In der Galerie im Mechernicher Rathaus sind bis Mitte des Jahres Bilder des Kommerner Künstlers Tom Krey zu sehen.
Ausstellung im RathausTom Krey zeigt Porträts und Landschaften in Mechernich

Der Künstler Tom Krey verfolgte mit seiner Familie die Laudatio.
Copyright: Stephan Everling
Nomen est omen, wussten bereits die Römer, der Name also Programm. So ist das auch bei der aktuellen Ausstellung in der Galerie im Mechernicher Rathaus, die dem Kommerner Tom Krey gewidmet ist. Der hat seinen Vornamen zum Motto der Ausstellung werden lassen: „T-O-M, Texturen – Orte – Menschen“. Womit in wenigen Worten bereits das Wesentliche über die Werke des 79-Jährigen gesagt ist, die derzeit in Mechernich zu sehen sind.
In das Wirken des Künstlers führte der Direktor des Gymnasiums am Turmhof, Micha Kreitz, bei der Eröffnung der Ausstellung ein. Markantes Merkmal der jüngeren Arbeiten von Krey sind die Oberflächen seiner Bilder, die er in der von ihm so genannten „Ölpixeltechnik“ gestaltet, die er seit 2015 verwendet. Aus dem pastosen Auftrag der Ölfarbe werden mit einem kleinen Spachtel Fäden gezogen, so dass sich verschiedene Farben miteinander verbinden oder den Hintergrund durchscheinen lassen.

Vor den ausgestellten Werken spielten „Uli van Staa und Friends“ zur Eröffnung der Ausstellung im Mechernicher Rathaus.
Copyright: Stephan Everling
Der visuelle Effekt erinnert an den Pointillismus des Impressionisten Georges Seurat. Motive werden aufgelöst und erschließen sich dem Betrachter erst aus der Distanz. Dazu kommt die Tiefenwirkung durch die Schatten, die die Farbzipfel werfen. Großformatig gestaltet Krey mit dieser Technik die Landschaften in seinen Werken. Zu sehen sind die Berge in Oberbayern, wo er seine Jugend verbrachte, aber auch Motive aus der Umgebung von Mechernich.
Dass er auch die klassische Maltechnik beherrscht, zeigt Krey mit den Porträts, die in der Ausstellung zu sehen sind. Ob Gandhi, Pablo Picasso, Claude Monet oder andere: Hier zeigt Krey nicht zuletzt in seiner Farbgestaltung seine ganz persönliche Wahrnehmung der dargestellten Persönlichkeit. „Tom Krey versucht, die Symbolismen ihres Lebens, ihrer Leistungen herauszustellen, mit Farbe, die bewusst ausgewählt worden ist“, sagte Laudator Kreitz.
Tom Krey hat dem Mechernicher Gymnasium ein Adenauer-Porträt als Dauerleihgabe überlassen
Ihn verbindet eine lange Bekanntschaft mit dem in Kommern lebenden Künstler, beginnend damit, dass Kreys Tochter Marina das Mechernicher Gymnasium besuchte. Auch mit der Leihgabe zweier Adenauer-Porträts für Ausstellungen und Veranstaltungen zum Thema „Grundgesetz“ unterstützte Krey die Arbeit der Pädagogen. Anfang des Jahres sei das eine dieser beiden Gemälde dem Gymnasium als Dauerleihgabe übergeben worden. Das zweite werde wahrscheinlich demnächst in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Rhöndorf eine neue Heimat finden, verriet Kreitz.
Kreitz ließ kurz das wechselhafte Leben des 1947 in Hohenstein-Ernstthal geborenen und in Garmisch-Partenkirchen aufgewachsenen Krey Revue passieren. Motorradrennfahrer und Hochseesegler sei er gewesen, so der Laudator, und mehr als 20 Jahre als selbstständiger Radio- und Fernsehtechniker in München tätig, bevor die Familie 1993 in die Eifeler Heimat von Kreys Ehefrau übersiedelte. I
Die Impressionisten haben den Künstler beeindruckt
mmer stärker wurde aber auch die Kunst zum Lebensmittelpunkt. 1968 hätten ihn bei einem Besuch in den Gemäldegalerien des Louvre die Werke der Impressionisten beeindruckt, und, wie er selbst gesagt habe, verführt, berichtete Kreitz. So begann er seine ersten Studien in den Ateliers Münchener Maler, vor allem bei Georg Kiste, einem Münchener Landschaftsmaler.
Den letzten Schliff holte er sich nach seiner Übersiedlung in die Eifel an der Axel-Andersson-Akademie in Hamburg, wurde Mitglied der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler, an deren Jahresausstellungen er 20-mal teilnahm. Und er beteiligte sich an mehr als 140 Einzel- und Gruppenausstellungen. Bereits in den Jahren 2012, 2014 und 2017 habe Krey in der Galerie im Rathaus Mechernich ausgestellt, erinnerte Bürgermeister Michael Fingel.
Besonders die Farben der Bilder hätten ihn in ihren Bann gezogen, denn sie regten ihn zum Nachdenken an und lüden zugleich zum Genießen ein. „Als ich vorhin ins Rathaus gekommen bin, habe ich gedacht, Harmonie macht sich breit“, freute sich die Kuratorin der Galerie im Rathaus, Ela Rübenach. Das werde nun für die nächsten drei Monate so sein. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung der Ausstellung von „Uli Van Staa und Friends“, unter anderem mit Titeln von Louis Armstrong und Amy Winehouse.
Die Ausstellung „Texturen. Orte. Menschen“ von Tom Krey ist noch bis Juli in der Galerie im Rathaus Mechernich, Bergstraße 1, zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
