Grüner Mobilhof der RVK nimmt Gestalt an – Verkehrsminister Oliver Krischer schaut sich vor Ort um
Mobilität Wie der Grüne Mobilhof der RVK in Gladbach vorankommt

Auf dem Dach der Tankstelle soll der Wasserstoff produziert für den Busverkehr produziert werden.
Copyright: Christoph Konkulewski
„Durch die Lage des Mobilhofs können künftig viele Leer- und Betriebsfahrten entfallen. Das soll im Ergebnis mehr als 200.000 gefahrene Kilometer pro Jahr einsparen“, betonte Peter Lautz, stellvertretender Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, beim Pressetermin auf der Großbaustelle an der Friedrich-Ebert-Straße.
Wo bis vor wenigen Jahren noch ein steiler Hang das Areal prägte, entsteht das neue operative Herzstück der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK). Um das Gelände nutzbar zu machen, bedurfte es massiver Erdbewegungen, wie Bauleiter Jörg Koppelow veranschaulichte: „Aus der ursprünglichen Böschung musste ein planes Gelände entstehen. Wir haben gewissermaßen den Käse horizontal aufgeschnitten und das Material von oben unten wieder verbaut.“ Dabei wurde kein Beton verwendet. Die RVK verwendete Matten, die horizontal weit in den Hang verlegt wurden. Dazwischen wurde neben dem Material aus dem oberen Teil des Hangs recycelter Bauschutt eingebracht. Die Böschung zur Kölner Straße ist nun 75 Grad steil und wird begrünt, um Erosion zu vermeiden.
Übergabe von Förderbescheiden als Anlass
Anlass des Vor-Ort-Termins war die Übergabe zweier Förderbescheide über insgesamt 29,5 Millionen Euro für das rund 60 Millionen Euro teure Gesamtprojekt. Davon stammen 20,9 Millionen Euro direkt vom Land NRW für Wasserstofftechnik, Ladeinfrastruktur und Spezialwerkstätten; weitere 8,6 Millionen Euro steuert der Nahverkehrszweckverband go.Rheinland für Grundstückserwerb, Erschließung und Abstellflächen bei.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer stellte die regionale Signalwirkung heraus: „Der Grüne Mobilhof ist ein Leuchtturm für die Antriebswende in Nordrhein-Westfalen und in der Region.“ Mit der Abkehr von fossilen Treibstoffen mache man sich unabhängiger und wirtschaftlich resilienter.

Haben sich das Projekt aus der Nähe angesehen: Tülay Durdu (MdL SPD aus Rhein-Berg, v.l.), Martin Lucke (MdL CDU aus Rhein-Berg), Dr. Marcel Frank (Geschäftsführer RVK) Marcel Kreutz (Bürgermeister Bergisch Gladbach), Oliver Krischer (NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr), Peter Lautz (1. stellv. Landrat), Svenja Udelhoven (Aufsichtsratsvorsitzende RVK), Dr. Reimar Molitor (Geschäftsführer Regionale 2025), Holger Fritsch (Bereichsleiter ÖPNV-Investitionsförderung und Regionale Mobilitätsentwicklung der Go Rheinland) und Dr. Norbert Reinkober (Geschäftsführer Go Rheinland).
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RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank skizzierte die strategische Bedeutung des Projekts für den Verkehrsbetrieb und das Bergische Land: „Der Grüne Mobilhof wird nach der Fertigstellung zentraler Punkt für die Mobilität im Rheinisch-Bergischen Kreis sein.“ Das Konzept setze konsequent auf Nullemission: Auf dem 15.000 Quadratmeter großen Areal werden künftig bis zu 50 Busse mit Wasserstoff- und Batterieantrieb stationiert. Das technische Herzstück bildet ein eigener Elektrolyseur, der täglich bis zu 850 Kilogramm grünen Wasserstoff erzeugen kann. Genug, um externe Lkw-Lieferungen weitgehend überflüssig zu machen. Dessen Abwärme beheizt die Gebäude und schützt Zufahrten sowie Waschanlagen vor Frost, während Photovoltaikanlagen auf den Gründächern und ein geschlossener Wasserkreislauf den Ressourcenverbrauch minimieren.
Verantwortung für Region, Klima und die nächste Generation
Svenja Udelhoven, Aufsichtsratsvorsitzende der RVK, unterstrich den Vorbildcharakter für das Umland: „Dieses Projekt des Grünen Mobilhofs ist nicht nur ein Projekt, sondern ein Ausdruck von gelebter Verantwortung für unsere Region, für den Klimaschutz und für eine enkelinnentaugliche Zukunft.“
Auch von Fördergeberseite wurde der Zuschnitt auf das Bergische Land hervorgehoben. Holger Fritsch, Bereichsleiter bei go.Rheinland, erklärte: „Busse mit Wasserstoff im Tank werden dort gebraucht, wo der rein elektrische Betrieb an Grenzen stößt. Hier im Bergischen Land demonstriert die RVK, wie eine optimale, lokale Wertschöpfungskette funktioniert.“
Der Zeit- und Kostenplan steht: Der Rohbau soll im kommenden Herbst stehen, die Wasserstoffanlage geht Ende des Jahres in Betrieb. „Am 31. 12. wird hier der erste Wasserstoffbus betankt“, verkündete Jörg Koppelow augenzwinkernd. Mitte 2027 soll der gesamte Grüne Mobilhof einsatzbereit sein.
