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Stadt hat andere PläneBiergarten-Wirt sorgt sich um seine Zukunft im Kommerner Mühlenpark

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Helmut Wagner sitzt an einem Tisch seines Biergartens im Kommerner Mühlenpark.

Biergarten-Betreiber Helmut Wagner sorgt sich um die anstehende Verlängerung seines Pachtvertrags im Mühlenpark.

Helmut Wagners Pachtvertrag läuft Ende des Jahres aus. Bürgermeister Michael Fingel kann sich an gleicher Stelle eine Allwetterbühne vorstellen.

Wie geht es weiter mit dem Kommerner Mühlenpark? Welche Pläne hat Pächter Roland Barth für das angrenzende Eifeltor-Areal und gibt es eventuell Pläne der bekannten Schausteller-Familie, ihre Aktivitäten in den Mühlenpark auszuweiten? Eine Menge Fragen, die in den vergangenen Wochen rund um die weitere Entwicklung des ehemaligen Landesgartenschau-Geländes waberten, hatte die Fraktionsgemeinschaft von SPD, Linken und FDP veranlasst, das Thema auf die Tagesordnung der jüngsten Mechernicher Ratssitzung setzen zu lassen.

Bis es soweit war, entwickelte ein Aspekt jedoch ein sehr dynamisches Eigenleben, nämlich die Frage, ob der seit rund zehn Jahren bestehende Biergarten im südlichen Teil des Mühlenparks überhaupt noch eine Zukunft hat. Denn in den von der Stadtverwaltung online zur Verfügung gestellten Unterlagen für die Ratssitzung war auch ein „Strategiekonzept zur mittel- und langfristigen touristischen Ausrichtung der Stadt Mechernich“ mit dem Schwerpunkt „Entwicklung des Mühlenparks als generationsübergreifender Begegnungs- und Tourismusstandort“ beigefügt. Und in diesem acht DIN-A-4-Seiten starken Papier kommt der Biergarten schlicht und ergreifend nicht vor.

Biergartenpächter hat rund 300.000 Euro in den Betrieb investiert

Stattdessen ist in den Plänen dort, wo sich aktuell der Biergarten befindet, eine moderne Allwetterbühne verzeichnet, die für Konzerte örtlicher Musikvereine, Theateraufführungen, Ferienfreizeitprogramme und sonstige Open-Air-Aktivitäten genutzt werden könnte.

Um woanders noch mal komplett von vorne anzufangen, dafür fehlt mir nach einem Herzinfarkt im vergangenen Jahr inzwischen die Kraft.
Helmut Wagner, Biergarten-Gastronom

Bei Pächter Helmut Wagner (62), der den Biergarten seit der Saison 2016 gemeinsam mit seiner Frau betreibt, schrillten daraufhin die Alarmglocken, denn sein aktueller Pachtvertrag mit der Stadt Mechernich, die Eigentümerin des Geländes ist, läuft am 31. Dezember aus. „Das wäre für mich eine existenzbedrohende Situation“, macht Wagner deutlich. Er hat nach eigenen Angaben seit Eröffnung seines Betriebs rund 300.000 Euro in Infrastruktur, Ausstattung und Technik investiert. „Um woanders nochmal komplett von vorne anzufangen, dafür fehlt mir nach einem Herzinfarkt im vergangenen Jahr inzwischen die Kraft.“

Luftbild des Eingangsbereichs des Kommerner Mühlenparks mit Parkplätzen und Biergarten.

Der Biergarten liegt im südlichen Teil des Mühlenparks, zwischen „Glashaus“ und B266.

Über die Sozialen Netzwerke setzte Wagner einen Hilferuf mit der Überschrift „Rettet den Biergarten“ ab, in dem er Unterstützer zum Besuch der Ratssitzung aufrief und der im Netz auf große Resonanz stieß. Rund 30 Freunde und Stammgäste fanden schließlich auch den Weg in den Ratssaal nach Mechernich.

Betreiber spricht von 30.000 bis 50.000 Biergarten-Besuchern im Jahr

In einer Sitzungsunterbrechung wurde Wagner die Möglichkeit eingeräumt, etwas zu seinem Betrieb zu sagen. Nach seinen Angaben verzeichnen er und sein Team jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Besucher, wobei das Geschäft naturgemäß stark von der Witterung abhänge. Zahlen, die von einigen Ratsmitgliedern in Zweifel gezogen wurden. Wagner blieb allerdings bei seinen Angaben. „Die Zahlen beruhen auf den Daten unseres Kassensystems“, so der Gastronom.

CDU-Fraktionschef Björn Wassong kritisierte, dass der Wirt zuerst die Öffentlichkeit gesucht habe, statt mit der Stadtverwaltung zu sprechen: „Wenn ich Fragen zu meiner Wohnung habe, dann wende ich doch auch zuerst an den Vermieter.“

Es muss doch das Ziel sein, mehr Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen, und nicht, bestehende Betriebe kaputt zu machen.
Ioana-Ileana Sülzner AfD-Fraktion

Bürgermeister Michael Fingel (CDU) gab zu bedenken, dass er das Mühlenpark-Konzept zu einem Zeitpunkt erstellt habe, als noch kein Antrag Wagners auf Verlängerung des Pachtvertrags vorgelegen habe. „Da muss er doch auf die Stadt zukommen“, so Fingel. Inzwischen liege der Antrag jedoch vor und man werde, wenn sich die Gemüter wieder etwas beruhigt hätten, zeitnah einen Termin für ein Gespräch vereinbaren.

Eifeltor-Pächter Roland Barth hat das Mühlenpark-Bistro übernommen

Während es von der CDU grundsätzliches Lob für das Mühlenpark-Papier des Bürgermeisters gab und UWV-Urgestein Heinz Schmitz dazu aufrief, die in dem Konzept genannten Ideen „jetzt nicht zu zerreden“, kritisierte Ioana-Ileana Sülzner (AfD) den Bürgermeister scharf. „Wie soll das denn alles bezahlt werden?“, fragte sie mit Hinweis auf die aktuelle Kassenlage der Stadt: „Es muss doch das Ziel sein, mehr Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen, und nicht, bestehende Betriebe kaputt zu machen.“

Eines wurde im Laufe der Sitzung aber auch deutlich: Eifeltor-Pächter Roland Barth hat keine Ambitionen, seine Geschäftstätigkeit weiter in Richtung Mühlenpark auszudehnen, wie er in einem kurzen Ausblick auf seine weiteren Pläne betonte. Mit einer Ausnahme allerdings: Das zuletzt von der stadteigenen Freizeit-GmbH betriebene Bistro am Mehrgenerationen-Park mit großem Abenteuerspielplatz und die Minigolfanlage hat Barth bereits zum 1. Mai übernommen. Da sei die Freizeit-GmbH auf ihn zugekommen, weil es personelle Engpässe gegeben habe. Die Minigolfanlage im Mühlenpark bleibe bestehen, während er die am Eifeltor schließen werde, so Barth, der betonte, dass er ein gutes Miteinander mit allen Gastro-Kollegen aus Kommern und der Umgebung anstrebe.


Sommerrodelbahn, Darts-Turniere und ein Masterplan fürs Eifeltor in Kommern

Seit dem 1. April betreibt Roland Barth, Spross der bekannten Schaustellerfamilie, zusammen mit seiner Mutter Erni Kipp den Eifeltor-Erlebnispark oberhalb des Kommerner Mühlenparks. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist der Betrieb inzwischen voll angelaufen.

„Die Sommerrodelbahn ist natürlich das A und O“, betont Barth, der in Euskirchen aufgewachsen ist und dort auch die Schule besuchte, bevor er sich mit einem eigenen Fahrgeschäft als Schausteller selbstständig machte. Aus Sicherheitsgründen konnte in Kommern zunächst der Lift der Sommerrodelbahn nicht von den Fahrgästen genutzt werden. „Die Technik war veraltet, es gab keine Ersatzteile mehr. Deshalb musste die Liftsteuerung komplett erneuert werden“, erklärt Barth. Jetzt hoffen er und Parkleiter Umut Dede auf eine gute erste Saison.

Eifeltor-Pächter Roland Barth (r.) und Parkleiter Umut Dede in der neuen Darts-Arena der Freizeitanlage.

In der neuen Darts-Halle haben Parkleiter Umut Dede (v.l.) und Betreiber Roland Barth zehn Boards und moderne Technik installiert.

Neu ist, dass die Rodelbahn jetzt auch bei Nässe genutzt werden kann. „Ich habe mich mit einem Kollegen aus dem Sauerland ausgetauscht, der mir den Tipp gegeben hat, auf spezielle Bremsbeläge umzurüsten“, so der Unternehmer.

Hochklassig besetztes Darts-Turnier in der Kommerner Eifeltor-Halle

Den Trendsport Darts können Spielerinnen und Spieler in der neuen, mit aktueller Technik ausgestatteten Halle an zehn Boards ausüben. „Das nächste hochklassig besetzte Turnier mit 96 Teilnehmern und einem Preisgeld in Höhe von bis zu 2000 Euro ist für den 11. Juli geplant“, sagt Barth und rührt die Werbetrommel für die Veranstaltung.

Einen Masterplan für das insgesamt rund sieben Hektar große Eifeltor-Gelände lässt Barth aktuell von einer auf Freizeitparks spezialisierten Berliner Agentur entwerfen. Bis zum Ende des Sommers soll dieser Plan vorliegen. „Ich wünsche mir, dass das Eifeltor ein Projekt wird, das mich und meine Familie sehr lange beschäftigen wird“, so der Unternehmer.