Der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen hat sein neues Programm vorgelegt. Eine Tour führt in den Radberg, wo früher Bier lagerte.
KreisgeschichtsvereinExkursion führt in einen alten Eiskeller in Bad Münstereifel

Die Münstereifeler Brauerei Hendrichs nutzte den Gewölbekeller, um Bier zu kühlen.
Copyright: privat/Norbert Liebing
Im Münstereifeler Radberg verbirgt sich eine unterirdische Anlage mit langer Geschichte. Sie begann 1720 mit dem Bau eines Bergwerks. Die Hoffnung, dass man auf Steinkohle stoßen würde, erfüllte sich allerdings nicht. Übrig blieb der Stollen, der in den Berg getrieben worden war. Dem Brauerei-Besitzer Hubert Hendrichs war er sehr willkommen. Er nutzte ihn 1857, um darin einen Eiskeller für die Lagerung von Bier anzulegen.
Fast ein weiteres Jahrhundert später, als Münstereifel gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bombardiert wurde, diente der Felsenkeller an der heutigen L194 den Bewohnerinnen und Bewohnern der Oberstadt als Luftschutzbunker.

Der Eingang des Felsenkellers im Radberg liegt an der Landesstraße 194.
Copyright: privat/Norbert Liebing
Über die unterschiedlichen Nutzungen berichten Norbert Liebing und Karin Trieschnigg in einer Führung, die am Samstag, 5. September, um 14 Uhr am Kellereingang nahe dem Kreisverkehr Trierer Straße beginnt. Die Exkursion (Kosten: 10 Euro) gehört zum neuen Halbjahresprogramm des Geschichtsvereins des Kreises Euskirchen.
Die Reihe seiner Veranstaltungen eröffnet der Verein am Samstag, 8. August, 9 Uhr, mit einer Tagesfahrt per Reisebus. Sie führt zunächst zum Schloss Malberg im Kylltal. Nach einer Mittagspause in der Klostergaststätte Himmerod geht es weiter zum Clara-Viebig-Zentrum in Eisenschmitt. Dort stehen Leben und Werk der Schriftstellerin Viebig im Zentrum, die mit dem Roman „Das Weiberdorf“ bekannt wurde. Die Fahrt wird von Dr. Gabriele Rünger geleitet, die Teilnahme kostet 65 Euro.
Das frühere Konsum-Gebäude in Blankenheim wurde zum Rathaus
Am Freitag, 25. September, bietet der Geschichtsverein zwei Führungen in Blankenheim an. Zuerst, von 10.30 Uhr an, besichtigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Eifelmuseum die Ausstellung „Stand. Pracht. Macht. Die Gräfinnen von Manderscheid-Blankenheim“, dann geht es weiter in das neue Rathaus, das die Gemeinde im früheren, denkmalgeschützten Konsum-Gebäude untergebracht hat. Die Leitung liegt in den Händen von Gabriele Rünger und Guido Waters. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro.
Für die Teilnahme an den Exkursionen ist eine Anmeldung im Internet (www.geschichtsverein-euskirchen.de/termine) notwendig.
Die römische Eifelwasserleitung diente als Steinbruch für den Kirchenbau
Der Verein organisiert zudem drei Vorträge, die jeweils dienstags um 18 Uhr im Euskirchener Casino beginnen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Am 29. September lautet das Thema „Aquäduktmarmor – Der schöne Stein vom Rhein“. Prof. Klaus Grewe beleuchtet darin Sinter – Kalkablagerungen in der römischen Eifelwasserleitung –, der als Baumaterial in vielen Kirchen Verwendung fand.
Am 13. Oktober präsentiert Dr. Mario Kramp sein Buch „Paris 1850 – Der Demokrat Carl Schurz als politischer Flüchtling“, bevor am 24. November „Clemens August – Herr der fünf Kirchen“ im Mittelpunkt steht. So nennt Philipp Gatzen seinen Vortrag über den Kölner Kurfürst (1700-1761), zu dessen Herrschaftsgebiet Orte im heutigen Kreis Euskirchen gehörten.
Am Dienstag, 3. November, 18 Uhr, stellt der Verein im Casino seine Jahrespublikation vor, das Buch „Die Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung im Altkreis Euskirchen“ von Hans-Gerd Dick, Gabriele Rünger und Manuel von Zelisch.