Beatrix Reuter unterstützte die Aktion, indem sie 171-mal mit am Spieltisch saß. Für die Tagesbesten gibt es Verzehrgutscheine zu gewinnen.
Für den guten ZweckLockere Skatrunde in Lessenich sammelte 42.000 Euro bei 200 Treffen

Im Restaurant des Golfclubs Burg Zievel trifft sich regelmäßig die Skatgruppe.
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Manchmal braucht es so wenig, um Gutes zu tun. Vielleicht auch nur, sich selbst etwas zu gönnen und einen schönen Abend zu verleben im Rahmen von Gleichgesinnten. Wie bei der Skatgruppe, die sich regelmäßig im Restaurant des Golfclubs Burg Zievel trifft, um ihrem Hobby, dem Skatspiel, zu frönen.
Bereits 200-mal haben sich die Spielkartenfreunde getroffen, um gemeinsam Skat zu kloppen. Dabei haben sie im Laufe der Jahre rund 42.000 Euro zugunsten karitativer Zwecke im Stadtgebiet, etwa für die Mechernich-Stiftung, erspielt.
So hat Peter Reuter, begeisterter Skatspieler und Gründer der Gruppe, einige Regeln aufgestellt, die es ermöglichten, dass im Laufe der Jahre diese stolze Summe zusammenkam. Zehn Euro Startgeld werden fällig, die sich für die Tagesbesten auch auszahlen. Zu gewinnen gibt es für die besten drei Spieler je einen Verzehrgutschein für das Restaurant des Golfclubs, in dem die Skattreffen stattfinden.
Als Trostpreis gibt es eine Flasche Rotwein
Auch der Unglückliche, der die schlechtesten Karten erwischt hat, darf sich den Abend noch „schöntrinken“. Denn als Trostpreis gibt es eine Flasche Rotwein. „Die ist heiß begehrt“, verrät Stefan Lanzerath schmunzelnd. Der komplette Rest des Startgeldes gehe allerdings vor allem an die Mechernich-Stiftung.

Wer beim Skat gewinnen will, braucht ein gutes Blatt.
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Unerlässliche Dinge beim Skatspielen sind Karten und die Notizzettel.
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Und nicht nur das: Wer als Einzelspieler ein Spiel verliert, muss einen Euro an Strafgeld zahlen, der ebenfalls gespendet wird. „Da kommen noch einmal zwischen 15 und 20 Euro pro Abend zusammen“, sagt Lanzerath.
Skatspieler sind für die gute Sache im Einsatz
Da Peter Reuter krankheitsbedingt nicht an jüngsten Treffen teilnehmen konnte, fungierte Lanzerath als Stellvertreter und hatte den Jubiläumsabend organisiert. Dass er auch gern Skat spielt, ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass er der Schwiegersohn von Reuter ist. „Ich habe Skat schon von meinem Vater gelernt“, berichtet er. Auch habe er immer wieder Skatturniere in seinem Heimatdorf Antweiler organisiert.
Doch das Interesse am Skatspiel lasse merklich nach, bedauert er. So seien es derzeit nur noch zwölf Spieler, die sich in der lockeren Runde treffen würden. Verpflichtungen gibt es keine, wer Lust hat, der kommt.
Peter Kronenberg, erster stellvertretender Bürgermeister, der als Vertreter der Stadt gekommen war, lobt das Engagement der Spieler. „So ein Treffen 200-mal zu organisieren und eine derartige Summe zu spenden, das ist eine Leistung“, erkannte er an. Denn die Spieler würden sich hier nicht nur zu ihrem eigenen Vergnügen treffen, sondern seien auch noch für die gute Sache im Einsatz.
Skat hat ein Nachwuchsproblem
Kronenberg ist selbst begeisterter Skatspieler und hat Reuter schon als Gegner am Spieltisch erlebt. „Gegen den zu spielen, macht keinen Spaß, das habe ich ihm auch gesagt“, erkennt er rückhaltlos dessen Können mit den Skatkarten an. Das Skattreffen auf Burg Zievel sei ihm bislang unbekannt gewesen. „Ich bekomme da richtig Lust mitzumachen“, gestand er mit einem Blick auf die Spieltische, an denen fleißig gereizt wurde.
Auch der Skatclub „Herz 7“ Kommern, der mittlerweile nicht mehr bestehe, sei von Reuter in den 1980er-Jahren gegründet worden, berichtet Lanzerath. Auf seine Initiative hin seien die Skatreisen entstanden, die vom Reiseunternehmen Schäfer regelmäßig veranstaltet werden. „Da treffen sich mehr als 200 Spieler, um gemeinsam eine Woche lang Skat zu spielen“, beschreibt Lanzerath das Konzept.
Angesteckt von der Skatbegeisterung wurde offensichtlich nicht nur der Schwiegersohn, sondern auch Beatrix Reuter, die Ehefrau des Initiators. Denn sie ist die Person, die mit 171 Teilnahmen am häufigsten bei den Treffen dabei war. Was natürlich auch bedeutet, dass sie einen wesentlichen Anteil an der Spendensumme hatte: 2052 Euro hat die fleißige Spielerin mit Start- und Strafgeldern in den Topf eingezahlt.
Doch ansonsten habe Skat ein Nachwuchsproblem, bedauert Lanzerath. „Skat hat es schwer, die jungen Leute spielen anscheinend nicht mehr gerne Karten“, sagt er. Wenn er ein Skatturnier anbiete, gebe es kaum noch Meldungen. Wer sich allerdings angesprochen fühlt, zu dem lockeren Kreis zu stoßen, kann sich bei Peter Reuter unter Tel. 02443/315990 oder bei Stefan Lanzerath per E-Mail melden.

