Mit praktischen Übungen und Tipps für die richtige Ausrüstung sollen Senioren mehr Sicherheit im Alltag finden, auch wenn sie auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind.
RollatortrainingIn Euskirchen lernten Senioren kleine Tricks für den sicheren Alltag

Das Fahrverhalten ihrer Rollatoren auf unterschiedlichen Oberflächen trainierten Christa Volkmann und die anderen die Teilnehmer.
Copyright: Cedric Arndt
Für einen spontanen Besuch bei Freunden, einen Einkauf im Supermarkt oder einen Bummel durch die Innenstadt schnell in den Bus zu steigen, stellt für die meisten Menschen kaum eine Besonderheit dar. Auf Hilfsmittel wie einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen, rückt einen solch alltäglichen Vorgang aber in ein völlig anderes Licht.
Der schmale Spalt zwischen Haltestelle und Fahrzeug, der bei kleinen Abweichungen der Parkposition entstehen kann, wird plötzlich zu einem schwer zu überwindenden Hindernis. Der Höhenunterschied, insbesondere beim Aussteigen, ist eine Herausforderung. Damit Menschen mit Rollator oder Rollstuhl sicher und selbstbewusst am öffentlichen Leben teilnehmen können, hatten die Mitarbeiter der Stadtverkehr Euskirchen (SVE) zu einem kostenlosen Training eingeladen.
Mit unserem Angebot wollen wir erreichen, dass sich ältere Menschen sicherer fühlen.
Mit dem Kreissportbund Euskirchen (KSB), der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) und dem Sanitätshaus Rahm hatten sie auf dem Klosterplatz Infostände und Übungsgeräte aufgebaut, um Betroffenen ein Stück Freiheit im Alltag zurückzugeben. „Mit unserem Angebot wollen wir erreichen, dass sich ältere Menschen sicherer fühlen“, erklärte Saskia Glesmann von der SVE: „Wir geben zuerst in einer Theoriestunde Tipps für das richtige Verhalten und üben das danach direkt an unserem E-Bus.“
Denn nicht nur die körperliche Anstrengung, sondern auch ein selbstbewusstes Auftreten spiele eine wichtige Rolle, fügte RVK-Mitarbeiter Uwe Madsak hinzu: „Man sollte sich für den Busfahrer sichtbar machen, indem man zum Beispiel die Hand hebt, damit dieser nach dem Einsteigen wartet, bis man einen Platz gefunden hat.“ Beim Aussteigen sei es wichtig, rückwärts vor dem Rollator den Bus zu verlassen, um nicht vornübergebeugt einen Sturz zu riskieren.

Das sichere Ein- und Aussteigen wurde auch in der Praxis geübt.
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Saskia Glesmann stattete die Besucherinnen und Besucher auch mit Reflektoren für ihre Rollatoren aus.
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Hauptkommissar Jörg Meyer informierte über die Bedeutung von Reflektoren im Straßenverkehr.
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Neben dem Kleinbus der SVE hatte das Sanitätshaus Rahm Bodenplatten mit unterschiedlichen Oberflächen bereitgestellt, um eine Veränderung des Fahrverhaltens von Rollator und Rollstuhl zu testen. Der KSB unterstützte das Training mit einigen leicht durchführbaren sportlichen Übungen. „Bewegung ist auch im hohen Alter sehr wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden“, betonte Martin Sommer.
Nützliche Hinweise und praktische Übungen
Die Übungen, so ergänzte Bianca Bielarz, seien so gestaltet, dass sie daheim ohne weitere Hilfsmittel möglich seien: „Mit beiden Händen flach auf dem Küchentisch kann man beispielsweise Kniebeugen machen und hat dabei immer einen festen Stand. Oder man stellt beim Zähneputzen abwechselnd je einen Fuß auf die Zehenspitzen. Das regt den Kreislauf an und ist gut für die Durchblutung der Waden.“
Abgerundet wurde das Programm des Aktionstages durch nützliche Hinweise von Hauptkommissar Jörg Meyer von der Verkehrsunfallprävention zum Thema Reflektoren: „Mit dunkler Kleidung ist man nachts für Autofahrer nur etwa 25 Meter weit sichtbar. Mit reflektierender Kleidung erhöht sich die Sichtbarkeit auf 150 Meter. Das gibt allen Verkehrsteilnehmern viel mehr Zeit, aufeinander zu reagieren.“
Passend dazu verteilten die SVE-Mitarbeiter zahlreiche Reflektoren, die an Rollstühlen und Rollatoren befestigt werden können. „Seit vier Jahren bin ich jetzt auf den Rollator angewiesen und bin für diese Aktion wirklich dankbar“, so Christa Volkmann: „Ich habe eine Dauerkarte für den Bus und fahre täglich. Die Übungen haben mir dabei sehr weitergeholfen.“ Durch derartige Aktionstage sollen künftig noch mehr Betroffene profitieren und Sicherheit im Alltag erhalten.
