Die Schäden am Euskirchener Emil-Fischer-Gymnasium sind massiv. Die Generalsanierung würde viele Millionen Euro kosten. Sogar ein Neubau ist im Gespräch.
BaumängelSanierung des Emil-Fischer-Gymnasiums Euskirchen wird langwierig und teuer

Das Emil-Fischer-Gymnasium ist in einem miserablen Zustand. Nun soll ein externer Gesamtprojektkoordinator ein Sanierungskonzept erstellen.
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Nach wie vor sind viele Fragen offen, doch schon jetzt steht fest, dass auf die Stadt Euskirchen hohe Ausgaben zukommen, wenn sie das Emil-Fischer-Gymnasium (EFG) und das Stadttheater zurück in einen tadellosen Zustand versetzen will. Die beiden Gebäudekomplexe, die mit dem Grundschulzentrum Nord ein Ensemble bilden, sind in miserabler Verfassung; das Stadttheater, gleichzeitig Schulaula, ist schon seit März geschlossen.
Im Theater sind Betonstützen beschädigt, die Stadt lässt auch Deckenplatten und das Dach untersuchen. Das abschließende Gutachten steht noch aus, eine kurzfristige Wiedereröffnung hält die Verwaltung nach dem jetzigen Stand für unwahrscheinlich.
Die Brandmeldeanlage der Schule soll zügig erneuert werden
Im Schulgebäude bestehen ebenfalls Mängel am Dach und an Betonstützen, zudem an der Fassade, beim äußeren Sonnenschutz und an der Brandmeldeanlage. Letztere soll jetzt zügig erneuert werden.
Die Verwaltung will kurzfristig einen externen Gesamtprojektkoordinator damit beauftragen, ein umfassendes Konzept zu erstellen und die entsprechenden Kosten zu ermitteln. Die Angelegenheit sei zu komplex, der Personalbestand zu dünn, um die Aufgabe selbst zu bewältigen, hieß es zur Begründung.

René Strotkötter, Beigeordneter, Kämmerer und bald auch Leiter des Immobilien-Managements der Stadt Euskirchen.
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René Strotkötter sagte am Dienstag im Schulausschuss, dass er die Ausgaben für eine Kernsanierung nach dem aktuellen Stand mit einem „etwas höheren zweistelligen Millionenbetrag“ veranschlage.
Es lägen aber noch nicht zu allen derzeit laufenden Untersuchungen Ergebnisse vor, betonte Strotkötter, der Beigeordneter und Stadtkämmerer ist und zum 1. Juli auch noch kommissarisch die Leitung des Stadtbetriebs Zentrales Immobilien-Management übernimmt. Er rückt damit an die Stelle von Deborah Lüdenbach, die wie auch ihr Stellvertreter Marcel Timm zum 30. Juni gekündigt hat.
Wir sind immer wieder vertröstet worden.
Von Lüdenbach stammte der Bericht mit einer Gesamtübersicht der Baumängel im EFG und im Stadttheater, auf den der Schulausschuss schon lange gewartet hatte, wie Inge Gippert (CDU) betonte: „Wir sind immer wieder vertröstet worden.“ Nun habe man zwar einen Überblick, konkrete Lösungsvorschläge und ein Zeitplan fehlten aber nach wie vor, fügte sie hinzu.
Angesichts der vielen aufgelisteten Schäden kam prompt der Vorschlag auf, auch über einen Neubau nachzudenken. Marianne Haller (SPD) sagte, dafür existiere doch ein „schöner Platz“ in unmittelbarer Nähe. Damit meinte sie das Grundstück Kölner Straße 75 mit dem bisherigen Rathaus, das in diesem Fall abgebrochen werden müsste.
Sogar ein Neubau wurde im Schulausschuss als Variante genannt
Auf jeden Fall sei ein Neubau – neben Teilneubau und Komplettsanierung – eine der Varianten, die man in eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbeziehen müsse, sagte Haller. Thomas Scholzen (FDP) sprach sich mit einer gewissen Vehemenz für einen Neubau aus. Dies sei sinnvoller als eine „Never ending story“, wie das „Emil“ sie mit seinem jahrelangen Sanierungsstau erlebe, so Scholzen.
René Strotkötter erklärte, nach einer ersten Einschätzung halte die Verwaltung eine Komplettsanierung für die wirtschaftlichere Lösung. Was die Kölner Straße 75 anbelangt, sagte der Dezernent „aus dem Bauch heraus“, dass die Fläche für einen Gymnasialbau zu klein sein könnte.
Diese und viele andere Fragen müssen Stadt und Koordinator in den kommenden Monaten klären. „Ich warne davor, irgendwelche Vorabfestlegungen vorzunehmen“, erklärte der Erste Beigeordnete Alfred Jaax. Bei der Sanierung des EFG habe man viel Zeit verloren – „das ärgert mich auch“. Umso wichtiger sei es nun, sich umfassend, seriös und ergebnisoffen mit dem Gesamtthema zu befassen, unterstrich Jaax.
Sein Kollege Strotkötter hatte vorher erklärt, dass eine Kernsanierung wohl mehrere Jahre dauern würde und nicht bei laufendem Betrieb stattfinden könne. Das Gymnasium müsste also – „in Abstimmung mit der Schule“, so Strotkötter – vorübergehend ausgelagert werden.
An der Gesamtschule Euskirchen herrscht großer Andrang
Mit sieben Eingangsklassen geht die Geschwister-Graf-Gesamtschule ins nächste Schuljahr. Sie ist eigentlich sechszügig. Wegen der starken Nachfrage hat die Bezirksregierung aber auf Antrag der Stadt eine „Mehrklasse“ genehmigt, wie Fachbereichsleiterin Christiane Mermi im städtischen Schulausschuss mitteilte.
Die Zahl der Neulinge an der Gesamtschule beläuft sich nach dem jetzigen Stand auf 188. Im Gymnasium Marienschule sind es 127, im Emil-Fischer-Gymnasium 111 und in der Kaplan-Kellermann-Realschule 74.
