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Denkmalschutz50.000 Euro für das undichte Dach des Vogelsang-Museums

50.000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz fließen in das undichte Dach des Dokumentationszentrums Luftkriegsgeschichte.

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Dr. Roswitha Steinbrink (v.l.), Frank Güth, Ilona Güth und Bianca Scheiderich bei der Spendenübergabe.

Was für eine Mammutaufgabe haben die Ehrenamtler der AG Luftkriegsgeschichte Rhein/Mosel da auf sich genommen, als sie beschlossen, den Westtrakt des Eingangsbereichs „Malakoff“ in Vogelsang zu erwerben, um dort die Hinterlassenschaften des Luftkriegs über der Eifel während des Zweiten Weltkriegs in einem „Dokumentationszentrum Luftkriegsgeschichte“ öffentlich zugänglich zu machen. Viel Sachverstand von Fachleuten und öffentliche Förderung sind geflossen, um dieses wichtige Element der Geschichtsforschung in einem angemessenen Rahmen zu präsentieren.

Museum geöffnet, Bausubstanz weiter in Not

Seit dem 13. September sind die Türen des Museums geöffnet. Doch die Erhaltungsmaßnahmen an der alten und auch nicht immer hochwertig errichteten Bausubstanz gehen weiter. Jetzt übergaben Dr. Roswitha Steinbrink von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Bianca Scheiderich von Westlotto an den Vorsitzenden der AG, Frank Güth, und dessen Frau Ilona den Vertrag über eine Zuwendung von 50.000 Euro, die zur Sanierung des Daches eingesetzt werden sollen. Denn das Gebäude hat einen Dachschaden.

Rund 110 gelbe Eimer, die unter dem Walmdach über dem Museum stehen, markieren die vielen Löcher in der Bedachung, durch die es hineinregnet. Rund 2500 Quadratmeter Dachfläche müssen saniert werden, knapp 115 Meter lang ist allein der Dachfirst, der das Gebäude an seiner langen Seite überspannt. Dazu weisen drei Bereiche der Bruchsteinverschalung des Ziegelbaus Schäden auf, die ebenfalls instandgesetzt werden müssen. Umso willkommener ist die Förderung, die von der Stiftung Denkmalschutz kommt.

110 undichte Stellen bedeutet 110 gelbe Eimer, die unter dem Dach verteilt worden sind.

Eimer an den undichten Stellen.

„In den sechs Jahren, in denen wir dabei sind, das Dokumentationszentrum aufzubauen, haben wir viele Förderanträge gestellt, aber dieser war der einfachste“, sagte Güth. Doch die 50.000 Euro reichen nicht aus: Die Gesamtkosten belaufen sich auf 180.000 Euro. Das Land NRW werde 98.000 Euro Förderung beisteuern, während der Restbetrag durch Eigenmittel der AG aufgebracht werde, so Güth.

Dabei ist das Walmdach, das sonst bei vielen Gebäuden in Vogelsang zu finden ist, an dieser Stelle erst in den 80er-Jahren aufgesattelt worden. „Ursprünglich war hier ein Flachdach“, informierte Güth. Das sei tatsächlich ein Segen, denn ein Spitzdach habe gegenüber einem Flachdach einige Vorteile. So zum Beispiel die Lagerfläche, die unter dem Dachstuhl entstanden sei. „Da wurden Ersatzteile für Panzer, teilweise tonnenschwere Sachen, gelagert“, so Güth.

Der Name Malakoff

Eine mögliche Deutung für die Herkunft des Namens „Malakoff“, den die Belgier in den 50er-Jahren für den Gebäudekomplex eingeführt hatten, gab Güth am Rande. Der Name beziehe sich ursprünglich auf das Fort Malakov bei Sewastopol, das 1855 während des Krimkriegs hart umkämpft war. Beeindruckt von der Festungsanlage seien dann auch in Westeuropa massive Turmbauten als Malakoff bezeichnet worden, zum Beispiel auch am Mechernicher Bleiberg.

Im belgischen Leopoldsburg nahe Hasselt sei allerdings in einem „Malakoff“ genannten Rundturm ein berüchtigtes Militärgefängnis untergebracht gewesen. „Das war für die belgischen Soldaten ein Synonym für Gefängnis wie in Köln der Klingelpütz“, erklärte er. Deshalb sei möglicherweise als Warnung für neu ankommende Truppen der Schriftzug „Malakoff“ genau über den Arrestzellen angebracht worden. „Das haben uns jedenfalls immer die Belgier erzählt“, so Güth. (sev)