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Rock auf der OrgelDas etwas andere Kirchenkonzert in Großbüllesheim

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Das Bild zeigt Markus Goecke an der Orgel.

Die Rock-Arrangements für Orgel brachten Markus Goecke und den Euskirchener Seelsorgebereichskirchenmusiker Volker Prinz an den Registern mächtig ins Schwitzen.

Kirchenmusiker Markus Goecke spielte auf der Seifert-Orgel in St. Michael in Großbüllesheim Klassiker der Rockgeschichte.

Es war ohnehin schon ein besonderes Konzert: Rockmusik auf klassischer Orgel. Und dann war da noch die schwüle Gewitterluft, die auch in die Kirche St. Michael in Großbüllesheim hineingeströmt war und das Musizieren zum schweißtreibenden Hochleistungsakt werden ließ.

Zum dritten Mal hatte der Seelsorgebereichskirchenmusiker Volker Prinz den Euskirchener Organisten Markus Goecke eingeladen, um seine selbstgeschriebenen Arrangements zu Rockklassikern zu spielen. Das Konzert stieß für Großbüllesheimer Verhältnisse auf großes Interesse. Mehr als 80 Besucher waren gekommen. Die meisten dürften mit der Musik aus der Zeit zwischen 1964 und 1997 groß geworden sein. Überall in den Bänken sah man Köpfe nicken und Beine wippen. Jedes Stück wurde mit großem Applaus gefeiert.

Elf Arrangements standen auf dem Programm

Auf dem Programm unter dem Motto „The Best Of Rock Classics“ standen Titel wie „Engel“ von Rammstein, „Another Day in Paradise“ von Phil Collins oder „Smoke on the Water“ von Deep Purple. Insgesamt gab Goecke elf Arrangements zum Besten.

Man mag darüber streiten, ob eine Orgel das Feeling eines Live-Rockkonzertes wiedergeben kann. Wohl eher nicht. Aber Goeckes Orgelübertragung kam offensichtlich gut an. Um die Vielfalt der Instrumente der Rockmusik auf die Orgel zu bringen, musste Goecke im wahrsten Sinne des Wortes alle Register ziehen.

Da die Seifert-Orgel nicht über die Möglichkeit verfügt, Register automatisch zu programmieren, musste Prinz händisch die Aufgabe übernehmen. Hochkonzentriert auf die Noten blickend, bemühte er sich, keinen Registerwechsel zu verpassen. Mal zog er links, mal rechts vom Organisten an den Knöpfen und kam dabei mächtig ins Schwitzen.

Der Organist kam mächtig ins Schwitzen

Auch Goecke selber schwitzte unter seinem Spiel. Kein Wunder. Atemberaubende Fußläufe auf den Pedalen legten den Groove unter die Melodien. Teilweise spielte er mit einer Hand auf oberer und unterer Tastatur gleichzeitig, um mehr Instrumente abbilden zu können. Der ganze Mensch war in Bewegung.

Das wilde Spiel verlangte zwischendurch nach Pause. Die nutzte der Organist auch für einen notwendigen Kleiderwechsel. Er kam passend mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck der Rockband Led Zeppelin zurück. Traditionell bei Konzerten des Vereins der Freunde und Förderer der Musik-Kultur füllte Georg Schneider die Pause mit philosophisch-theologischen Gedanken.

Arrangements dürften nur wenige Organisten nachspielen können

Besonders ein Gedanke des griechischen Philosophen Aristoteles hatte es ihm angetan. Dieser Denker der Antike hatte sich auch über Musik geäußert und musikalische Beiträge bei Theateraufführungen als „unschädliche Freude“ bezeichnet. Goeckes außergewöhnliche Rockmusikpräsentation verortete Schneider in die gleiche Kategorie: unschädliche Freude.

Goeckes Arrangements dürften nur wenige Organisten nachspielen können. Es führt an die Grenze des Spielbaren. An manchen Stellen löste er Problematiken, indem er musikalisch nicht ganz sauber Tempi veränderte. Auf diese Weise gab er Prinz die Möglichkeit, den schnellen Registerwechseln hinterherzukommen. Den Rockballaden tat das keinen Abbruch.

Im Gegenteil: Die Unschärfen belebten die Stücke und führten sie dorthin, wo sie herkommen: zur lebensnahen Betrachtung der Welt und der Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz. Für Rockmusikliebhaber sind die Konzerte mit Goecke auf jeden Fall ein Leckerbissen.