Heinz Busch zeigt im Euskirchener FzKKE seine Bilder. Auch ein Kindheitserlebnis prägte sein künstlerisches Schaffen.
AusstellungHeinz Busch zeigt in Euskirchen die Faszination des Lichts in Kirchenfenstern

Mit Hilfe von Schablonen und Grundrisszeichnungen erschafft Heinz Busch Werke, die einen neuen Blick auf Gebäude und sakrale Elemente ermöglichen.
Copyright: Cedric Arndt
Ein Besuch in der Kirche seines damaligen Heimatortes Breinig bei Aachen hat Heinz Busch schon in frühester Kindheit tief beeindruckt. Dabei seien es weniger die gesprochenen Worte, sondern vielmehr die farbenfrohen Fenster gewesen, die einen bis heute bleibenden Eindruck hinterlassen haben. „Als Kind kann man noch gar nicht richtig einschätzen, was so ein Anblick in einem auslöst. Aber ich weiß noch sehr genau, dass ich immer fasziniert davon war, wie sich das Licht durch das bunte Glas bricht“, erklärte der Künstler.
Viele Jahre später ist diese Faszination noch immer nicht erloschen. Und auch in seinen Werken, die derzeit in den Räumlichkeiten des Förderkreises zeitgenössischer Kunst im Kreis Euskirchen (FzKKE) zu sehen sind, lassen sich die Einflüsse der Glaskunst wiedererkennen.
Zahlreiche Siebdrucke entstanden in der Galerie Roy in Zülpich
Eine zweite Inspirationsquelle für die zu großen Teilen in der Zülpicher Werkstatt der Galerie Roy entstandenen Siebdrucke bilden zudem experimentelle und medienbezogene Ansätze der Gestaltung. Als prägendes Beispiel dafür nannte Heinz Busch die 1969 entstandene Aktionsplastik von Wolf Vostell, der einen Opel Kapitän komplett einbetonierte. Dieser neue und ungewohnte Blick auf weit verbreitete Dinge des Alltags spiele auch bei der Entstehung seiner Bilder eine große Rolle, so Busch: „Ich nehme gerne bereits Vorhandenes und schaffe daraus etwas völlig Neues.“
Zum ersten Themenbereich seiner aktuellen Ausstellung passend, habe er sich mit den Grundrisszeichnungen besagter Kirche auseinandergesetzt, deren Fenster erste Einflüsse auf sein künstlerisches Wirken hatten. Da er die Berichterstattung über Wolf Vostells Fahrzeugplastik größtenteils übers Radio mitverfolgt habe, fließe auch dieser Aspekt in die Neuinterpretationen der architektonischen Pläne ein. So lassen sich die Gebäude, die für die Drucke als Vorbild dienten, kaum als solche in den Werken entdecken, da sie sich, ähnlich der Bewegung von Radiowellen, über die Leinwand verteilen.
„Wenn man vor der Kirche in Breinig steht, wird man nicht meinen Siebdruck danebenhalten und auf den ersten Blick Gemeinsamkeiten erkennen können“, erklärte Heinz Busch lachend: „Aber es ist genau dieser neue Blickwinkel auf die Dinge, den ich zum Ausdruck bringen und mit Betrachtern meiner Bilder teilen möchte.“
Die Werke von Heinz Busch können bis Mittwoch, 6. Januar 2027, im FzKKE, Kölner Straße 26, in Euskirchen, besichtigt werden. Die Ausstellung „Soundsoviele Bilder, deren Lustigkeit Sie unterschätzen – Nach Stichen von Sonne, Mond und Sterne“ ist nach telefonischer Vereinbarung unter 0 22 51/5 51 00 geöffnet.
