Die kurzfristige Wiederaufnahme des Theaterbetriebs ist unwahrscheinlich. Auch am EFG in Euskirchen sind große Schäden festgestellt worden. Eine Kernsanierung ist denkbar.
Theater bleibt zuGroße Schäden am Emil-Fischer-Gymnasium in Euskirchen – Kernsanierung denkbar

Am Emil-Fischer-Gymnasium und am Stadttheater hat die Stadt Euskirchen große Schäden festgestellt.
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Die baulichen Probleme am Emil-Fischer-Gymnasium (EFG), dem Stadttheater und dem Grundschulzentrum Nord sind deutlich gravierender als bislang bekannt. Das geht aus aktuellen Untersuchungen und Gutachten hervor, über die die Stadtverwaltung an diesem Dienstag den Schulausschuss informieren wird.
Besonders kritisch ist nach Angaben der Verwaltung der Zustand der Fassaden. Sachverständige haben zahlreiche Schäden an den Waschbetonplatten festgestellt. Dazu gehören Risse, Betonabplatzungen und freiliegende, teilweise stark korrodierte Stahlbewehrungen. Eine als besonders kritisch eingestufte Fassadenplatte oberhalb des Stadttheaters wurde genauer untersucht.
Laut Experten: keine akute Absturzgefahr
Zwar besteht nach Einschätzung der Experten derzeit keine akute Absturzgefahr, dennoch gilt die gesamte Fassadenkonstruktion als nicht mehr dauerhaft standsicher. Eine Sanierung erscheint laut Gutachten weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Stattdessen wird ein Rückbau der Fassadenplatten vorbereitet.
Auch an den Betonstützen des Gymnasiums wurden erhebliche Schäden entdeckt. Neben sogenannten Kiesnestern, die die Festigkeit des Betons beeinträchtigen, fanden die Gutachter Abplatzungen und korrodierte Bewehrungseisen. Der Umfang der notwendigen Sanierungsmaßnahmen wird derzeit statisch untersucht.
Kurzfristige Wiederaufnahme des Theaterbetriebs unwahrscheinlich
Für zusätzliche Sorgen sorgt das Stadttheater. Bei statischen Überprüfungen wurden hoch belastete Rahmenecken und weitere konstruktive Schwachstellen festgestellt. Im Zuge der Untersuchungen wurden zudem verbaute Porenbeton-Deckenplatten näher geprüft. Dafür musste das Theater geschlossen werden. Teile der Decke und des Daches wurden geöffnet, Stuhlreihen ausgebaut. Ein abschließendes Gutachten liegt noch nicht vor. Die Verwaltung hält eine kurzfristige Wiederaufnahme des Theaterbetriebs jedoch für unwahrscheinlich.
Probleme gibt es auch bei der technischen Gebäudeausstattung. Die zentrale Brandmeldeanlage, die neben dem Gymnasium auch das Grundschulzentrum Nord überwacht, gilt als veraltet. Ersatzteile werden nicht mehr hergestellt.
Schulbetrieb während der Sanierung nicht möglich
Die Stadt schätzt die Kosten für eine Erneuerung auf rund 150.000 Euro. Weitere Mängel an Elektro-, Sicherheits- und Alarmtechnik verursachen voraussichtlich zusätzliche Kosten von etwa 85.000 bis 90.000 Euro. Hinzu kommt, dass der äußere Sonnenschutz am Gymnasium zunehmend ausfällt. Für das erst 2020 installierte System sind bereits keine Ersatzteile mehr verfügbar. In einzelnen Klassenräumen funktioniert der Sonnenschutz bereits nicht mehr.
Als Sofortmaßnahmen plant die Stadt weitere Absperrungen und Schutzgerüste. Zudem soll die Brandmeldeanlage erneuert werden. Gleichzeitig wird über die langfristige Zukunft des Schulstandortes beraten.
Nach Einschätzung der Verwaltung könnte letztlich nur eine umfassende Generalsanierung des gesamten Komplexes Abhilfe schaffen. Diese würde eine vollständige Entkernung, die Sanierung der tragenden Bauteile, eine energetische Modernisierung sowie ein neues Schul- und Raumkonzept umfassen. Während der Bauzeit wären vermutlich Ausweichstandorte für den Schulbetrieb erforderlich.
Angesichts der Größe und Komplexität des Projekts empfiehlt die Verwaltung, eine externe Gesamtprojektsteuerung zu beauftragen. Eine entsprechende Ausschreibung wird derzeit vorbereitet. Konkrete Entscheidungsvorlagen sollen den politischen Gremien laut Stadtverwaltung in den kommenden Monaten vorgelegt werden.
