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Ausflugsziele in NRWDiese 11 Wasserfälle und Kaskaden in NRW lohnen sich besonders

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Wasserfall im Alpinum.

Ein Stückchen Alpen mitten im Revier: Der malerische Wasserfall im Alpinum des Grugaparks in Essen lädt zum Entspannen ein. (Archivbild)

Von natürlichen Wasserfällen über kleine Bachkaskaden bis zu spektakulären Flussstufen: NRW hat mehr Wasserfälle zu bieten, als man denkt.

Rauschende Kaskaden, steile Felsstufen und versteckte Wasserfälle vermutet man meist in den Hochgebirgen, doch auch Nordrhein-Westfalen hat in dieser Hinsicht erstaunlich viel zu bieten. Zwischen den waldreichen Landschaften der Eifel, des Bergischen Landes und des Siegerlandes sowie den Flussauen des Ruhrgebiets verbergen sich Wasserfälle, Kaskaden und Wehre, die einen Ausflug lohnen.

Manche von ihnen sind natürliche Wasserfälle, die durch geologische Prozesse entstanden sind, während andere ihre heutige Gestalt menschlichen Eingriffen wie Flussverlegungen oder wasserbaulichen Anlagen verdanken. Wer sich auf die Spuren dieser besonderen Orte begibt, entdeckt eine wilde, oft überraschende Seite der heimischen Fluss- und Bachlandschaften, die sich ideal mit Wanderungen und Ausflügen verbinden lässt.

Plästerlegge bei Bestwig im Sauerland

Tief im Sauerland verbirgt sich mit rund zwanzig Metern Fallhöhe der höchste natürliche Wasserfall von Nordrhein-Westfalen. Das Naturdenkmal stürzt über eine steile Schieferfelswand in eine schattige Schlucht hinab und bietet ein urwüchsiges Landschaftsbild. Da die Wasserführung des speisenden Bachs stark von der Witterung abhängt, kann die Wucht des Schauspiels unterschiedlich ausfallen.

Besonders nach ausgiebigen Regenfällen oder während der Schneeschmelze im Frühjahr zeigt sich das Gewässer von seiner kraftvollsten Seite. Ein Wanderweg führt zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Wasserfall und das umliegende Tal.


Siegwasserfall bei Windeck-Schladern im Rhein-Sieg-Kreis

Mit einer Breite von etwa 84 Metern gilt dieser Fall als der breiteste Wasserfall Nordrhein-Westfalens. Entstanden ist er nicht auf natürliche Weise, sondern im Zuge des Baus der Eisenbahnstrecke Köln-Gießen in den Jahren 1857 und 1858, als der Flusslauf der Sieg künstlich verlegt wurde.

Mit einer Breite von etwa 84 Metern gilt dieser Fall als der breiteste Wasserfall Nordrhein-Westfalens.

Mit einer Breite von etwa 84 Metern gilt dieser Fall als der breiteste Wasserfall Nordrhein-Westfalens. (Archivbild)

Über mehrere Stufen stürzt das Wasser rund vier Meter in die Tiefe und erzeugt ein weithin hörbares Rauschen. Besucher können das Geschehen vom oberhalb gelegenen Aussichtspavillon sowie vom nahegelegenen Bürger- und Kulturzentrum „kabelmetal“ beobachten. Vor allem bei Hochwasser bietet sich hier ein spektakuläres Naturschauspiel.


Afflerbach-Quelle und Wasserfall in Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein

Versteckt in den dichten Wäldern des Siegerlandes liegt dieser kleine, aber malerische Naturwasserfall am Fuße des Berges „Alte Burg“. Über mehrere Felsstufen bahnt sich der Afflerbach seinen Weg durch das bewaldete Tal. Vor allem nach kräftigen Regenfällen führt der sonst beschauliche Bach deutlich mehr Wasser und entwickelt eine stärkere Strömung.

Im Winter kann sich der Wasserfall bei starkem Frost in ein beeindruckendes Gefüge aus Eiszapfen verwandeln. Wanderer erreichen das versteckte Naturziel über teils schwer zugängliche Wege und können den Wasserfall mit einer Tour zur „Alten Burg“ verbinden.


Eigenerbach-Wasserfall bei Wülfrath im Kreis Mettmann

Ein Graureiher duckt sich auf der Suche nach Beute zwischen den Seerosen auf dem Mattheiser Weiher.

Auch Graureiher lassen sich entlang des Eignerbachs beobachten und halten sich gern an den flachen Uferbereichen auf, wo sie nach kleinen Fischen und anderen Wassertieren Ausschau halten. (Symbolbild)

Im niederbergischen Hügelland rauscht der Eignerbach durch ein bewaldetes Bachtal nahe der Kalksteinbrüche von Wülfrath und Velbert. An einer Stelle stürzt das Wasser über eine kleine Stufe in die Tiefe und bildet den Eignerbach-Wasserfall. Von hier bietet sich zugleich ein Blick auf einen tiefer gelegenen Kalksteinbruch. Der Wasserfall lässt sich bei einer Wanderung durch die Umgebung des Eignerbachs erkunden.


Wasserfall im Essener Grugapark

Mitten im Essener Grugapark versetzt das oberhalb des Waldsees angelegte Alpinum Besucher in eine detailreich gestaltete Gebirgslandschaft. Herzstück dieses Parkbereichs ist ein dreistufiger Wasserfall, dessen Kaskaden über helle Quarzitfelsen herabstürzen und für ein stetiges Rauschen sorgen. Eingerahmt wird die Felsanlage von einer typischen Hochgebirgsvegetation aus Latschen- und Zirbelkiefern sowie blühenden Alpenpflanzen wie Enzian und Alpenveilchen.

Als seltene botanische Besonderheit wächst in diesem Areal zudem eine Taiwanie, die in deutschen Freilandanlagen nur äußerst selten zu finden ist. Verschlungene Wege führen durch das künstlich geschaffene Felsenreich und gewähren wechselnde Blicke auf das strömende Wasser. So entsteht eine alpine Atmosphäre mitten im urbanen Raum des Ruhrgebiets.


Wassertreppe Broicher Schlagd in Mülheim an der Ruhr

Mitten im Ruhrgebiet erstreckt sich diese historische Wehr- und Kaskadenanlage über die breite Wasserfläche der Ruhr. Ursprünglich errichtet zur Regulierung des Wasserstandes und für die historische Ruhrschifffahrt, stürzt der Fluss hier über breite Gefällestufen hinab. Das gleichmäßige Rauschen der breiten Wasserschleier prägt die Atmosphäre der Anlage und ihrer Umgebung.

Gänsesäger nutzen die sauerstoffreiche Strömung unterhalb der Schlagd gezielt für die Jagd nach kleinen Fischen.

Gänsesäger nutzen die sauerstoffreiche Strömung unterhalb der Schlagd gezielt für die Jagd nach kleinen Fischen. (Archivbild)

Entlang der Uferpromenaden und von der nahegelegenen Schlossbrücke aus lässt sich das Zusammenspiel von Strömung und Kaskade betrachten. Zahlreiche Wasservögel sind im Bereich der Broicher Schlagd und der angrenzenden Ruhrufer zu beobachten.


Ruhr-Wasserfall bei Hattingen

Unterhalb der historischen Altstadt von Hattingen bildet die Ruhr an einer Wehranlage eine zweistufige, weit gefächerte Flusskaskade. Die Wassermassen überwinden einen spürbaren Höhenunterschied, bevor sie in das ruhigere Unterwasser des Flusstals weiterziehen. Direkt am Ruhrtalradweg gelegen, dient der Ort vielen Radfahrern und Wanderern als beliebter Rastplatz mit weitem Blick über den Flusslauf.

Bei starker Wasserführung bildet sich eine dichte Gischt über den Kaskadenstufen, die dem Flussabschnitt ein dynamisches Gepräge verleiht. Eine historische Schleusenanlage in unmittelbarer Nachbarschaft ergänzt das industrielle und wasserbauliche Denkmal.


Dreimühlen-Wasserfall in der Vulkaneifel

Zwischen den Eifelorten Üxheim-Ahütte, Niederehe und Nohn verbirgt sich ein außergewöhnliches geologisches Phänomen. Durch stark kalkhaltiges Quellwasser, das seit einer baulichen Verlegung im Jahr 1912 über eine Geländekante fließt, setzt sich an den dortigen Moospolstern fortlaufend Kalksinter ab. Auf diese Weise wächst die über zwölf Meter hohe Sinterbank jedes Jahr um rund zehn Zentimeter weiter in das Tal hinein.

Der Dreimühlen-Wasserfall fasziniert mit seiner stetig wachsenden Sinterbank und dem zu jeder Jahreszeit eindrucksvollen Wasserspiel.

Der Dreimühlen-Wasserfall fasziniert mit seiner stetig wachsenden Sinterbank und dem zu jeder Jahreszeit eindrucksvollen Wasserspiel. (Archivbild)

Neben dem stetig fließenden Wasserschleier im Sommer sorgen im Winter bizarre Frost- und Eisgebilde für ein eindrucksvolles Bild. Das auch als Nohner Wasserfall bekannte Naturdenkmal ist über Wanderrouten wie den „Eifelsteig“ oder den „Kalkeifel-Radweg“ erreichbar, wobei der letzte Abschnitt ausschließlich zu Fuß begangen werden kann. Den geschichtlichen Bezug zur Umgebung stellen die nahegelegenen Ruinen der namensgebenden Burg Dreimühlen her.


Wasserfall im Japanischen Garten in Bonn

Im Bonner Rheinauenpark bildet der 1979 zur Bundesgartenschau geschaffene Japanische Garten eine Oase fernöstlicher Gartenkunst. Die nach den Prinzipien des klassischen Wandelgartens gestaltete Anlage setzt fließendes Wasser als zentrales Element in Szene. Über weiße Granitfelsen und kunstvoll gesetzte Sandbänke stürzen die Kaskaden des Hauptwasserfalls hinab in den Teich.

Im Bonner Rheinauenpark bildet der 1979 zur Bundesgartenschchau geschaffene Japanische Garten eine Oase fernöstlicher Gartenkunst.

Im Bonner Rheinauenpark bildet der 1979 zur Bundesgartenschchau geschaffene Japanische Garten eine Oase fernöstlicher Gartenkunst. (Archivbild)

Ein Pfad über traditionelle Trittsteine führt zur Quelle des Sturzbaches, vorbei an Stromschnellen und dem großen Wasserfall, während eine sechseckige Holzlaube am Ufer einen Blick auf das Wasserspiel gewährt. Durch die bewusste Einbindung der Silhouette des fernen Siebengebirges entsteht eine harmonische Raumtiefe, die dem Garten eine besondere Ruhe verleiht.


Urftwehr mit Wasserfall in Schleiden-Gemünd

Am Ortsrand von Gemünd staut ein historisches Natursteinwehr die Urft auf und bildet eine breite Wasserfallstufe. Das Bauwerk reguliert den Wasserstand des Flusses und lässt das Wasser über die gesamte Wehrkante in das tiefer gelegene Flussbett stürzen.

Die Anlage liegt am Rande des Nationalparks Eifel und ist von bewaldeten Hängen und Felsformationen umgeben. Direkt am Wehr führt der asphaltierte Urfttalweg vorbei, der von Wanderern und Radfahrern genutzt wird. Von den Uferbereichen und einer kleinen Sitzgruppe aus lässt sich die Strömung und der Wasserabsturz aus nächster Nähe betrachten.


Wehre und Kaskaden im Rurtal bei Kreuzau

Wer Wasserfälle mit hohen Felswänden verbindet, wird im Rurtal bei Kreuzau überrascht. Hier prägen seit Jahrhunderten Wehre, Mühlenteiche und weitere Wasserbauwerke die Landschaft. Der rund 22 Kilometer lange Wassererlebnispfad führt unter anderem zum Schneidhausener Wehr und zum Oberschellenwehr „An den 3 Erken“. In Obermaubach verläuft die Route rund um das Staubecken mit seiner Wehranlage, einer Fischtreppe und einem Kraftwerk. 

Für eine Pause bietet sich das Café Flink in Obermaubach zur Einkehr an. Die Wanderung verbindet die verschiedenen Wasserbauwerke mit dem Rurtal und bietet unterwegs immer wieder Blicke auf die Rur und ihre zahlreichen Wasserstufen. Ein abwechslungsreicher Ausflug für alle, die Wasser einmal von seiner kulturhistorischen Seite erleben möchten.