Bund fördert ProjekteWasserstoff soll Kreise Euskirchen und Düren mobil halten

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Bei der Ankunft in Euskirchen wurde Bundesverkehrsminister Volker Wissing (M.) von Wolfgang Honecker, dem Technischen Beigeordneten der Stadt Euskirchen (r.), begrüßt. Achim Blindert, Ulf Hürtgen (v.l.) und Markus Ramers hatten den Minister bei der Fahrt begleitet.

Bei der Ankunft in Euskirchen wurde Bundesverkehrsminister Volker Wissing (M.) von Wolfgang Honecker, dem Technischen Beigeordneten der Stadt Euskirchen (r.), begrüßt. Achim Blindert, Ulf Hürtgen (v.l.) und Markus Ramers hatten den Minister bei der Fahrt begleitet.

Bundesverkehrsminister Wissing überreichte 81,6 Millionen Euro Fördermittel für ÖPNV-Projekte.

Vielleicht ist ja wirklich was dran an dem Thema, wenn Verkehrsexperten auch angesichts des Klimawandels immer wieder davon sprechen, wie wichtig der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist. Denn zum Termin in Düren traf Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) deutlich verspätet ein: Er stand im Stau – mit seinem Dienstwagen. Da traf es sich also ganz gut, dass es beim Ortstermin erstens um ÖPNV-Förderprojekte für die Region ging und dabei zweitens auch noch auf einen klimaneutralen Kraftstoff gesetzt wird: Wasserstoff.

Insgesamt hatte Bundesminister Wissing Zusagen für Fördermittel in Höhe von 81,6 Millionen Euro dabei, die sich auf vier Teilprojekte aufteilen. „Wir müssen den ÖPNV jetzt auf eine klimaneutrale Technik umstellen“, sagte Wissing während einer improvisierten Pressekonferenz, die wegen der Verspätung kurzerhand an Bord eines „Coradia iLint“-Zuges der Firma Alstom auf der Fahrt nach Euskirchen verlegt worden war. Dessen Brennstoffzellen werden mit Wasserstoff betrieben.

Wasserstoffbetriebene Busse sollen im Gebiet der RVK mit der Zeit Diesel und Gas ablösen.

Wasserstoffbetriebene Busse sollen im Gebiet der RVK mit der Zeit Diesel und Gas ablösen. In Mechernich entsteht dafür auch eine Wasserstofftankstelle, die öffentlich zugänglich sein wird.

Wasserstoffzüge auf der Bördebahn

Bis zum Jahr 2026, so sagte der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn, soll im Netz Düren, zu dem auch die Rurtalbahn nach Heimbach und die Eifel-Bördebahn nach Euskirchen gehören, der Regelbetrieb mit wasserstoffbetriebenen Zügen starten. „Denn nicht überall in Deutschland haben wir die Möglichkeit, den Schienenverkehr auf elektrische Züge umzustellen“, so Wissing. Mit der Wasserstofftechnologie könne Deutschland einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so der Minister.

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Der Schienennahverkehr-Zweckverband go.Rheinland will Züge mit Brennstoffzellentechnik einsetzen. Auch der Verbandsversammlungs-Vorsitzende Bernd Kolvenbach (r.) freut sich über das Geld vom Bund.

Der Schienennahverkehr-Zweckverband go.Rheinland will Züge mit Brennstoffzellentechnik einsetzen. Auch der Verbandsversammlungs-Vorsitzende Bernd Kolvenbach (r.) freut sich über das Geld vom Bund.

Für die Anschaffung von 17 Wasserstoffzügen überreichte er einen Förderbescheid über 55,7 Millionen Euro an den Zweckverband go.Rheinland. Eine Wasserstofftankstelle für die Züge am Dürener Bahnhof wird mit 3,8 Millionen Euro vom Bund gefördert und der Bau eines Elektrolyseurs zur Produktion von Wasserstoff, der ebenfalls im Kreis Düren entstehen soll, mit etwa 15 Millionen Euro.

Förderung für Projekte in Mechernich

Auch der Kreis Euskirchen profitiert: Rund 7,3 Millionen Euro fließen nach Mechernich, wo die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) ein großes Aus- und Weiterbildungszentrum zum Thema Wasserstoffmobilität plant. Gefördert werden auch dort der Bau eines Elektrolyseurs und einer Wasserstofftankstelle. „Diese Tankstelle wird die RVK einerseits für ihre Busse nutzen, sie wird aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“, sagte Landrat Markus Ramers: „Wir setzen stark auf diese umwelt- und klimafreundliche Technologe und wollen sie mit unseren Partnern voranbringen.“ Dafür sei es wichtig, auf Strom aus erneuerbaren Quellen zu setzen: Windkraft, Bio-Masse und Photovoltaik, zählte Ramers auf.

Die Kapazität soll ausreichen, um täglich 35 Brennstoffzellenbusse der RVK, aber auch private Pkw und Lkw betanken zu können. Bis zum Jahr 2027 soll das Wasserstoff-Zentrum der RVK in Mechernich an den Start gehen. Derzeit laufe die EU-weite Ausschreibung für den Bau der Tankstelle und der Elektrolyse-Anlage, informierte RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank.

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