmen immer mehr Kilometer dazukommen“, fügte Scheer dazu. Sechs große und sieben kleine Stationen sind insgesamt vorbereitet worden. Dazu wurden nicht nur Informationstafeln entwickelt und aufgestellt, sondern auch Sitzmöglichkeiten und Bügel, um die Fahrräder anzulehnen.
So können die Radfahrer bequem Platz nehmen und der jeweiligen Folge des Hörspiels lauschen, das die Wuppertaler Autorin Caroline Keufen über die Erft geschrieben hat. Abgerufen werden können die per QR-Code, die auf allen Tafeln aufgedruckt sind. Und: Die Folgen können laut Scheer unabhängig voneinander gehört werden, da sie nicht aufeinander aufbauen.
Rund 100.000 Euro habe das Budget für das Projekt betragen, teilt der Geschäftsführer des Naturparks mit, rund 80.000 Euro davon seien für die Realisierung der Stationen eingesetzt worden. „Als Naturpark schaffen wir Infrastruktur, die anschließend von den Touristikern vermarktet werden kann“, erläuterte er. Der Naturpark agiere dabei eher im Hintergrund, plane die Projekte, akquiriere das Geld und setze die Planung schließlich um. Bis Mitte November dieses Jahres ist die Ausstellung noch im Naturzentrum in Nettersheim zu sehen, sagte Lea Müller von der Gemeinde.
Zu sehen ist die Ausstellung bis Mitte November während der Öffnungszeiten des Naturzentrums: Montag bis Freitag von 9 bis 17.30 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 17.30 Uhr. Ab November ändern sich die Zeiten: Dann ist das Zentrum montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, an den Wochenenden von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
