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Ausstellung in EuskirchenKünstlerin hat den Tod ihrer Mutter in Bildern verarbeitet

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Ein bärtiger Mann in rotem T-Shirt steht neben zwei Fotografien, die gerahmt an der Wand hängen.

Rüdiger Westphal präsentiert die Ausstellung „Meine Mutter ist tot“ von Anitta Nørgard im FzKKE.

„Meine Mutter ist tot“ ist der Titel einer Fotoausstellung, die beim FzKKE zu sehen ist. Die Künstlerin Anitta Nørgard hat ihre Trauer in Bildern verarbeitet. 

Der Verlust eines geliebten Menschen kann den gewohnten Alltag der Hinterbliebenen völlig auf den Kopf stellen. Zuvor gesetzte Prioritäten können an Bedeutung verlieren und andere an ihrer Stelle in den Fokus rücken. Um diesen Verlust zu verarbeiten, wurden im Laufe der Menschheitsgeschichte zahlreiche Riten und Bräuche entwickelt, die sich teilweise heute noch in unterschiedlichen Religionen und Kulturen wiederfinden lassen.

Der Tod ihrer Mutter hat auch Anitta Nørgard in eine solche Lage versetzt, und sie hat ihren ganz persönlichen Weg gefunden hat, mit ihrer Trauer umzugehen. „Als meine Mutter starb, fotografierte ich sie. Ich weiß nicht genau, warum. Vielleicht war es ein Versuch, sie festzuhalten“, erklärte die Künstlerin.

Die Künstlerin bricht mit dem Tabu

„Früher fotografierte man die Toten. Heute, wo mehr Fotos gemacht werden denn je, dokumentieren wir den Tod unserer Lieben nicht. Nahtod ist in einer Zeit, die von fotografischer Repräsentation besessen ist, zu einem Tabu geworden.“ In ihrer aktuellen Ausstellung, die derzeit in den Räumen des Förderkreises zeitgenössischer Kunst Kreis Euskirchen (FzKKE) zu sehen ist, bricht sie mit genau diesem Tabu.

Obwohl der Titel der Ausstellung „Meine Mutter ist tot“ das Thema der Bilder bereits zusammenfasst, können die gewählten Motive zunächst dennoch ein wenig befremdlich erscheinen, wenn beim Betreten einer Kunstgalerie der erste Blick auf ein Abbild einer kürzlich verstorbenen Person auf dem Sterbebett fällt.

Es schien mir, als hätte sie etwas Wichtiges zu sagen.
Anitta Nørgard

Die Fotografien der geschmückten Kirche während der Beerdigung, von einem handschriftlich auf einem Blatt Papier verfassten Testament oder auch von der Künstlerin selbst am Grab ihrer Mutter seien zunächst für den persönlichen Gebrauch aufgenommen worden. „Doch nach einigen Jahren beschloss ich, das Material in einem künstlerischen Kontext zu verwenden. Als intime Dokumentation eines Prozesses, der vielleicht etwas Universelles und Wiedererkennbares für andere enthält.“

Tatsächlich zeugt die Ausstellung von sehr intimen Momenten, die die Künstlerin mit den Betrachtern ihrer Bilder teilt. Denn neben den Fotografien zählt auch eine Abschrift der Worte zu den Ausstellungsstücken, die die Verstorbene in ihren letzten Tagen im Krankenhaus an ihre Familie richtete, während sie bereits immer wieder das Bewusstsein verlor. „Es schien mir, als hätte sie etwas Wichtiges zu sagen. Vielleicht nicht nur den versammelten Angehörigen, sondern auch sich selbst“, so Anitta Nørgard.

Die Ausstellung „Meine Mutter ist tot“, kann bis einschließlich Mittwoch, 30. September, in den Räumen des FzKKE, Kölner Straße 26, in Euskirchen nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 0 22 51/55 10 0 besichtigt werden.