Euskirchen gehört zu den zwölf Kommunen, die am Fußverkehrs-Check NRW teilnehmen. Bei einer Ortsbegehung wurden zahlreiche Mängel benannt.
OrtsbegehungFür den Fußverkehr in Euskirchen gibt es viel zu tun

Der Rundgang führte unter anderem durch die Hochstraße in Euskirchen.
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Es gibt viel zu verbessern für Menschen, die per pedes in der Euskirchener Innenstadt unterwegs sind. Das wurde während der Begehung deutlich, die am Donnerstag im Rahmen des Fußverkehrs-Checks NRW 2026 stattfand. Euskirchen gehört zu den zwölf Kommunen, die für das Programm ausgewählt wurden. 41 hatten sich beworben. Die Organisation liegt in den Händen des Landesverkehrsministeriums und des Zukunftsnetzes Mobilität NRW.
Den Rundgang in Euskirchen leitete Andrea Fromberg vom Planungsbüro Via, das am Ende des für die Stadt kostenlosen Fußverkehrs-Checks (FVC) einen Maßnahmenkatalog mit Handlungsempfehlungen erstellen wird. Die Umsetzung ist Sache der Stadt.
Die Leute haben sich konstruktiv eingebracht.
Am Anfang des Checks hatte ein Workshop gestanden, in dem Bürgerinnen und Bürger Wünsche zur Verbesserung der Bedingungen für den Fußverkehr formulieren konnten. Am Donnerstag hatten sie dazu erneut Gelegenheit, diesmal praxisnah. Die Tour führte vom Bahnhofsvorplatz durch Bahnhofstraße, Wilhelmstraße und Hochstraße zum Alten Rathaus und von dort über Bischofstraße, Rüdesheimer Platz, Disternicher Torwall, Gartenstraße und Entenpfuhl zum Europaplatz.
Fromberg zog nach der Begehung ein positives Fazit: „Die Leute haben sich konstruktiv eingebracht.“ Gut ein Dutzend Euskirchenerinnen und Euskirchener hatten die Chance genutzt, Mängel in der Fußverkehrsinfrastruktur zu benennen. Das fing schon am Ampelüberweg am Bahnhof an, den nach Frombergs Angaben an Werktagen rund 9000 Menschen nutzen. „Die Grünphase für Fußgänger ist zu kurz. Wer nicht flink ist, hat Probleme“, sagte ein Teilnehmer.
Via schlägt vor, das Leitsystem am Bahnhof zu verbessern
Das Büro Via könnte sich vorstellen, die Ampel durch einen Zebrastreifen mit Mittelinsel zu ersetzen. Fromberg regte auch an, die Fußgängerachse vom heutigen Ampelüberweg in Richtung Bahnhof zu optimieren, etwa durch ein Leitsystem für Reisende, die nicht zu Gleis 1 wollen, also in den Tunnel müssen.
Auf der Fläche vor der Volksbank-Zentrale, auf der die als Fußgängerzone ausgewiesene Bahnhofstraße auf Ursulinen- und Veybachstraße trifft, wurden die Konflikte zwischen Fußgänger- und Autoverkehr thematisiert. Ärger lösen dort auch ständig Rad- und E-Scooter-Fahrer aus, die illegal durch die Fußgängerzone fahren, Passanten gefährden und erschrecken.

Andrea Fromberg (hinten) vom Planungsbüro Via leitete den Rundgang, neben ihr ihre Kollegin Merve Dogar.
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Im weiteren Verlauf des Rundgangs ging es immer wieder um Hindernisse, die Fußgängerinnen und Fußgängern im wahrsten Sinne des Wortes im Weg stehen. Meistens handelt es sich dabei um Autos, die unter Missachtung der Regeln auf dem Bürgersteig abgestellt werden, etwa in der Hochstraße, aber auch um Schilder und Parkscheinautomaten.
Nach Ansicht der Via-Experten muss es das Ziel sein, die Autoparkflächen am Straßenrand zugunsten des Fußverkehrs zu reduzieren. Andrea Fromberg brachte in diesem Zusammenhang Anwohnerparken im Parkhaus Entenpfuhl ins Gespräch. Nachts wäre das auf jeden Fall machbar, sagte der Prokurist des Parkhausbetreibers SVE, Uwe Brinkmann.
Und noch etwas würde den Menschen helfen, die zu Fuß in Euskirchen unterwegs sind, wie Fromberg ergänzte: eine Geschwindigkeitsreduzierung für Autos, vor allem in den engen Straßen der Altstadt, wo zum Teil noch Tempo 50 erlaubt sei. Die Via-Mitarbeiterin plädiert auch dafür, in der Gartenstraße zwischen den beiden Teilen der Grünanlage am Disternicher Torwall einen Zebrastreifen anzulegen. Die Voraussetzungen dafür seien durch die Novelle der Straßenverkehrsordnung erleichtert worden.
Was für Fußgänger gilt, gilt erst recht für Menschen im Rollstuhl. Das bestätigte Markus Töpler, der wie andere Teilnehmer der Aufforderung gefolgt war, ein Stück der Tour in einem „Rolli“ zurückzulegen, um einen Perspektivwechsel zu erleben. „Die Engpässe sind zum Teil bedrohlich. Für Leute im Rollstuhl fehlt überall der Platz“, sagte der CDU-Stadtverordnete, der von seiner Ratskollegin Dr. Simone Galliat (Grüne) geschoben worden war.
Zweiter Rundgang in Flamersheim
In Flamersheim findet am Montag, 6. Juli, eine weitere Begehung statt. Start ist um 17 Uhr an der Grundschule. Die Stadtverwaltung wird prüfen, ob sich Maßnahmen, die aus dem dortigen Fußverkehrs-Check resultieren, auf andere Ortsteile übertragen lassen.
