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Die erste SeniorenmesseAlle Informationen gebündelt an einem Ort

Die erste Seniorenmesse in Mechernich war ein voller Erfolg: 30 Aussteller zeigten Hilfen für den Alltag von Pflege bis Mobilität.

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17.10.2026 Über 30 Aussteller halfen den Besuchern der ersten Mechernicher Seniorenmesse mit hilfreichen Tipps für den Alltag.

Mehr als 30 Aussteller waren bei der ersten Mechernicher Seniorenmesse mit von der Partie.

Tischtennis gegen das Zittern

Inmitten dutzender angeregt geführter Gespräche hallte das rhythmische Klackern eines Tischtennisballs, der von einem Schläger getroffen und wieder in die Luft geschleudert wurde, durch die Mehrzweckturnhalle in Mechernich. Hoch konzentriert versuchte Gabriele Franzen, den kleinen Ball in Bewegung zu halten, und alle anderen Eindrücke um sie herum schienen in dieser Zeit völlig ausgeblendet. Tatsächlich hatte sich die Angehörige der im November 2024 gegründeten Parkinsongemeinschaft Eifel während der ersten Mechernicher Seniorenmesse nicht aus Langeweile ihrem sportlichen Hobby zugewandt, sondern um den Besucherinnen und Besuchern einen wichtigen Baustein im Umgang mit der Parkinsonerkrankung zu präsentieren.

„Das Geräusch, wenn der Ball auf den Schläger fällt, triggert etwas im Gehirn der Betroffenen. Im Zusammenspiel mit der Koordination, die man benötigt, um den Ball zu treffen, kann man beobachten, dass das Zittern nachlässt oder sogar völlig aufhört“, erklärte die stellvertretende Gemeinschaftsvorsitzende. Diese Form der Konzentration sei ausschlaggebend dafür, dass die insbesondere im Ruhezustand auftretenden, unwillkürlichen Muskelbewegungen, auch „Tremor“ genannt, für den Zeitraum der Übung verschwänden, stimmte die Vorsitzende Ulrike Ahrens zu. „Die Erkrankung ist immer mehr im Vormarsch. Darum wollen wir als Gemeinschaft eine Möglichkeit bieten, sich in der Gruppe auszutauschen, damit sich die Betroffenen nicht zurückziehen und vereinsamen, wie es leider sehr häufig der Fall ist.“

Nicht nur beim Tischtennisspiel, sondern auch beim Tai-Chi oder einem Tanzkurs, den die Parkinsongemeinschaft Eifel anbietet, könne dieser Vereinsamung entgegengewirkt und als Gruppe der Alltag mit der Erkrankung ein wenig aufgehellt werden.

Vielfalt an Themen rund um den Alltag im Alter

Neben der Parkinsongemeinschaft waren am Samstag 30 weitere Aussteller in die Mehrzweckhalle gekommen, um die Seniorenmesse mit Leben zu füllen. „Wir haben schon während der Planung sehr viele Rückmeldungen bekommen und gemerkt, dass das Interesse an den Themen rund um die Alltagsfragen im Alter sehr groß ist“, berichtete Organisatorin Kati Jakob vom Fachbereich Bildung, Kultur und Soziales der Stadt Mechernich. „Aus diesem Grund haben wir heute eine bunte Vielfalt zusammengestellt, die sich mit der Pflege, der Mobilität und bis hin zur täglichen Verpflegung beschäftigt.“

Antworten für pflegende Angehörige

Neben zahlreichen Infoständen zählte daher auch ein Stand voller Rollatoren zu den Ausstellern, an denen die korrekte Handhabung in unterschiedlichen Situationen des Alltags geübt wurde. Zudem konnten auch Angehörige von pflegebedürftigen Personen viele Unklarheiten beseitigen. „Egal, ob man sich fragt, wie man einen Pflegegrad beantragt oder sich um die Einzelheiten der Beerdigung der Oma kümmern muss, hier findet man geballt in einer Halle alle Antworten“, erklärte der Initiator der Messe, Claus Helfen. „Oftmals sind es die Angehörigen, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen müssen. Dafür gibt es zwar viele Anlaufstellen, aber in einem stressigen Alltag haben nur die Wenigsten Zeit, all diese Stellen zu besuchen. Hier und heute haben sie Gelegenheit, sich diese Wege zu sparen und mit vielen Experten vor Ort zu sprechen.“

Immobilienrente als Finanzierungsmöglichkeit

17.10.2026 Das DRK stellte auch mobile Notrufgeräte mit GPS-Anbindung vor.

Notrufgeräte mit GPS-Anbindung.

Der besagte stressige Alltag der Angehörigen kann zudem zur Folge haben, dass sie sich nicht selbst um die pflegebedürftige Person kümmern können. Fachkundiges Personal einzustellen, um dem Wunsch vieler Seniorinnen und Senioren gerecht zu werden, weiterhin zu Hause leben zu können, ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Immobilienfirmen, wie die von Aussteller Wolfgang Hassel, informierten daher auch über die sogenannte Immobilienrente. „In der heutigen Zeit sind viele Senioren zwar Hausbesitzer, leben im Alltag aber aufgrund der niedrigen Rente wie Sozialhilfeempfänger“, so der Makler. „Die Immobilienrente erlaubt es, das Haus zu verkaufen, dabei trotzdem ein lebenslanges Wohnrecht zu erhalten und mit der monatlich ausgezahlten Finanzierung genug Geld zum Leben und für möglicherweise benötigtes Pflegepersonal zur Verfügung zu haben.“

Sicherheitsnetz per Knopfdruck: der DRK-Hausnotruf

Sollten Angehörige und Unterstützer trotz aller Planung dennoch einmal bei einer Notfallsituation nicht vor Ort sein, könnte der Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein zusätzliches Sicherheitsnetz darstellen, wie Patrick Dost, Fachbereichsleiter für Familie und Senioren, berichtete. „Mit einem einzigen Knopfdruck wird die 24 Stunden besetzte Notrufstelle alarmiert, die sich dann über Sprachverbindung mit dem Betroffenen in Verbindung setzt und alles weitere in die Wege leitet.“ Je nach Art des Notfalls können im Anschluss zuvor angegebene Kontaktpersonen benachrichtigt und im Ernstfall ein Rettungswagen auf den Weg geschickt werden. „Innerhalb von Euskirchen und den dazugehörigen Ortsteilen bieten wir auch an, Hausschlüssel zu übernehmen und selbst zu den Betroffenen nach Hause zu fahren. Weiter außerhalb ist dieser Dienst aber leider nicht möglich, da wir natürlich auch gewährleisten wollen, möglichst schnell vor Ort sein zu können.“

Besucher und Pflegedienste ziehen positive Bilanz

Zahlreiche Besucher zeigten sich von dem vielseitigen Angebot begeistert, darunter Anja Stallzus, die mit ihren Eltern zu der Seniorenmesse gekommen war. „Ich habe selbst beruflich mit dem Thema zu tun und bin daher schon recht gut informiert. Trotzdem finde ich es großartig, dass man hier alles an einem Ort versammelt hat und dass ich mir zusammen mit meinen Eltern einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen kann.“ Ein im Alltag häufig umgangenes Thema hob sie dabei besonders hervor. „Man redet nur sehr ungern darüber, aber auch das Thema Bestattung ist sehr wichtig, da es viele Fragen aufwirft, mit denen man sich vorher nie beschäftigt hat. Aber auch die vielen Infos darüber, wie man noch im hohen Alter weiterhin zu Hause wohnen bleiben kann, sind sehr spannend.“

Besucher und Aussteller seien für ein gemeinsames Ziel auf die Messe gekommen, stimmte Ioana Giurgi vom Pflegedienst „Zwei Hände, ein Herz“ zu. „Wir alle beschäftigen uns mit der Betreuung alter Menschen und wollen all das bieten, was sie für ihren Alltag brauchen.“ Zu ihren Aufgaben zähle daher auch die Begleitung zu Arztterminen oder ein tröstendes Gespräch, wenn ein offenes Ohr gebraucht werde. „An einem Tag wie heute haben wir die Gelegenheit, zu zeigen, dass es uns gibt und wie wir im Alltag für die Betroffenen da sein können.“

Ausblick: Messe soll wachsen und weitere Orte erreichen

Diese Gelegenheit des Austauschs solle es laut Initiator Claus Helfen in Zukunft häufiger geben. „Wir haben gemerkt, wie groß der Bedarf an einer solchen Veranstaltung ist, und wollen diese in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen.“ Gespräche darüber, eine Seniorenmesse 2027 auch in Zülpich und Bad Münstereifel durchzuführen, seien bereits im Gange. Und auch in Mechernich wolle man künftig regelmäßig zu diesen Themen zusammenkommen können.