Waltraud und Rudi Wirtz blicken auf ein nun schon 60 Jahre währendes Eheleben zurück. Das Zelt für die Feier wird im Garten aufgebaut.
DiamanthochzeitEuskirchener Süßwarenverkäuferin traf im Imbiss den Mann fürs Leben

Zur den Feierlichkeiten ihrer diamantenen Hochzeit erwarten die Eheleute Waltraud und Rudi Wirtz Gäste aus dem In- und Ausland.
Copyright: Cedric Arndt
Den ganzen Tag von Süßigkeiten umgeben zu sein, wäre wohl für viele Kinder und Jugendliche und auch für einige Naschkatzen in fortgeschrittenem Alter ein wahrgewordener Traum. Waltraud Wirtz (geborene Ryfisch) hingegen, die in jungen Jahren im Süßwarengeschäft Hussel in Euskirchen angestellt war, hatte sich an dem zuckerhaltigen Angebot bald sattgesehen und bevorzugte in ihren Pausen lieber herzhafte Kost.
„Da ich die jüngste Mitarbeiterin war, musste ich damals immer für meine Kolleginnen das Mittagessen besorgen“, erinnerte sich die heute 79-Jährige lachend. Dieser zunächst lästig erscheinende Auftrag sollte sich jedoch schon bald als großer Glücksfall herausstellen. In einem nahegelegenen Imbiss traf sie auf den acht Jahre älteren Rudi Wirtz, und schon bald reichten ihre Gesprächsthemen weit über die tägliche Essensbestellung hinaus.
Ein Jahr nach dem Kennenlernen läuteten schon die Hochzeitsglocken
„Später habe ich Waltraud dann mit dem Auto zum Forellenhof ausgeführt“, berichtete Rudi Wirtz von der ersten Verabredung mit seiner heutigen Ehefrau. Ein Abend, der bei beiden einen derart positiven Eindruck hinterließ, dass nach zahlreichen weiteren Rendezvous schon ein Jahr später die Hochzeitsglocken läuteten. Nun feierte das Paar sein diamantenes Ehejubiläum, und noch immer sind die ersten gemeinsamen Ausflüge in bester Erinnerung.

Vor 60 Jahren gaben sich Waltraud und Rudi Wirtz (r.) im Kreise ihrer Liebsten das Ja-Wort.
Copyright: Cedric Arndt
Von Oberwichterich nach Gemünd und schließlich nach Euskirchen wechselte der gemeinsame Wohnsitz im Laufe der Jahre, ohne dass die Eheleute ihren Heimatkreis verließen.
Haus selbst umgebautIn der Kreisstadt selbst fanden sie schließlich eine Bleibe, die sie in Eigenregie aus- und nach und nach altersgerecht umgebaut haben. „Dafür haben wir auch immer wieder Nebenjobs angenommen, um die Bauarbeiten zu finanzieren“, berichtete der gelernte Dachdecker. Dennoch sei ihnen regelmäßig ausreichend Zeit geblieben, die fünfte Jahreszeit gemeinsam mit der KG Alt Oeskerche, die der Vater der Jubilarin mitbegründet habe, ausgiebig zu feiern.
Paar aus Euskirchen feiert mit Gästen aus dem In- und Ausland
Sein aufkeimendes Fernweh stillte das Paar während seiner Reisen ins österreichische Burgenland und regelmäßiger Ausflüge an die Nordsee. „Da wir sehr tierlieb sind und immer Hunde hatten, sind wir auch nur dorthin gefahren, wo wir sie mitnehmen konnten“, erklärte Waltraud Wirtz. Ganz zur Freude des ein Jahr nach der Hochzeit geborenen Sohnes, der die Familie mittlerweile um ein Enkelkind bereichert hat.
Bei diesen Reisen geschlossene Freundschaften haben sogar teilweise heute noch Bestand, und so nehmen einige Gäste der Diamanthochzeitsfeier sogar Anfahrten von mehr als 1000 Kilometern auf sich, um gemeinsam mit den Jubilaren feiern zu können. „2013 erlitt mein Mann einen Schlaganfall, und darum sind wir sehr glücklich, dass unsere österreichischen Freunde seitdem uns besuchen kommen“, freute sich Waltraud Wirtz. Alle Ehejubiläen seit der silbernen Hochzeit habe das Paar mit Nachbarn, Freunden und der Familie in einem großen Zelt im Garten gefeiert und an dieser Tradition wolle man auch zum 60. Jahrestag der Eheschließung festhalten.
„Unsere Großnichte hat mir schon aufgetragen, 50 Brötchen vorzubereiten, weil sie unser Haus für das Fest schmücken wollen“, so die Jubilarin. „Was sonst noch alles auf uns zukommt in den nächsten Tagen, wissen wir selbst nicht genau, aber wir freuen uns auf eine schöne Zeit mit unseren Liebsten.“

