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Konzert voller SpektakelIn Extremo verzückt das Publikum auf der Burg Satzvey

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Die Bühne wird von Scheinwerfern in goldenes, grünes und rotes Licht getaucht.

Seit 30 Jahren stehen In Extremo auf der Bühne. Zum Jubiläum begeisterten sie erneut ihre Fans in Satzvey.

Tausende Fans kamen nach Mechernich, um die Carpe-Noctem-Tour der Band In Extremo zu erleben. d

Erst kam das Raunen, dann der Knall. Nachdem die Supportband Fabula Aetatis ihr Set beendet hatte, spannte sich plötzlich ein Regenbogen über die Burg Satzvey. Dann die Explosion um genau 20 Uhr: Pünktlich zum Showbeginn der Band In Extremo zündete der erste Pyroeffekt. Rund zwei Stunden begeisterte sie mit ihrer Musik und vielen Showeffekten mehrere tausend Besucher.

Nicht zum ersten Mal waren die Musiker von In Extremo im Rahmen ihrer Burgentour „Carpe Noctem“ in die Eifel gekommen, um in dem historischen Ambiente in Satzvey zu performen. „Das ist eine der schönsten Burgen überhaupt. Hoffentlich hören das nicht die anderen Burgenbesitzer“, schwärmte Sänger Michael Robert Rhein von dem Ambiente des Gemäuers mit dem Marktgeschehen drumherum. Denn das Mittelalter ist für die Band mehr als nur ein Dekorationsvorschlag. Die Kombination aus mittelalterlichen Melodien und schwerem Rocksound ist in der Musik von In Extremo das stilprägende Element schlechthin.

Es knallt und funkt, wenn Michael Rhein seine Geschichten erzählt

So wird auch die Entwicklung der Band beschrieben. 1995 seien unabhängig voneinander eine Gruppe für mittelalterliche Musik und eine Metal-Band entstanden, die sich dann aber entschieden, gemeinsam Musik zu machen. 1996 wurde das erste Album „In Extremo Gold“ aufgenommen. Die Synthese, die damals entstanden ist, ist immer noch zu hören: Schwere Metal-Klänge mit dröhnendem Bass- und Gitarrensound kontrastieren mit Dudelsack, Schalmei und anderen historischen Instrumenten. Nach drei Jahrzehnten ist die Gruppe längst mehr als eine originelle Idee, sondern die bekannteste und stilprägende Mittelalterrockband Deutschlands.

Eine harmonische Einheit sind die Unisono-Linien der beiden Dudelsäcke, die über den Sound der Rhythmusgruppe gelegt werden, während die Rockröhre von Michael Rhein, genannt „Das letzte Einhorn“, den Gesang dazu liefert – eine Kombination, die auch auf den Bühnen der großen Festivals passt.

Hinter den beiden steht der Bassist.

Zwei Dudelsackspieler prägen den Sound der Band.

Eine Porträtaufnahme des Sängers.

In Bestform zeigte sich Sänger Michael Rhein.

Es sind düstere Geschichten, die Rhein erzählt: Teilweise in Isländisch oder Mittelhochdeutsch, oft mit Wurzeln in der Literaturgeschichte, gern mit dem Klang des Mystischen und Unheimlichen versehen. Da regnet es Blut des Spielmannes, der Blutmond wird besungen, die Toten erweckt. Doch „Küss mich“ oder „Feine Seele“ versöhnen auch wieder. Immer wieder zischen dazu die Gasflammen in die Höhe, es knallt oder funkt.

Das Publikum auf Burg Satzvey ist völlig heterogen und erstaunlich textsicher. Eine große Fangemeinde hat sich In Extremo erarbeitet. Da sind die Metalheads, die ihre Iron-Maiden- oder Metallica-Aufnäher auf ihrer Kutte spazieren tragen. Da sind die Mittelalterfans, die in Gewandung oder in großzügig bepelzter Wikingerkleidung im Publikum stehen. Da sind die Altrocker mit weißer, langer Mähne und abgenutzter Lederjacke, Frauen in wallenden Röcken, Menschen aus der alternativen Szene. Und viele, die in Alltagskleidung kommen und den Abend genießen.

In Extremo spielte in Mechernich Hits wie „Störtebeker“ und „Weckt die Toten“

Reichlich pyrotechnische Effekte und eine ausgefeilte Lightshow sind bei In Extremo unerlässlich. Hit auf Hit lieferte das Sextett, ob „Störtebeker“ oder „Weckt die Toten“. Auch auf ihr neues Akustikalbum machten die Musiker aufmerksam, auf dem der Titel „Liam“ zu finden sei. Der ist auch in Satzvey zu hören – mit schwerem Metaluntergrund von Gitarrist Van Lange, Bassist Die Lutter und Schlagzeuger Specky T.D.

„Fantastisch“, sagt eine Frau auf die Frage, wie sie die Show finde. Sie sei aber sowieso begeistert von der Band und besuche, wenn sie könne, immer die Konzerte. Ein Metalfan mit Kutte voller Aufnäher zeigt seinen In-Extremo-Button. „Ich höre die Band jetzt schon zum vierten Mal hier in Satzvey“, teilt er mit. Aus Wuppertal sei er gekommen.

In den Marktbuden, die rund um die Satzveyer Burg aufgebaut sind, war während des Konzertes naturgemäß eher wenig los. Die Betreiber warteten auf die Gäste, die nach dem Auftritt kommen sollten. Nur der Burgschmied Martijn Joor ließ den Ofen glühen. Er arbeite an einem Requisit für die Veranstaltung in zwei Wochen, erläuterte er. „Die sind aber auch gut“, sagte er und wedelte mit dem Hammer in Richtung Bühne, wo gerade In Extremo zu den Zugaben überging.