Der Gemünder Bürger-Schützenverein feierte jetzt Richtfest auf seiner Schießanlage. Bis zur Fertigstellung gibt es aber noch allerhand zu tun.
Richtfest gefeiertWiederaufbau der Anlage der Gemünder Bürgerschützen kommt gut voran

Auf der Schießbahn wird zurzeit noch Material für den Innenausbau gelagert.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Der Gemünder Bürger-Schützenverein hatte jetzt Grund zum Feiern: Knapp fünf Jahre, nachdem die Flutwelle das Vereinsgelände zerstört hatte, stand nun das Richtfest an. Rund 2,4 Millionen Euro wird der Wiederaufbau der Anlage kosten. Wenn alles wie geplant läuft, sollen die Arbeiten im Spätherbst abgeschlossen sein.
Bei der Flut 2021 hatten die Wassermassen das Gelände in ein Trümmerfeld verwandelt. Das Schützenhaus und die benachbarte Halle sowie die Schießbahn und der Schützenplatz waren zerstört oder weggespült worden. Auch die Küche sowie der Kühlraum und die Theke waren nicht zu retten gewesen.
2023 ersten Antrag bei der Bezirksregierung gestellt
„Im Januar 2023 haben wir den ersten Antrag für Mittel aus dem Wiederaufbaufonds bei der Bezirksregierung Köln gestellt“, erinnerte sich Christoph Kammers, Leiter der Planungsgruppe Wiederaufbau. In der Folge seien dann noch zwei Änderungsanträge gestellt worden. „Darüber hinaus musste für eine kleine Fläche noch der Bebauungsplan geändert werden“, erzählte Kammers. Nach zahlreichen Absprachen und Planungen habe man erst im vergangenen Jahr so richtig mit dem Wiederaufbau beginnen können.

Ein Teil des Daches der Schießhalle ist bereits neu gedeckt. Im Außenbereich gibt aber noch viel zu tun.
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Weil die Anlage in den 1960er-Jahren zweimal angehoben worden sei, musste die Schießbahn für die Untersuchung des Kampfmittelräumdienstes bis auf eine Tiefe von 2,30 Meter abgetragen werden. Das habe für Verzögerungen gesorgt.
Neue Schießhalle musste geschlossen errichtet werden
„Das Schießhaus wurde unter anderem für die Einrichtung einer Behindertentoilette etwas vergrößert“, berichtete der Vorsitzende des Bürger-Schützenvereins, Manfred Müller. Nun beginne der Innenausbau und die Arbeit an den Außenanlagen. Bis zum Schützenfest Ende Juli soll ein Teil der Anlage sowie die Toiletten, der Aufenthaltsraum und der Innenhof fertig sein. Die 50 Meter lange Schießhalle musste aus Gründen des Lärmschutzes geschlossen errichtet werden. Dort soll neben Pistolen, Luftgewehr und Luftpistole künftig auch Bogenschießen angeboten werden. „Die Auswertung erfolgt elektronisch am Bildschirm“, sagte Kammers.

Andreas Jansen (l.) wurde beim Richtspruch von Manfred Müller unterstützt.
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Weil die Anlage jetzt geschlossen sei, muss eine große Lüftungsanlage eingebaut werden, die aber erst im Herbst geliefert werden kann. Sie kostet laut Kammers allein zwischen 250.000 und 300.000 Euro. In der benachbarten Halle ist die neue Küche schon drin. „In der Halle soll noch ein neuer Boden verlegt werden“, sagte der Koordinator für den Wiederaufbau.
Eine der modernsten Anlagen in der ganzen Region
Der Vorsitzende begrüßte die Gäste und die ebenfalls eingeladenen Nachbarn beim Richtfest und dankte allen Beteiligten. „Knapp fünf Jahre nach der Flut steht jetzt der Rohbau. Eine große Strecke liegt schon hinter uns“, freute sich Müller. Zimmermann Andreas Jansen war anschließend für den Richtspruch verantwortlich.
Verwaltungschef Ingo Pfennings meinte: „Als Bürgermeister und Vereinsmitglied bin ich sehr froh, dass nach der Flut entschieden wurde, den Wiederaufbau anzugehen. Mit dem Richtfest wurde ein weiterer Meilenstein erreicht.“
Wenn die Arbeiten abgeschlossen seien, hätten die Gemünder Schützen eine der modernsten Anlagen in der ganzen Region. Dadurch werde der Verein künftig auch für jüngere Mitglieder noch interessanter. „Die Schützen stellen einen der ältesten Vereine im Stadtgebiet mit einer mehr als 300-jährigen Tradition und sind in Gemünd ein wichtiger Baustein des gesellschaftlichen Lebens.“

