Weil die Mutter Gottes für ihn eine besondere Bedeutung hat, möchte Walter Groß aus Schleiden-Olef auf einer Fläche der Stadt eine Mariengrotte bauen.
MariengrotteOlefer will einen Ort für die Verehrung der Gottesmutter errichten

An der Gestaltung der Mariengrotte in Malsbenden soll sich das Bauwerk in Olef orientieren.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Ursprünglich wollte Walter Groß aus Olef sich von dem Geld, das er zu seinem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr geschenkt bekommen hatte, eine Marienfigur kaufen und diese in seinen Garten stellen. „Dann hatte ich die Idee, eine Grotte zu bauen“, erzählt der Olefer. Ein passendes Grundstück in der Nachbarschaft an der Kreuzung Bruchheck/Amselweg hatte er auch schnell gefunden. Nun sieht es so aus, als könne er sein Vorhaben bald in die Tat umsetzen.
„Für mich hat die Mutter Gottes immer schon eine besondere Bedeutung“, erzählt der rüstige Rentner, der in Olef geboren ist und jetzt in seinem Elternhaus in der Straße Bruchheck wohnt. Vor seinem Ruhestand hat er 49 Jahre als Werkzeugmacher bei der Firma Stocko in Hellenthal gearbeitet.

Auf der Grünfläche hinter der Sitzbank an der Kreuzung der Straßen Bruchheck/Amselweg in Olef will Walter Groß die Mariengrotte errichten.
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Die Marienfigur will Groß im Mai aus Banneux mitbringen.
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„Meine Frau Irene und ich sind gesund und bislang ohne große Operationen durch das Leben gekommen. Dafür will ich mich bei der Mutter Gottes bedanken“, sagt Groß. Mit seiner Frau nimmt er seit einigen Jahren an einer Buswallfahrt nach Banneux in der Nähe von Lüttich teil. In dem Ort soll nach einer Überlieferung im Jahr 1933 mehrfach die Mutter Gottes einem Mädchen erschienen sein. Irene Groß war früher regelmäßig bei Wallfahrten nach Kevelaer dabei gewesen. „Doch mittlerweile finde ich es in Banneux schöner und persönlicher“, erzählt die Oleferin.
Beim 80. Geburtstag auf Geschenke verzichtet
Als Walter Groß im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, wurde seine Frau von Freunden und Bekannten gefragt, was man ihm schenken könne. Groß sagte seiner Frau, dass er Geldspenden haben wolle, um damit eine Marienfigur zu kaufen, die er dann in den Garten stellen wolle. Aber dann kam ihm die Idee mit der Grotte, und er fragte bei der Stadt wegen des Grundstücks an: „Die Verwaltung hat mir geantwortet, dass so ein Vorhaben von der Kirche genehmigt werden muss.“
Also wandte sich der 80-Jährige an die Olefer Kirchengemeinde: „Die wollte erst einmal einen Kostenvoranschlag von mir haben.“ Obwohl er dem Kirchenvorstand daraufhin mitgeteilt habe, dass er den Kauf der Mutter-Gottes-Figur selbst finanziere und für die Grotte Spender finden werde, hielt die Kirchengemeinde an ihrer Forderung fest. Daraufhin reichte Groß einen Voranschlag mit Kosten von rund 8000 Euro ein.
Warum er die Kostenschätzung einreichen musste, wurde ihm dann schnell klar, als er das Antwortschreiben der Kirchengemeinde erhielt: „Der Kirchenvorstand gab nicht nur sein Einverständnis für den Bau der Grotte, sondern stellt auch 4500 Euro zur Verfügung.“
Groß muss noch einen Vertrag mit der Stadt abschließen
Anschließend wandte sich der Olefer wieder an die Stadt. Die teilte mit, dass nun der Stadtrat dem Projekt noch zustimmen müsse und er noch eine Baugenehmigung benötige. Die Abstimmung im Rat steht in der Sitzung am Donnerstag auf der Tagesordnung. Zur Umsetzung des Vorhabens muss Groß dann noch einen Vertrag mit der Stadt abschließen, in dem die Nutzung der Fläche, die Pflege der Anlage sowie eine mögliche Rückbauverpflichtung geregelt werden.
Die vorgesehene Grundfläche der Grotte beträgt etwa 1,20 Meter mal 1,40 Meter. Um sich Anregungen für die Gestaltung zu holen, besuchte Groß vorhandene Grotten in der Umgebung und beschaffte sich Bauunterlagen. Am Ende stand fest, dass sich der Neubau an der Gestaltung und der Größe der Grotte orientieren soll, die in Gemünd-Malsbenden steht. Das Dach soll aber etwas größer werden und so auch Platz für das Aufstellen einer Kerze bieten. Das Gitter wiederum soll aber so gefertigt sein wie das an einer Grotte in Kall-Sistig.
„Das Fundament machen wir selbst“, sagt Groß. Für die weiteren Arbeiten hat er mehrere Mitstreiter aus dem Ort und Handwerker begeistern können. Die 1,40 Meter groß Marienfigur wollen er und seine Frau im Mai von der nächsten Wallfahrt nach Banneux mitbringen. „Ich habe mir schon eine Figur ausgesucht.“
„Die Resonanz auf das Projekt ist sehr gut. Viele aus dem Dorf wollen mithelfen oder Geld spenden“, berichtet Irene Groß. Das Grundstück sei ideal, weil dort auch viele Wanderer vorbeikämen.
