Die Helfer des THW in Euskirchen zeigten etwa, was man selbst tun kann, wenn der Keller plötzlich vollläuft.
Tag der SelbsthilfeTHW in Euskirchen gibt praktische Tipps, was in einer Notlage zu tun ist

3,8 Tonnen technisches Gerät sind auf dem „Gerätekraftfahrzeug“ des THW Ortsverbands Euskirchen verlastet.
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Wie baut man eine Sandsackbarriere, wie löscht man einen Entstehungsbrand – und woran erkennt man eigentlich Falschgeld? Auf solche und andere Fragen für den Notfall gaben Experten des THW-Ortsverbands und eingeladener Partnerorganisationen beim „Tag der Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe“ Antworten. An zahlreichen Mitmachstationen konnten die Besucher vieles gleich selbst ausprobieren.
Als dann ein Starkregenschauer über dem Gelände des THW-Ortsverbands an der Euskirchener Otto-Lilienthal-Straße niederging, zeigte sich im Praxistest, was Besucher kurz zuvor gelernt und probehalber umgesetzt hatten. Sie hatten einige Sandsäcke schräg hinter eine Massivholzplatte gelegt. Die Barriere leitete das kräftig fließende Regenwasser sicher an der Stelle vorbei, an der sich im Ernstfall eine Haustür befinden könnte.
Zahlreiche Aha-Momente beim Tag der Selbsthilfe in Euskirchen
Wäre stattdessen eine häufig verwendete handelsübliche MDF-Platte zum Einsatz gekommen, „würde sich das schnell vollsaugen und weich werden“, erklärte Paul Swed vom THW Euskirchen. Wer hätte es gewusst?
Solche Aha-Momente gab es für die Besucher beim Rundgang entlang der Mitmachstationen in den großen Fahrzeug- und Gerätehallen viele. Spätestens nach der Flutkatastrophe 2021, aber auch angesichts der Gefahr größerer Stromausfälle stellten sich viele Menschen die Frage, wie sie sich und anderen in einem Notfall zunächst selbst helfen könnten, hieß es beim THW. Genau darum ging es beim „Tag der Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe“: um die Zeit, bis Feuerwehr, Rettungsdienst, THW oder andere Einsatzkräfte vor Ort sein können.

Durch einen Tank mit 400 Litern Wasser wird demonstriert, wie schnell ein Kellerraum zur lebensgefährlichen Falle werden kann.
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Wie rettet man etwa gehbehinderte Menschen aus oberen Stockwerken über das Treppenhaus ins Freie? Was ist bei Problemen mit dem Sicherungskasten zu beachten? Und wie wechselt man sicher einen Autoreifen?
Swed führte zu einem weiteren wichtigen Themenbereich: Was tun, wenn bei Starkregen der Keller vollläuft? Das THW-Team hatte einen großen Plastikcontainer mit rund 400 Litern Wasser gefüllt und in eine Fahrzeuggrube gestellt. Davor befand sich eine Kellertür samt Rahmen. Die Konstruktion demonstrierte eindrucksvoll, welche Kräfte Wasser entwickeln kann.
Keller sollte verlassen werden, wenn Wasser eindringt
„Versuchen Sie jetzt mal, die Tür zu öffnen“, forderte Swed die Besucher auf. Das gelang, wenn überhaupt, nur mit großer Mühe. Der Rat des THW war deshalb eindeutig: Dringt Wasser in den Keller ein, sollte dieser sofort verlassen werden. Betreten werden sollte er erst wieder, wenn keine Gefahr mehr besteht und insbesondere eine Gefährdung durch die elektrische Anlage ausgeschlossen ist.
Grundsätzlicher wurde es in den Räumen des Ortsverbands gegenüber den Garagenhallen. Dort ging es um die Frage, was Haushalte für größere Notlagen bereithalten sollten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt beispielsweise, einen Vorrat an Wasser und haltbaren Lebensmitteln anzulegen.
Ebenso wichtig kann ein griffbereiter Notfallrucksack sein. Wichtige Dokumente, eine geladene Powerbank für das Smartphone, eine Taschenlampe samt Ersatzbatterien und ein Radio, das auch unabhängig vom Stromnetz betrieben werden kann, gehören beispielsweise zur sinnvollen Ausstattung.
Unterdessen hatte das THW im Innenhof unter einem Pavillon einen Pkw mit plattem Reifen abgestellt. Doch wie wechselt man den eigentlich richtig? Jeremy Schmitz vom THW-Ortsverband zeigte es Nathanael und Milan. Noch fehlte den beiden Jungs vielleicht ein wenig Kraft, um die Radschrauben selbst festzuziehen. Welche Arbeitsschritte bei einem Reifenwechsel nötig sind, wissen sie nun aber. Vorausgesetzt natürlich, das Auto hat überhaupt das dabei, was in vielen modernen Fahrzeugen nicht mehr selbstverständlich ist: ein Ersatzrad.
