Abo

Nettersheim und Bad MünstereifelHeimatministerin kommt mit großen Geschenken

4 min
Ina Scharrenbach

Ministerin Ina Scharrenbach überreichte die Förderbescheide mit einem Volumen von insgesamt zwei Millionen Euro  an Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht.

  1. Ina Scharrenbach (CDU), Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, hat auf ihrer Sommertour Nettersheim und Bad Münstereifel besucht.
  2. Im Gepäck hatte sie Förderbescheide: Die Orte dürfen sich über mehr als zwei Millionen Euro freuen.
  3. Wie der Besuch der Heimatministerin lief und was mit dem Geld gemacht werden soll.

Nettersheim/Bad Münstereifel – Große Ereignisse verlangen große Kulissen. So waren die drei Mammutbäume vor dem Naturzentrum in Nettersheim völlig angemessen, als es am Dienstagnachmittag darum ging, der Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Ina Scharrenbach (CDU), auf ihrer Sommertour durch das Rheinische Revier einen gebührenden Empfang zu bereiten.

„Wenn Sie kommen, ist immer Weihnachten“, freute sich der stellvertretende Bürgermeister Ferdi Geißler. Wohl wahr, auch wenn Scharrenbach statt Nikolauskostüm einen gestreiften Blazer trug und ihre Geschenke nicht einem Jutesack, sondern einer mattschwarzen Dokumentenmappe entnahm.

Zwei Millionen Euro Förderung

Förderbescheide in Höhe von rund zwei Millionen Euro habe sie dabei, begrüßte sie die Gruppe, die sich in Nettersheim vor dem Naturzentrum in aerosolsicherem Freiluftambiente versammelt hatte. „Ich freue mich immer, wenn Sie mit Bewilligungen zu uns kommen“, sagte der sichtlich gut gelaunte Bürgermeister Wilfried Pracht. Um gleich nachzulegen, dass die Ministerin natürlich auch ohne Bescheide willkommen sei. Dann würde man eben planen, was als nächstes gemacht werden könne, sagte er augenzwinkernd.

Aus den Fördertöpfen Städtebauförderung und Dorferneuerung hatte Scharrenbach Bewilligungen in ihrer Mappe. So werden der barrierefreie Umbau des Schützenhauses in Marmagen mit rund 102.000 Euro gefördert und die Umgestaltung der Alten Schule in Pesch angesichts einer Gesamtkalkulation von 397.000 Euro mit der Höchstfördersumme von 250.000 Euro.

100 Prozent Förderung

Die größte Zuwendung kommt aus der Städtebauförderung. Mit rund 826.000 Euro werden drei Projekte in Marmagen, Zingsheim und Nettersheim gefördert. Darüber hinaus übernehme die Landesregierung den Eigenanteil der Gemeinde, was noch einmal den gleichen Betrag bedeute, erläuterte Scharrenbach.

Jestalde, zosammehalde

Sechs Termine in verschiedenen Kommunen standen an Dienstag auf dem Terminkalender der Ministerin, wobei Nettersheim der vierte war. „Normalerweise mache ich im Sommer eine Heimattour“, sagte sie. Allerdings habe Corona ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da vor wenigen Wochen das Datum für den Ausstieg aus der Kohleförderung festgelegt worden sei, habe sie sich entschlossen, durch kleinere Städte und Gemeinden im Rheinischen Revier zu fahren und dabei Förderbescheide in Höhe von insgesamt rund 77 Millionen Euro direkt an die Nutznießer zu übergeben. Im Rahmen der Tour ist sie am Donnerstag zu Gast in Blankenheim und am kommenden Dienstag in Mechernich.

„Jestalde, zosammehalde – Heimat im Wandel des Rheinischen Reviers“ ist das Motto der Tour in den kommenden Wochen. „Die Förderbescheide zu überbringen macht Spaß“, gestand sie. Aber genauso würden die Gespräche mit dem Menschen viel Freude bereiten. (sev)

Dies sei ein Programm in einer Gesamthöhe von 132 Millionen Euro zur Unterstützung der Kommunen angesichts der Finanzprobleme durch die Corona-Pandemie. „100 Prozent hat es in der Geschichte der Kommunen noch nicht gegeben“, freute sich Pracht über die Fördersummen und bedankte sich bei der Ministerin für ihr Engagement für die Kommunen. Nach einem Imbiss mit Löwenzahnchutney und römisch gewürztem Schafskäse setzte die Ministerin ihre Reise fort.

Begrüßung von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian

Sehnsüchtig erwartet wurde Scharrenbach nämlich im Rathaus in Bad Münstereifel. Mit knapp 20-minütiger Verspätung traf sie dort ein, hechte die Treppen des Verwaltungsgebäudes hoch, durchquerte schnellen Schrittes den historischen Ratssaal, um dann im neuen Saal von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian (CDU), einigen Politikern und Mitarbeitern der Verwaltung begrüßt zu werden.

Im Gepäck hatte die Ministerin zwei Zuwendungsbescheide: einen für einen Verfügungsfond in Höhe von 10.000 Euro und einen für die Umgestaltung des Stadtparks in Höhe von 509.775 Euro.

Bürger und Vereine können Geld beantragen

„Ich freue mich, dass Sie persönlich gekommen sind, um uns die Bescheide zu übergeben. Das zeigt, dass Sie Interesse an den Dingen haben, die in den Kommunen so laufen“, sagte die Bürgermeisterin. Sie erläuterte kurz, wofür das Geld ausgegeben wird. Beim Verfügungsfond können Bürger, Vereine und sonstige Gemeinschaften 100 bis 10.000 Euro für eine Maßnahme beantragen, wenn sie den gleichen Betrag einsetzen, um zum Beispiel die Kernstadt zu beleben und zu stärken oder das Stadtbild aufwerten.

Beim zweiten Bauabschnitt des Stadtparks sollen im Bereich der Bleiche und des Wallgrabens Umgestaltungen vorgenommen werden. „In den Planungen sind die Ergebnisse eines Workshops mit Jugendlichen und Senioren für diesen Bereich eingeflossen“, erklärte Sabine Preiser-Marian.

Das könnte Sie auch interessieren:

So sollen an der Bleiche ein Platz zum Verweilen und verschiedene Bewegungselemente entstehen. Am Wallgraben sollen der Wasserlauf attraktiver gestaltet und die Boccia-Bahn relauncht werden.

Nicht unerwähnt ließ Scharrenbach, dass sie bereits im vergangenen Jahr einen Bewilligungsbescheid für das Schwimmbad vorgebracht habe. Und die Bad Münstereifeler dürfen sich darüber freuen, dass der Eigenanteil der Kommunen von üblicherweise 30 Prozent in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie vom Land übernommen wird, so dass die Förderung 100 Prozent beträgt.“