Das Kreiskrankenhaus Mechernich investiert 300.000 Euro in die Geburtshilfe, um besser im Wettbewerb um Eltern und Mitarbeitende aufgestellt zu sein.
Geburtsstation MechernichKreißsaal soll für Eltern und Mitarbeitende attraktiver sein

Das Kreißbett und die Geburtswanne befinden sich nun im gleichen Raum, was einen Wechsel zwischen den beiden möglichen Orten für die Entbindung erleichtert.
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Die Geburtenrate in Deutschland sank im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder je Frau. Insgesamt kamen rund 654.000 Kinder zur Welt, was den tiefsten Wert der Nachkriegszeit darstellt, heißt es vom Statistischen Bundesamt. Die Auslastung des Kreißsaals im Kreiskrankenhaus Mechernich ist hingegen relativ konstant: Rund 1000 Kinder erblickten dort in den vergangenen Jahren durchschnittlich pro Jahr das Licht der Welt.
Nach rund vier Monaten Bauzeit präsentiert sich der Kreißsaal jetzt in neuem Glanz. „Wir haben die seit dem Jahr 2001 genutzten Räume umfassend renoviert und technisch auf den neuesten Stand gebracht“, berichtet Krankenhaus-Geschäftsführer Martin Milde bei einem Rundgang durch die Station: „Damit haben wir einen hellen und freundlichen Kreißsaal geschaffen, in dem Familien sich geborgen fühlen und gleichzeitig auf eine Versorgung auf höchsten Niveau vertrauen können.“
Erste Geburten am Donnerstag im neuen Mechernicher Kreißsaal
Zwischenzeitlich war der Kreißsaal in den Bereich der bisherigen Privatzimmer der Entbindungsstation umgezogen. Jetzt stehen noch einige Restarbeiten und der Umzug an, bevor es am Donnerstag planmäßig die ersten Geburten im runderneuerten Kreißsaal gibt. „Unseren Zeitplan konnten wir bei den Arbeiten voll einhalten“, freut sich Milde.

Zufrieden mit der neuen Ausstattung sind Hebamme Linda Göser (v.l.), Chefärztin Dr. Tatjana Klug und Geschäftsführer Martin Milde.
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In den neuen Räumen ist alles für die kleinen Erdenbürger vorbereitet. Am Donnerstag stehen die ersten Geburten an.
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Die Kosten in Höhe von 300.000 Euro habe das Krankenhaus überwiegend aus Eigenmitteln gezielt in die Zukunft der Geburtshilfe investiert, so Milde. Denn in diesem Bereich konkurriert das Kreiskrankenhaus auch mit den Kliniken in Euskirchen und Simmerath.
„Die werdenden Eltern informieren sich meist schon frühzeitig über das Angebot und die Ausstattung der Geburtsstationen“, bestätigt Dr. Tatjana Klug, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Mechernich. Jeweils am zweiten Donnerstag im Monat bietet das Krankenhaus Kreißsaalführungen an – die nächsten Termine sind am 13. August und am 10. September.
Team ist auf 20 festangestellte Hebammen vergrößert worden
Auch für räumliche Anpassungen wurde die Renovierung genutzt. Neben drei regulären Kreißsälen stehen zwei zusätzliche Beobachtungszimmer für Entbindungen zur Verfügung. Dadurch können bei Bedarf bis zu fünf Entbindungen gleichzeitig begleitet werden. „Die Geburtswanne haben wir außerdem in den Kreißsaal integriert, was vor allem Vorteile bietet, wenn während der laufenden Geburt noch einmal umgeswitched werden soll“, erklärt Hebamme Linda Göser. Positiver Nebeneffekt: Der Raum, in dem die Wanne vorher ihren Platz hatte, steht nun als Personalraum zur Verfügung.
„Wir sehen das Projekt auch als Investition in ein modernes Arbeitsumfeld für unser mittlerweile auf 20 Kräfte angewachsenes Hebammen-Team“, macht Geschäftsführer Milde deutlich: „Denn auch beim Personal konkurrieren wir mit den Mitbewerbern aus der Region.“ Ergänzt wird das Team von zwei Beleghebammen. „Bei der Nachwuchsausbildung arbeiten wir zudem sehr eng mit den Unikliniken in Aachen, Köln und Bonn zusammen. Den Praxisteil absolvieren die Studierenden dann hier bei uns“, so Klug.
Als besonderes Plus sieht die Medizinerin zudem die enge Zusammenarbeit zwischen der Geburtshilfe und der Kinderklinik im eigenen Haus, wo man auch auf die Betreuung von Frühgeburten (ab der vollendeten 32. Schwangerschaftswoche) vorbereitet ist.
