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GesundheitsberufemesseIn Euskirchen durften Jugendliche mit VR-Brille einen Knochen-Zugang bohren

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In einer Glasschale liegt ein künstlicher Finger, in den eine Infusion gesetzt wird.

An zahlreichen Stationen durften die Schülerinnen und Schüler auch selbst aktiv werden und beispielsweise wie beim DRK einen Knochenzugang für eine Infusion legen.

In der Alten Tuchfabrik fand die Gesundheitsberufemesse statt. Die Schülerinnen und Schüler konnten vieles selbst ausprobieren und neue Eindrücke sammeln. 

Obwohl Marla den Blick konzentriert nach vorn gerichtet hatte, setzte sie nur sehr zögerlich den nächsten Schritt auf der weißen Bodenmarkierung. Langsam und stets auf die Unterstützung von Dekra-Mitarbeiterin Kim Taesler vertrauend erreichte sie schließlich ihr Ziel, war jedoch sichtlich erleichtert, die „Rauschbrille“ wieder absetzen zu können. „Ich wusste gar nicht so genau, wo ich hingucken sollte. Alles war verschwommen, und die Linie war nicht so leicht zu erkennen“, schilderte die 14-Jährige ihre soeben gemachte Erfahrung.

Ein junges Mädchen mit einer VR-Brille geht auf einer weißen Linie, eine Frau hält seine Hand.

Mithilfe einer  "Rauschbrille" erlebte Hannah die Beeinträchtigung unter Alkoholeinfluss am eigenen Körper.

Rund 1,3 Promille Alkoholgehalt im Blut simulierte die Brille, mit der die Besucherinnen und Besucher der Euskirchener Gesundheitsberufemesse die Beeinträchtigung durch Alkoholkonsum am eigenen Leib erfahren konnten. Gemeinsam mit ihrer Klassenkameradin Hannah nutzte die Gesamtschülerin diese und viele weitere Angebote, die rund 30 Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft im „Wohnraum“ der Alten Tuchfabrik bereit hielten.

„Unser Ziel ist es, jungen Menschen die Vielfalt der Gesundheitsberufe näherzubringen“, betonte Organisatorin Bilge Yalçinkaya von der kommunalen Koordinierungsstelle im Bereich Übergang Schule und Beruf. „Dazu zählt deutlich mehr als der Pflegedienst. Auch Logopädie, Optik oder Heilerziehungspflege gehören etwa dazu, und wir möchten all das bei unserer Messe vorstellen.“ In Kooperation mit der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, dem Jobcenter EU-aktiv und der Agentur für Arbeit Euskirchen waren zum neunten Mal Schülerinnen und Schüler, aber auch Quer- und Wiedereinsteiger im Gesundheitswesen zu der Messe eingeladen.

An vielen Ständen konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden

Neben zahlreichen Informationen zu Angeboten und Voraussetzungen für die einzelnen Berufe durften die Interessierten an etlichen Ständen vieles selbst einmal ausprobieren. „Wir waren in den letzten Jahren häufiger hier, und unsere Schüler sind jedes Mal begeistert, dass sie aktiv mitmachen können“, sagte Lehrerin Christine Müller vom Franken-Gymnasium in Zülpich.

„Ich habe schon viele Praktika mitgemacht und finde die Forensik ganz spannend“, stimmte Schülerin Isa zu. Freundin Sandhya konnte ihren Berufswunsch zwar noch nicht derart eindeutig bestimmen, zeigte jedoch ebenfalls großes Interesse am Gesundheitswesen. „Ich denke, ich möchte gern etwas mit Biologie und Chemie machen, und da hilft es sehr, hier so viele Infos zu bekommen.“

Diese Arbeit hat einen wichtigen Anteil im gesellschaftlichen Leben, wird oft aber nur wenig beachtet.
Vladimir Secerov

Erstmals wurde das Angebot der Gesundheitsberufemesse am Donnerstag auch durch einen „Escape-Room“ erweitert. Mitarbeiter des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen hatten dafür einige Denk- und Geschicklichkeitsspiele erarbeitet, die den Alltag in Sozialberufen beleuchten sollten. „Eine Aufgabe besteht zum Beispiel darin, Briefe zu lesen, in denen ein Jugendlicher von seinen Problemen erzählt, und dann die richtige Lösung zu finden, wie man ihm helfen könnte“, erklärte Vladimir Secerov.

Spielerisch konnten sich die Teilnehmenden durch die einzelnen Herausforderungen ein Lösungswort erarbeiten und zeitgleich erste Einblicke in soziale Arbeit erhalten. „Diese Arbeit hat einen wichtigen Anteil im gesellschaftlichen Leben, wird oft aber nur wenig beachtet. Mit dem Escape-Room hoffen wir, ein paar Vorurteile ausräumen zu können, und die Reaktionen waren bisher echt gut.“

Von ersten Arbeitsschritten im Job mithilfe einer VR-Brille, die Handgriffe und Umgebung simulierte, bis zur Bohrung eines Knochenzugangs für eine Infusion erlebten die mehr als 600 Schülerinnen und Schüler erneut einen ereignisreichen Ausflug in die Welt der Gesundheitsberufe.

„Einige der Schülerinnen und Schüler sind noch zu jung für ein Praktikum, aber wir merken auch durch die Reaktionen der Schulen und Unternehmen, wie wichtig es ist, schon frühzeitig Perspektiven aufzuzeigen, welche Berufe es überhaupt gibt und welche sich für den Einzelnen eignen“, betonte Bilge Yalçinkaya. „Später erinnern sich dann viele daran, hier Dinge gesehen und erlebt zu haben, die ihnen Spaß gemacht haben, und vielleicht wurden dabei auch schon erste Kontakte geknüpft, die ihnen in ihrer beruflichen Laufbahn weiterhelfen.“